Bedürfnisse, Interessen und Meinungen ermitteln

Eislingen.  Die Eislinger sollen über Erschließungsvarianten für den Bereich zwischen Tal-, Ösch-, Haupt- und Kronprinzstraße diskutieren. Die Planung müsse ergebnisoffen sein, fordern die Mitglieder des Gemeinderates.

Über die verschiedenen Erschließungsmöglichkeiten für den Eislinger Bereich zwischen Tal-, Ösch-, Kronprinz- und Hauptstraße informiert die Stadtverwaltung am Montag, 14. Juni, in einer Bürgerversammlung. Dann können auch die Eislinger ihre Wünsche und Meinungen dazu äußern. Den Auftrag zur Planung der Veranstaltung erteilte der Eislinger Gemeinderat der Stadtverwaltung. Als "guten Einstieg in die weitere Überprüfung" bezeichnete Peter Ritz (SPD) dieses Vorgehen. Er forderte - auch mit Blick auf gegensätzliche Interessen der Anwohner - "alle Varianten zu besprechen um dann sinnvolle Lösungen hinzubekommen". Den Bürgern werden neben einer Basislösung drei Varianten vorgelegt, die sich vor allem hinsichtlich der Ausgestaltung der Verkehrssituation unterscheiden. Gerade diese Fokussierung auf den Straßenverkehr kritisierte Ulrike Haas (Grüne). "Die Varianten sind sich sehr ähnlich, technokratisch, pro Auto und pro Müllfahrzeug." Die Stadträtin befürchtet außerdem, dass die Anwohner nur noch die Gelegenheit hätten - je nach Interessenlage - in eine "Pro- oder Contra-Haltung zu verfallen". "Ich hätte mir den Prozess offener gewünscht, denn die Anwohner sind es dann auch, die es bezahlen müssen", so Haas weiter. Zudem würden die Varianten manches Potenzial des Quartiers, wie einen Spielplatz, außer Acht lassen.

Einen "bescheidenen Anfang" nannte Eckehard Wöller (FWV) die geplante Bürgerversammlung. Im Gegensatz zu Ulrike Haas sieht er die Varianten aber lediglich als "Diskussionsgrundlage" und nicht als einzig mögliche Optionen, die lediglich abgenickt werden könnten. Gemeinderat und Verwaltung empfahl der FWV-Fraktionsvorsitzende, "mit offenen Ohren" in die Versammlung zu gehen. Wöller sieht die Chance, dass die Bürger sehen, dass es in der Bevölkerung verschiedene Meinungen gibt und eventuelle Konflikte dann "nicht auf dem Rücken von Gemeinderat und Verwaltung" ausgetragen würden.

Der Erste Beigeordnete Herbert Fitterling betonte, dass man "nach wie vor offen" für Anregungen aus der Bevölkerung sei, dass man aber auf Grundlage verschiedener Varianten besser diskutieren könne.

"Positiv" sehen die Veranstaltung daher auch die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Erich Schwendemann und Peter Ritz. Ritz ärgerte sich über negative Sichtweisen auf die Bürgerversammlung und warnte vor Illusionen, wie dem Vorschlag eines Spielplatzes. Dass die Lösung der Erschließungsfrage nicht leicht werde, glaubt auch Schwendemann: "Es ist und bleibt schwer, nun müssen wir uns darum bemühen, etwas Positives daraus zu machen."

Aktuell wurde die städtebauliche Neuplanung des Gebiets durch den bevorstehenden Bau der Seniorenwohnanlage Sankt Jakob an der Öschstraße. Der Technische Beigeordnete Thomas Schuster betonte allerdings, dass dies nicht der einzige Grund sei. Die Stadt wolle vielmehr den Bereich schon seit Längerem weiterentwickeln,"Erschließungsdefizite beseitigen. Dazu zählt er die bessere Einbindung des Quartiers in das Erschließungsnetz sowie das Fuß- und Radwegenetz der Stadt, die Verbesserung der Abwasserentsorgung sowie die Nutzung der Möglichkeiten zur Nahverdichtung durch die Erschließung weiter innen liegender Grundstücke. Auf welche Weise diese Defizite beseitigt werden, kann die Bürgerversammlung womöglich deutlich machen, entscheiden über die Pläne wird letztendlich aber der Gemeinderat. Die "Bedürfnisse, Interessen und Meinungen" der Bürger, wie Schuster sagte, werden dann aber besser bekannt sein und in die Entscheidung einfließen können.


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Autor: AXEL RAISCH | 18.05.2010

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