Ganztagesbetreuung kommt ein Jahr früher
Salach. Geplant war, im Herbst 2013 eine weitere Ganztagesgruppe im evangelischen Kindergarten "Sonnenblume" in Salach einzurichten. Dies geschieht jetzt ein Jahr früher. Bedarf für das Angebot gibt es.
Betreute Ganztagesgruppen gibt es bereits in Salach. Im Gemeindekindergarten und im Kindergarten Hattie-Bareiß werden aktuell in insgesamt drei Gruppen ganztägig Kinder betreut. Im Herbst 2013 sollte im evangelischen Kindergarten "Sonnenblume" laut Plan eine weitere eingerichtet werden. Weil aber der Bedarf dort jetzt schon früher vorhanden ist, hatten CDU und SPD im Salacher Gemeinderat beantragt, die Einrichtung der Gruppe um ein ganzes Jahr vorzuziehen.
Das freilich kostet Geld. Die Ganztagesbetreuung ist personalintensiv und erfordert rechnerisch 3,13 Personalstellen je Gruppe gegenüber 1,8 Stellen bei einer Regelbetreuung. Mehrkosten in Höhe von 51 800 Euro entstehen allein bei den Personalkosten, käme die neu einzurichtende Ganztagesgruppe ein Jahr früher. 80 Prozent davon muss die Kommune aufbringen.
Die Gemeindeverwaltung schlug in der jüngsten Salacher Gemeinderatssitzung vor, den Start der Ganztagesbetreuung im Kindergarten "Sonnenblume" vorzuziehen. Für sie wäre es denkbar, dass Erzieherinnnen ab 1. Januar 2013 länger in dem Haus auf Kinder aufpassen. Dieser Zeitpunkt sei aufgrund der Systematik bei der Zuschussgewährung durch das Land günstiger als ein Beginn im Herbst.
Im Hattie-Bareis-Kindergarten nehmen derzeit nur wenige Kinder das Angebot einer Ganztagesbetreuung in Anspruch. "Es ist für die Eltern zumutbar, dort eine bereits vorhandene Gruppe aufzufüllen", erklärte Gemeinderat Karl Blessing (SBL). Peter Hofelich (SPD) jedoch meinte: "Wir müssen ein bedarfsgerechtes Angebot schaffen. Was nicht heißt, dass man mit einer Vollauslastung kalkulieren darf." Im Übrigen habe der Hattie-Bareiß-Kindergarten aus eigenem Antrieb heraus mit der Ganztagesbetreuung begonnen und es sei nicht einsehbar, dass deshalb für den Kindergarten "Sonnenblume" Nachteile entstehen sollen. Peter Hofelich: "Wir reden über 13 824 Euro." So viel mehr an Personalkosten würde es verursachen, wenn - wie von CDU und SPD gewünscht - die Gruppe im Kindergarten "Sonnenblume" zum 1. September 2012 und nicht erst dem kommunalen Kompromissvorschlag entsprechend zum 1. Januar 2013 starten könnte.
"Wir haben den Nachweis, dass in Haus Sonnenblume großer Bedarf besteht", betonte Wolfgang Arnold (CDU). "Die Eltern brauchen Planungssicherheit." Bei zwei Gegenstimmen befürwortete am Ende eine Mehrheit im Gemeinderat den Beginn zum 1. September 2012. In der "Sonnenblume" wird dann eine Regelgruppe in eine Ganztagesgruppe umgewandelt. Die Gesamtgruppenzahl und die Zahl der Kinder bleiben unverändert.
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Autor: HANS STEINHERR | 22.02.2012
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Das Haus "Sonnenblume" zieht nach: Im Kindergarten Hattie-Bareis passen Erzieherinnen schon ganztags auf Jungen und Mädchen auf. Foto: H. Steinherr
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