Meditativ und kontemplativ

Geislingen.  Bilder und Objekte des in Zell unter Aichelberg lebenden Künstlers Hans Albrecht sind bis zum 18. April in einer Einzelausstellung im Alten Bau in Geislingen zu sehen. Vernissage ist morgen ab 11 Uhr.

Beobachtet man Hans Albrecht beim Aufbau, denkt man an ein riesiges Legespiel. Sorgsam richtet er auf dem Boden des Alten Baus schwarze Holzplatten aus. Auf manche legt er kleine Holzelemente, die ebenfalls schwarz sind oder Fotografien in schwarzen Fotorahmen. Für ihn sind diese Objekte "Module", die man ganz verschieden aufbauen kann: stehend, liegend, senkrecht, waagrecht. Der in Zell u.A. lebende Künstler sagt: "Wichtig ist, wie es im Kontext zum jeweiligen Raum aussieht."

In einem Katalog mit Werken von Albrecht schreibt Thomas Hirsch über die Bodenarbeiten: "In ihrer räumlichen Ausdehnung erschließen sich die Arbeiten nur allmählich. Offensichtlich sind die architekturalen Anklänge, die der Realität entnommen scheinen und gelegentlich narrative Bezüge vermitteln; diese werden jedoch durch die Gesamterscheinung relativiert."

Ist bei Hans Albrecht alles schwarz, oder was? Das sei schon sein Markenzeichen, bestätigt er. Farbe satt zeigt dagegen ein Kreuz, das er für den Wettbewerb "Das christliche Kreuz im 21. Jahrhundert" hergestellt hat, das bis dato jahrelang unterwegs war und in Kirchen und Klöstern ausgestellt wurde. Die Schauseite ist - natürlich - schwarz, doch die Rückseite hat Albrecht mit roter Leuchtfarbe versehen. Hängt das Kreuz nun an der Wand, scheint es zu strahlen.

Zu Albrechts plastischen Objekten gehören auch Stelen, die der Künstler entlang der Seitenwände des Alten Baus aufgestellt hat. Zum Teil setzt er auch auf sie etwas drauf - ein Etwas, das an ein Haus mit Fenster erinnert, eine architektonische Form, die erneut auftaucht auf einer sehr schmalen Holzlatte. Vier solcher Latten ergeben ein harmonisches Ensemble. Auch hier taucht wieder Albrechts Schwarz auf, aber auch Grau- und Brauntöne. Und wieder wirkt alles sehr streng: scharfe Kanten, die zwei Farben voneinander trennen, karge Muster.

Man habe ihm schon unterstellt, seine Kunst zu berechnen, erzählt Albrecht. Was aber nicht stimme. Die Proportionen, das Verhältnis von Muster zur Fläche - alles komme aus dem Bauch.

Der Kunst- und Geschichtsverein Geislingen, auf dessen Einladung Albrecht von Sonntag an im Alten Bau ausstellt, hat es in seiner Ankündigung so formuliert: ". . . Albrecht geht seit Jahren seinen eigenen Weg im Bereich des plastischen Gestaltens, der ihn an die Nahtstelle zwischen Bildhauerei, Installation, Design und Architektur geführt hat." Auch werden die Objekte als "still, unaufdringlich, meditativ und kontemplativ" beschrieben.

Zu den plastischen Objekten gesellen sich im Alten Bau weitere Werke des Künstlers: An den Wänden hängen Fotoarbeiten, auch sie recht dunkel, reduziert. Auf rein grafische Arbeiten hat er für die Geislinger Ausstellung verzichtet. "Ich versuche lieber, mit wenigen Arbeiten mehr Wirkung zu erzielen."

Info

Öffnungszeiten: Di-So 14-17 Uhr.

Ausstellungsdauer: bis 18. April

www.albrecht-art.de


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Autor: BETTINA SOMMER | 20.03.2010

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