Fasnetsumzug in Deggingen: Zu viele Häufchen und kein Pfarrer

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Wenn sich ein Thema eignet, um es an der Fasnet durch den Kakao zu ziehen, dann dieses: Die DNA-Datenbank für Hunde, über die im Degginger Gemeinderat seit geraumer Zeit diskutiert wird und für die das Gremium ordentlich Spott in Kauf nehmen muss. So auch am Samstag beim 14. Degginger Fasnetsumzug der örtlichen Häsgruppe Leirakiebl, an dem 66 Gruppen mit 1900 Hästrägern und Musikern teilnahmen und zu dem etwa 2500 Zuschauer in die Ortsmitte geströmt waren.

Wie berichtet, denkt der Gemeinderat in Deggingen darüber nach, eine DNA-Datenbank für Hunde einzuführen. Auf diese Weise sollen alle jene Hundebesitzer erwischt werden, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht ordnungsgemäß entsorgen. Diese Überlegung rief am Samstag sogleich die „Hunde-DNA-Spurensicherung“ des TV Deggingen auf den Plan, die den Gemeinderat ordentlich auf die Schippe nahm: An der Spitze der Vereinsmitglieder stand ein junger Mann, der ein Schild mit der Aufschrift „Tretminensucher/Dr. Scheisse“ trug. Es folgten mit Handschuhen und Mundschutz ausgestattete „Häufchen-Polizisten“ in weißen und orangefarbenen Schutzanzügen und ein Lastwagen, aus dem lautstarke Musik wummerte und der mit etlichen Bannern und Sprüchen zum Thema DNA-Hundekot versehen war. „Sei kein Schwein, pack es  ein“, war da  zu lesen – oder „Wenn einem Großes widerfährt, ist’s eine Tüte wert“.

Bürgermeister Karl Weber nahm die Häme mit Humor: Zusammen mit einer Handvoll Gemeinderäten – ein echter Hund spazierte ebenfalls mit – verteilte der Rathauschef Hundekotbeutel an die Zuschauer am Straßenrand. „It’s so easy in Deggna“: So lautete die Botschaft der Räte und des Bürgermeisters.

Mit einem lokalen Thema wartete auch der Musikverein Deggingen auf: „Ist der Zirkus noch so klein, Festplatz könnte größer sein“, stand auf einem kleinen Zirkuszelt geschrieben. Damit zielten die Musiker wohl darauf ab, dass es in Deggingen keinen befestigten Festplatz gibt – ganz im Gegensatz zum Ortsteil Reichenbach.

Viel Mühe gab sich auch die „Hüdde Wiesensteig“: Sie thematisierte mit einem Wagen die Pfarrersuche im Helfensteiner-Städtchen. In Anlehnung an die Fernsehsendung „Deutschland sucht den Superstar“ hieß es da „Wiesensteig sucht die Superpfarrer“. Und die Wiesensteiger wissen sich zu helfen: „Em Wiesa­stoiger Gotteshaus gangat ons die Pfarrer aus. Drom casten wir ons einen her, dann isch die Kirche nemme leer.“

Stefan Schidloch, Vorsitzender der Leirakiebl, freute sich über die lokalpolitischen Beiträge, aber auch über die zahlreichen Hästräger, die aus nah und fern nach Deggingen gekommen waren und viel gute Stimmung verbreiteten: „Es war unser bisher größter Umzug“, sagte er stolz, „und eine richtig schöne Straßenfasnet“.

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