Jugendarbeit wird internationaler

Eislingen.  Eislingen wurde als einzige von 22 Kommunen in BadenWürttemberg für die Initiative "Kommune goes International" ausgewählt. Das Projekt soll auch Jugendliche aus Zuwanderungsfamilien fördern.

Mehr für die Jugend tun - das ist für die Stadt Eislingen ein großes Anliegen. In den kommenden drei Jahren will das städtische Kinder- und Jugendbüro mit Trägern vor Ort Projekte der internationalen Jugendarbeit entwickeln und diese gemeinsam umsetzen. Begleitet werden sie dabei von einem Team von Expertinnen, denn Eislingen wurde für ein Projekt ausgewählt. Die 22 Kommunen verfolgen nun deutschlandweit ein gemeinsames Ziel: Die internationale Jugendarbeit vor Ort stärken und allen Jugendlichen internationale Angebote zugänglich machen. Insbesondere Jugendliche aus Zuwanderungsfamilien und benachteiligte Kinder sollen dadurch erreicht werden. Am 28. Juni fand die bundesweite Auftaktveranstaltung der Initiative in Köln statt. Die Stadt Eislingen war durch Hänsi Weiß von der Mobilen Jugendarbeit, Julian Schweiß und Thomas Cermann von Skate Place Protector und Dagnija Brühl vom städtischen Kinder- und Jugendbüro vertreten. Die beiden Jugendlichen von Skate Place Protector fanden es sehr wichtig gleich von Anfang an dabei zu sein, damit nicht nur die "Erwachsenen" für die Jugendlichen das Projekt planen und ausarbeiten, sondern sie selbst eine Mitbestimmungsmöglichkeit haben.

Im Herbst ist nun ein Auftaktworkshop in Eislingen geplant. Dass internationale Jugendbegegnungen, Workcamps oder Freiwilligendienste im Ausland besonders geeignet sind, Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen, Lebenserfahrungen und Bildungshintergründen zu fördern, belegen wissenschaftliche Untersuchungen - wie beispielsweise die von Prof. Dr. Andreas Thimmel von der Fachhochschule Köln. Jugendliche werfen in einer internationalen Begegnung oder einem Auslandsaufenthalt nicht nur einen Blick über den Tellerrand und erwerben Sprachkenntnisse und soziale Kompetenzen, sie werden auch zu Botschafter der eigenen Stadt und erfahren dabei Anerkennung, zeigte die Untersuchung. Für die Umsetzung von "Kommune goes International" ist nun Netzwerkarbeit gefragt: Die Projektentwicklung und Umsetzung von Angeboten der internationalen Jugendarbeit für neue Zielgruppen wird das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Eislingen gemeinsam mit freien Trägern und Organisationen, in denen sich junge Migrantinnen und Migranten zusammenfinden, gestalten.

Über drei Jahre steht dafür ein Beratungsteam von "Kommune goes International" zur Verfügung, das diesen Prozess kontinuierlich begleitet und von der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) koordiniert wird. Zu den Leistungen des Teams zählen Informationen über die ganz unterschiedlichen Formate internationaler Jugendarbeit, Unterstützung beim Finden von Finanzierungsquellen, vor allem aber Hilfe, wenn es darum geht, Projekte zu entwickeln und durchzuführen, die passgenau auf die Bedürfnisse in Eislingen abgestimmt sind.

Der Beratungsprozess schließt darüber hinaus auch die Fortbildung und Qualifizierung von Fachkräften und die Sensibilisierung von Politik und Verwaltung für interkulturelle Anliegen ein. Die Initiative "Kommune goes International" wird betreut in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden und ist Teil der Umsetzung der EU-Jugendstrategie. Sie wird dabei von zahlreichen Verbänden und Landesjugendämtern unterstützt.

"Die Bewerbungen der Kommunen haben gezeigt, was für ein großes Engagement bundesweit vorhanden ist", sagt Niels Meggers, Projektverantwortlicher von "Kommune goes International" bei IJAB. "Die 22 ausgewählten Kommunen stellen einen Querschnitt aus deutschen Großstädten, kleineren Gemeinden und Landkreisen dar. Der Austausch über die unterschiedlichen Erfahrungen und Projekte macht die Initiative ganz besonders interessant."

IJAB ist im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Europäischen Kommission und seiner Mitgliedsorganisationen auf den Gebieten der internationalen Jugendpolitik, Jugendarbeit und Jugendinformation tätig. Aufgabe ist die Förderung der internationalen Jugendarbeit und der jugendpolitischen Zusammenarbeit, um das gegenseitige Verständnis junger Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen zu erweitern, ihre Beziehungen zueinander zu festigen und um Vorurteile abzubauen.


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Autor: SWP | 06.08.2011

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