Großzügig Flächen verplant

Donzdorf.  Der Gemeindeverwaltungsverband "Mittlere Fils - Lautertal" hat den Vorentwurf für den neuen Flächennutzungsplan fertiggestellt. Trotz strittiger Punkte wurde der Entwurf einstimmig gebilligt.

Nach langer Phase der Vorbereitung lag nun ein Vorentwurf für einen neuen Flächennutzungsplan für den Verwaltungsverband Mittlere Fils - Lautertal vor. Die im Donzdorfer Martinushaus tagende Verbandsversammlung billigte das mehr als 120 Seiten umfassende Werk einstimmig. Zuvor hatte es allerdings noch eine Reihe von Einzelabstimmungen über strittige Punkte gegeben. So scheiterte die Stadt Süßen mit ihrem Antrag, die Eisenbahnstrecke Süßen - Donzdorf aus dem Vorentwurf herauszunehmen. Ein Verkehrsgutachten hatte diese Trasse als mögliche S-Bahn-Strecke bis nach Donzdorf ins Spiel gebracht - ein Vorhaben, das für den Süßener Stadtrat Albrecht Finckh (CDU) im "Wolkenkuckucksheim" angesiedelt ist. Erfolgreich waren die Vertreter Süßens mit ihrem Begehren, ein eventuelles, südlich der B 10 gelegenes gemeinsames Gewerbegebiet mit Gingen nicht in den Flächennutzungsplan aufzunehmen. Allerdings gab Süßens Bürgermeister Wolfgang Lützner zu Protokoll, dass man über ein nördlich der Bundesstraße gelegenes Gewerbegebiet durchaus reden könne. Mit den Stimmen von Süßen und Donzdorf abgelehnt wurde schließlich ein Antrag des Gingener Gemeinderats Fritz Frey (CDU/FWV), die Süßener Querspange aus dem Vorentwurf herauszustreichen.

Obwohl der Entwurf jetzt vorliege, sei man bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans "noch in einem ganz frühen Stadium", hatte der Verbandsvorsitzende, Donzdorfs Bürgermeister Martin Stölzle, erläutert. Denn die Gemeinden Donzdorf, Süßen, Lauterstein und Gingen hätten großzügig Wohnbau- und Gewerbeflächen angemeldet. In der nun folgenden Anhörung der Träger öffentlicher Belange werde es daher deutliche Abstriche geben: "Wir alle werden unsere Flächen noch einmal überdenken müssen." Noch Diskussionsbedarf gebe es auch über ein gemeinsames Gewerbegebiet für alle Verbandsgemeinden, das zwischen Süßen und Donzdorf (auf Donzdorfer Markung) entstehen könnte.

Kritik an dem Prozedere der Flächenanmeldungen kam von dem Süßener Grünen-Stadtrat Armin Kuhn, der den daraus resultierenden Landschaftsverbrauch anprangerte und froh war, "dass von oben gewisse Einschränkungen kommen." Denn laut Uwe Straub vom Ingenieurbüro, das den Entwurf ausgearbeitet hat, komme man nicht darum herum, gewisse Grundsätze aus der Regionalplanung zu übernehmen, etwa was den zukünftigen Bedarf an Wohneinheiten betreffe. Der Garten- und Landschaftsarchitekt Klaus Saur erläuterte schließlich den von ihm erstellten Umweltbericht. Dieser prüfe, sagte er, im Vorfeld die Planungen auf mögliche Auswirkungen auf die Umwelt und zeige Möglichkeiten auf, wo ein Ausgleich für die in die Natur vorgenommenen Eingriffe erfolgen könnte.


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Autor: DIERK BÖTTCHER | 12.03.2010

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