Die Glückszahl solls richten
Geislingen. Die Glückszahl 7 solls richten: Am 7. 7. um 7.07 Uhr wird das Nel Mezzo eröffnet - jenes großstädtisch anmutende Shopping-Center auf dem Städtischen Sportplatz, gegen das es heftige Widerstände gab.
Wo einst Kastanienbäume und Pappeln standen und Platz für Zirkus und Festivitäten war, beherrscht jetzt ein mächtiger Gebäudekomplex die Szenerie: "Nel Mezzo". Dieser italienische Name geht auf Architekt Klaus von Bock zurück, der als Liebhaber mediterraner Gefilde gerne südländische Begriffe benutzt. "Nel Mezzo" heißt "in der Mitte" - und soll wohl symbolisieren, dass es sich um einen neuen Mittelpunkt Geislingens handelt. Wenn in zwei Wochen die 17 Geschäfte eröffnen, die beidseits der 80 Meter langen Flaniermeile auf zwei Ebenen angesiedelt sind, wird sich zeigen, ob dieser Wunsch in Erfüllung geht. Das großstädtisch anmutende Projekt besticht jedenfalls durch seine Ausmaße, die sehr viel Platz für ein pulsierendes Leben bieten. Insgesamt beinhaltet es eine Verkaufsfläche von 10 500 Quadratmetern. Zwei Geschäfte werden sich über jeweils beide Etagen erstrecken.
Entstanden ist dies alles innerhalb eines Jahres - und jetzt gehts schon dem Endspurt entgegen: Ein Supermarkt und ein Drogeriemarkt werden bereits mit Waren beliefert. Die Regale füllen sich, während nebenan auf der Flaniermeile (auf Englisch "Mall" genannt) noch mithilfe von Hubsteigern an der schräg aufragenden Decke geschraubt und gepinselt wird.
Ladenbauer und Inneneinrichter verpassen nacktem Beton eine schmucke Innenfassade und den großzügigen Geschäftsräumen eine freundliche Atmosphäre. Noch ragen aber Kabelenden aus Wänden und Decken, werden Fliesen eingepasst und Lampen angeschlossen.
Während im großen Supermarkt bereits der Kassenbereich installiert ist, herrscht im künftigen Eiscafé entlang der B 10 noch gähnende Leere. Dort, wo sich die Theke erahnen lässt, quillt ein dickes Kabelpaket von der Decke auf den Boden herhab. Draußen, vor dem Haupteingang, wird noch betoniert - und hinterm Gebäude, am renaturierten Stück der Rohrach, modelliert ein Baggerfahrer die Uferböschung. Vor den Parkdecks, die zum Bachlauf hin an den Gebäudekomplex angedockt sind, werden Pflastersteine in Kies gesetzt. Hier hat auch Gerhard Metzger, seit sieben Jahren Pächter des Imbisshäuschens "Entrée", jetzt überdachte Sitzplätze - und zwar dank des Parkdecks, das ihm dicht auf die Pelle gerückt ist. Weichen wollte der Mann dem Großprojekt nicht, auch wenn das grüne Idyll drumrum verschwunden ist. Inzwischen bezeichnen die Stammgäste sein "Reich" als "Gallisches Dorf" - in Anlehnung an Asterix und Obelix: umringt von den Großen. Metzger pochte auf seinen langfristigen Pachtvertrag, der ihm noch 15 Jahre lang Daseinsberechtigung sichert. Während sein Geschäft in der ersten Bauphase des "Nel Mezzo" gelitten habe, wüssten die Bauarbeiter inzwischen sein Speisenangebot zu schätzen, sagt er. Und der tief gläubige Mann blickt optimistisch in die Zukunft: Er wird hier konkurrenzlos bleiben - dank seines Pachtvertrags, in dem über die Zulässigkeit konkurrierender Geschäfte nichts festgelegt sei. Die Folge: Im"Nel Mezzo" darf es keine "Würstlesbude" geben.
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Autor: MANFRED BOMM | 25.06.2011
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Noch wird in der "Mall" gewerkelt: In zwei Wochen werden die Geschäfte beidseits dieser zweistöckigen Flaniermeile geöffnet sein. Foto: Rainer Lauschke
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