IG Metall greift Hinterkopf an
Eislingen. Heftige Vorwürfe der IG Metall gegen die Eislinger Hinterkopf-GmbH: Sie sei ein "unzuverlässiger Vertragspartner" und erfülle zugesagte Pflichten nicht.
Starker Tobak sind die Vorwürfe, die Gewerkschaftssekretär Michael Kocken gegen Geschäftsführer Alexander Hinterkopf richtet: Er sei "kein zuverlässiger Vertragspartner". Denn im Gegensatz zur Belegschaft, die seit einer Krise im Jahr 2009 laut Kocken unentgeltliche Mehrarbeit geleistet und auf Weihnachtsgeld verzichtet hatte - zusammen in einer Größenordnung von drei Millionen Euro -, leiste die Geschäftsleitung ihren Beitrag nicht: Sie sollte nach seinen Angaben ebenfalls drei Millionen Euro aufbringen, um "das Eigenkapital zu stabilisieren". Das sei nicht geschehen, obwohl sich Hinterkopf in einem Sanierungstarifvertrag 2010 dazu verpflichtet habe, so Kocken.
Von der Geschäftsleitung des Eislinger Sondermaschinenbauers war dazu keine Stellungnahme zu bekommen. Besonders erbost reagierte Anke Hinterkopf, die Frau des Geschäftsführers, auf einen anderen Vorwurf Kockens: Der Gewerkschaftssekretär hatte berichtet, es habe Gespräche zwischen Hinterkopf und der Schuler AG gegeben mit dem Ziel einer "Fortführung des Eislinger Unternehmens unter Federführung von Schuler." Anfang Januar habe Hinterkopf diese Gespräche "aus nicht ersichtlichen Gründen platzen lassen", so die IG Metall. "Dazu geben wir keinen Kommentar ab", sagte die sichtlich verärgerte Anke Hinterkopf. Auch von Schuler gab es keine Stellungnahme: Einen Fragenkatalog der NWZ an Schuler-Vorstandsmitglied Dr. Markus Ernst über die Inhalte und Ziele dieser Gespräche wollte dieser nicht beantworten. "Wir wissen aus sicherer Quelle, dass die Gespräche stattgefunden haben", so der Gewerkschaftssekretär. Die um ihre Arbeitsplätze besorgte Belegschaft habe große Hoffnung auf den Einstieg von Schuler gesetzt, behauptet Kocken: "Lange Zeit wiegten sich IG Metall und Betriebsrat in der Hoffnung, dass aus beiden Unternehmen ein erfolgreiches Gespann wird, um den Arbeitsplätzen in Eislingen eine Perspektive zu geben." Umso frustrierter sei man, dass die von Hinterkopf zugesagte Eigenkapitalstärkung von drei Millionen Euro bisher nicht erfolgt sei.
Kockens positive Meinung über diese Möglichkeit will der Hinterkopf-Betriebsratsvorsitzende Ulrich Oberacker aber nicht ganz teilen: "Auch bei einem Zusammenschluss zweier Firmen können Arbeitsplätze verlorengehen", gibt er zu bedenken: "Wir müssen abwägen, was für die Belegschaft das Beste ist." Weitere Aussagen wollte er nicht machen und wies auf seine Verschwiegenheitspflicht hin.
Die Hinterkopf GmbH ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Maschinen zur Produktion und Dekoration zylindrischer Hohlkörper. Am Stammsitz in Eislingen werden laut Firmenhomepage 200 Mitarbeiter beschäftigt.
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Autor: INGRID ZEEB | 04.02.2012
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Geschäftsführer Alexander Hinterkopf äußert sich nicht zu den Vorwürfen der IG Metall.
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