Klaus Heininger triumphiert

Eislingen.  Das von vielen prophezeite Kopf-an-Kopf-Rennen hat nicht stattgefunden: Der Birenbacher Schultes Klaus Heininger ist gestern mit satten 60,42 Prozent zum neuen Eislinger Bürgermeister gewählt worden.

Kurz nach 18.30 Uhr konnte Bürgermeister Günther Frank gestern Abend in der Stadthalle seinen überglücklichen Nachfolger zur Gratulation auf die Bühne bitten: "Ich danke Ihnen für diesen sensationellen Vertrauensbeweis", bedankte sich Klaus Heininger unter großem Beifall bei seinen Wählern. Der Birenbacher Bürgermeister hatte im zweiten Wahlgang 4244 Stimmen oder 60,42 Prozent auf sich vereinigen können. Sein Konkurrent - der Kuchener Bürgermeister Bernd Rößner - erzielte 2766 Stimmen oder 39,38 Prozent.

Der strahlende Sieger bedankte sich bei Bernd Rößner für das "faire Miteinander" und bot dem Eislinger Gemeinderat eine "offene, faire und konstruktive Zusammenarbeit an". Die meisten Stadträte hatten nach dem Rückzug von Ulrike Haas (Grüne) und Edgar Hemmerich (CDU) nach dem ersten Wahlgang Heiningers Konkurrenten Bernd Rößner unterstützt. "Ich reiche Ihnen die Hand und bitte Sie, gemeinsam mit den Bürgern und mir diese Stadt voranzubringen." Als schöne Geste wertete Heininger auch, dass einer seiner Kritiker, der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Ritz gleich gratuliert hat: "Wir werden gemeinsam die Stadt nach vorne bringen", betonte der frisch gebackene Schultes. Die Bürger müssten immer im Mittelpunkt stehen, denn sie seien das Fundament der Stadt.

Auch Wahlverlierer Bernd Rößner appellierte an die Eislinger, aufgebrochene Gräben zuzudecken. Der Kuchener Schultes: "Empfangen sie Herrn Heininger mit offenen Armen." Rößner betonte gleichzeitig, dass es richtig war, in Eislingen zu kandidieren: "Natürlich würde ich lieber als Erster hier stehen, verlieren gehört aber auch zur Demokratie. Alles Gute für Eislingen, vielen Dank." "Ich glaube fairer kann ein Verlierer nicht sein", betonte Günther Frank. Der noch amtierende Rathauschef hatte zuvor unterstrichen, dass alle Kandidaten mit Herzblut bei der Sache gewesen seien. Er habe in seinen 32 Amtsjahren einiges auf die Wege und Schiene gesetzt, für Klaus Heininger gebe es aber noch viel zu tun.

Fast 800 Bürger waren schon vor 18 Uhr in die Stadthalle geströmt, und warteten gespannt auf die Ergebnisse aus den 18 Wahllokalen und zwei Briefwahlbezirken. Um 18.15 Uhr ging ein Raunen durch den Saal, als das erste Ergebnis auf der Großleinwand auftauchte: Im Wahllokal Liederkranzheim auf der Ebene im Stadtteil Nord hatten 62,3 Prozent für Klaus Heininger votiert, Bernd Rößner erzielte nur 37,5 Prozent.

Der Beifall der Heininger-Anhänger wurde zur Routine. Als zehn von 20 Wahlbezirken ausgezählt waren, entfielen auf Heininger 62,3 und auf Rößner 37,4 Prozent. Als das Ergebnis aus 15 Bezirken vorlag, gratulierten Bernd Rößner und seine Frau Gabriele bereits Klaus Heininger zum Wahlsieg. Heiningers schlechtestes Ergebnis kam mit 55 Prozent aus den beiden Briefwahbezirken. Auf der anderen Seite konnte Bernd Rößner keinen einzigen Stimmbezirk für sich gewinnen.

Zur Feier der Wahlentscheidung präsentierte Bürgermeister Günther Frank mit Anspielung auf ein wichtiges Wahlkampfthema "eine neue Form der Bürgerbeteiligung": Auch die Besucher konnten mit Sekt und Organgensaft auf Gewinner und Verlierer anstoßen.


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Autor: REINHARD KRÖTZ | 15.03.2010

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