Lesung: "Kurzschluss" im Geislinger Albwerk
Geislingen. Sein zehnter Fall führt Kommissar Häberle in die sumpfigen Abgründe der Energiewirtschaft: Am Donnerstag stellt Manfred Bomm seinen neuen Krimi "Kurzschluss" im Geislinger Albwerk vor.
Ein 30 Kilogramm schwerer Stein hat den Mann in die Tiefe des Weiherwiesen-Sees am Ortsrand von Geislingen gezogen. Durch den Stein hat jemand ein Loch gebohrt, durch dieses ein drei Meter langes Seil gezogen, verknotet und dem unbekannten Toten um den Hals gebunden. Während Taucher den Ermordeten aus dem See im Naherholungsgebiet fischen, bahnt sich für Kriminalhauptkommissar August Häberle und seinen Assistenten Mike Linkohr der zehnte Fall ihrer Zusammenarbeit an. Der Tote war beim örtlichen Energieversorger angestellt und hat wenige Tage vor seinem Verschwinden ein brisantes Interview mit der Managerin eines großen Energieunternehmens geführt. . .
Häberles neuer Fall - und Manfred Bomms zehnter Kriminalroman - führt die beiden liebenswerten Kriminaler (und die Leser) tief in die Abgründe dunkler Machenschaften innerhalb der europäischen Energiewirtschaft. "Denn", wie Bomm einen Angestellten des Albwerkes bemerken lässt: "Drei Dinge braucht die Weltbevölkerung am dringendsten - Wasser, Luft und Energie. Und wer damit verdienen kann, tut das gnadenlos".
Bomm konstruiert "Kurzschluss" in bewährter Manier: In zunächst verworrenen und undurchsichtig scheinenden Handlungssträngen baut er auf 417 Seiten Spannung auf, die sich - diesmal wortwörtlich - in einem Kurzschluss entlädt. Zuvor gibt es aber noch eine weitere Leiche, eine verschwundene (und sehr attraktive) Sekretärin mit Insiderwissen, einen Abstecher nach Norwegen, wo Lokaljournalist Georg Sander - eigentlich im Urlaub - mit ins verbrecherische Geschehen gezogen wird und einen Anschlag auf den Chef des Geislinger Alb-Elektrizitätswerkes.
Den Leser erwartet aber nicht nur eine gut konstruierte Geschichte. Ein großer Teil des Erfolgs der Bommschen Krimis resultiert aus den eingängig gezeichneten Hauptfiguren, die besonders auch in den Dialogen Kontur bekommen, den genauen Ortsbeschreibungen und den persönlichen Gedanken des Autors zu Gott und der Welt, die er seine Protagonisten denken und sagen lässt.
Stilecht stellt Manfred Bomm seinen Krimi "Kurzschluss" am Donnerstag im Wappensaal des Alb-Elektrizitätswerkes in Geislingen, Eybstraße 98, vor. Beginn ist um 20 Uhr. Die Zuhörer erwartet keine gewöhnliche Lesung, sondern einen mit Musik und passender Akustik unterlegter, lebendiger Vortrag der neuen "schrecklichen Geschichte" und ihrer Hintergründe.
Info
Manfred Bomm: Kurzschluss, Gmeiner-Verlag, 417 Seiten, 11,90 Euro
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Autor: EVA BECK | 15.02.2010
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