Zuschuss sorgt für Entspannung bei der SAB

Freude bei der Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung (SAB) – der Göppinger Betrieb bekommt eine jährliche Förderung von 70.000 Euro vom Landkreis.

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Die Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung  finanziert sich auch aus dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte des Waldeckhofs in Jebenhausen – auf Zuschüsse, zum Beispiel vom Landkreis, ist das gemeinnützige Unternehmen dennoch angewiesen.  Foto: 

Für Karin Woyta, Geschäftsführerin der gemeinnützigen SAB (Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung GmbH), gibt es nach der Tagung des Sozialausschusses am Dienstag großen Grund zur Freude: Die Göppinger Sozialeinrichtung unter Leitung Woytas erhält ein jährliches Fördergeld von 70.000 Euro.

Zur Debatte im Ausschuss stand zunächst, sich nur im Falle eines Abmangels zu beteiligen. Der Kreis hätte eine „Absichtsbekundung“ ausgedrückt, wonach er sich in künftigen Jahren im Falle eines Verlusts bis zur Höhe von 50.000 Euro beteiligt hätte.

Besonders im Jahr 2015 stand bei dem Unternehmen ein großes Minus unter dem Strich. Nur knapp entging der Betrieb der Insolvenz. „Wir laufen permanent am Limit“, erklärt Woyta. 2016 gab es zwar einen Überschuss von 50.000 Euro, dieser kam aber nur durch eine Großspende von über 200.000 Euro zustande. Mit dem Großspender sei vereinbart, dessen Spende in eine „Personalstelle Arbeitsvermittlung“ zu investieren, diese Stelle habe man im Mai besetzt. „Für uns ist es aber wichtig, eine feste Größe zu haben, mit der wir kalkulieren können“, sagte Karin Woyta nach der Sitzung.

Die Förderung von 70.000 Euro im Jahr ist zudem nicht zweckgebunden. Einen zweiten Vorschlag, den die Landkreis-Verwaltung um Landrat Edgar Wolff machte, war, die Fördersumme als Personalstelle einzuplanen. „Mein Haushalt setzt sich aus 600 verschiedenen Positionen zusammen“, sagte Woyta mit Blick auf den Vorschlag, die Kosten an einen bestimmten Zweck zu binden.

Im Ausschuss stimmten alle Fraktionen geschlossen für den Betriebskostenzuschuss von 70.000 Euro, die Kreistagsfraktionen waren es auch, die im Rahmen der Haushaltsberatungen 2017 das Thema aufgeworfen und eine Gesellschafterbeteiligung sowie eine finanzielle Beteiligung des Landkreises zur Debatte stellten.  Landrat Wolff sprach sich indes für die Übernahme des Abmangels statt für eine feste Fördersumme aus.

„Neben dem finanziellen Aspekt ist das auch ein Zeichen, wie wir im Landkreis anerkannt und gewürdigt werden“, freute sich Woyta. Die Fördermittel erhält die SAB ab diesem Jahr. Bisherige Fördergelder bleiben von der Neuregelung außerdem unberührt. Bislang zahlte der Landkreis einen jährlichen Zuschuss von 30.000 Euro sowie eine sogenannte „Pauschale“ aus Bundesmitteln für die Integration von Flüchtlingen (FIM). Dafür, dass die SAB Teile der Integrationsmaßnahme übernimmt, erhält sie monatlich 85 Euro für ungefähr 45 in den Gemeinschaftsunterkünften lebende Asylbewerber.

Die SAB erhält von Seiten des Landkreises nun eine jährliche Unterstützung von mehr als 100.000 Euro.

Ein KOMMENTAR von Kristina Betz: Wichtiges Signal gesetzt

Der Sozialbericht 2016 zeigt es: Sowohl auf Landesebene, als auch im Landkreis Göppingen steigen die Zahlen der Langzeitarbeitslosen.

Um diesem Trend entgegen zu wirken, braucht es Betriebe, wie die Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung (SAB), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, schwer­vermittelbare Arbeitslose, Langzeitarbeitslose, jugendliche Arbeitslose und Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Dass der Landkreis dieses Engagement nun mit weiteren 70.000 Euro pro Jahr unterstützt, ist gerade jetzt ein wichtiges Signal.

Auch ist es löblich, dass sich alle Fraktionen im Ausschuss dafür aussprachen und der Meinung der Kreisverwaltung entgegentraten, eine Beteiligung an eventuellen Verlusten der SAB sei ausreichend.

Vor allem weil ein großer Teil der bisherigen Zuschüsse des Kreises aus Bundesgeldern stammt und der Landkreis dafür nicht tief in die Taschen greifen musste.

Die Wichtigkeit solcher Projekte zur Integration Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt wird mit der neuen Bezuschussung auch finanziell unterstrichen. Und am Ende profitiert vor allem der Landkreis davon, Langzeitarbeitslosen Perspektiven zu geben und die Lage am Arbeitsmarkt so zu entspannen.

Mietkosten: Der Landkreis unterstützt die SAB seit 2012 mit einem jährlichen Zuschuss von ungefähr 30.000 Euro, indem Mietkosten für dort Beschäftigte an die SAB weiter gezahlt werden, obwohl diese Personen nicht mehr im Hartz IV-Bezug stehen und ihnen deshalb keine Mietzahlungen zustehen.

Integration: Des Weiteren erhält die SAB seit Ende 2016 eine sogenannte „Regiekostenpauschale“ über 85 Euro für Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) für bis zu 45 in den Gemeinschaftsunterkünften beschäftigte Asylbewerber. Das Geld steht dem Landkreis zu, dieser vergibt die Aufgaben an die SAB, und leitet auch das Geld an den Betrieb weiter. Wenn alle Arbeitsplätze belegt sind, ergeben sich 46.000 Euro, die zur Deckung der Aufwendungen für die Bewerberauswahl, die Organisation der FIM-Maßnahme sowie für die Anleitung und Betreuung der Beschäftigten gedacht sind.

Zuschüsse: Die SAB finanziert sich über Zuschüsse der Agentur für Arbeit, des Europäischen Sozialfonds (ESF), aus Erlösen aus Arbeitsleistungen der Beschäftigten (zum Beispiel aus dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte und den Erlösen einer Fahrrad-Recyclingfirma) sowie über Spenden. krib

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