Der Meteorit wird gesucht

Geislingen.  Der helle Meteorit, der am Samstag am Abendhimmel über Geislingen zu sehen war, sorgt für Aufsehen - vor Ort und bei Meteoritenkundlern.

Wie berichtet, vermuten Fachleute aufgrund ihrer auf vier Kilometer genauen Berechnung der Flugbahn, dass Trümmer des Himmelskörpers im Raum Geislingen niedergegangen sind. Die Helligkeit des Meteorits lässt es möglich erscheinen, dass er nicht gänzlich verglüht ist. So wird in den nächsten Tagen aus der Schweiz Mark Vornhusen vom "Arbeitskreis Meteore" in Geislingen und Umgebung nach dem Einschlagspunkt, bzw. dem Minikrater suchen. Bereits heute reist vom "European Research Center for Fireballs and Meteorites" aus Berlin Thomas Grau an, der in Fachkreisen als erfolgreicher Meteoritenjäger gilt. Er will Augen- und möglichst Ohrenzeugen befragen, um das Areal weiter eingrenzen zu können, wo der Meteorit niedergegangen ist.

Zahlreiche Menschen im Kreis Göppingen haben mit eigenen Augen das ungewöhnliche Phänomen gesehen, das am Himmel von West nach Ost seine helle Bahn zog. Etliche Zeugen waren gerade noch auf dem Wasserberg, auf dem Grünenberg, der Kuchalb oder dem Hohenstaufen, aber auch im Geislinger Längental oder andernorts, als sie plötzlich einen hellen Schein gewahr wurden. Gelb-orange beschreiben viele sein Licht, manche aber auch bunt, blau und rot. Die meisten Augenzeugen dachten zuerst an eine verspätete Silvesterrakete.

"Es war wie zwei Gewitterblitze", beschreibt hingegen Werner Kombiheck seinen Eindruck. Er war gerade auf der Jagd bei Schalkstetten. Dann habe er vergeblich auf den Donner gewartet.

Evi Schmid, auf dem Heimweg vom Grünenberg, nahm plötzlich "im Rücken ein blaues Licht wie von einer riesengroßen Taschenlampe" wahr. Als sie sich umdrehte, sah sie einen Lichtbogen am Firmament, dessen warmes gelbes Licht sich verästelte. "Plötzlich war es hell, die Bäume warfen einen Schatten, wie von Scheinwerfern bestrahlt", schildert Helga Vetter ebenfalls vom Grünenberg ihren Eindruck. Auch Karl Vasenmaler, Bürgermeister von Wäschenbeuren, sah den Meteoriten. Er beschreibt seine Bahn als "außerordentlich flach, mit hoher Geschwindigkeit und extrem nah".

Einige Augenzeugen meinen auch Ohrenzeugen geworden zu sein: Auf dem Wasserberg vernahmen vier Erwachsene, nachdem die "Sternschnuppe" erloschen war, ein Poltern, "wie wenn etwas runterfällt". Bernhard Geselle aus Kuchen hörte ebenfalls ein "Gerumpel".


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Autor: RENATE GOTTSCHALK RODERICH SCHMAUZ | 11.01.2011

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