Zahl der neuen Flüchtlinge im Kreis sinkt

2622 Asylbewerber lebten Ende Juli im Landkreis. Insgesamt 104 neue Flüchtlinge bekam der Kreis im Juli zugewiesen, womit sich die Lage entspannt hat.

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Die Zahl der neu zugewiesenen Flüchtlinge im Landkreis ist gesunken.  Foto: 

450 Asylbewerber waren dem Landkreis Göppingen noch im Oktober vergangenen Jahres neu zugewiesen worden, Sporthallen wie die Geislinger Wölkhalle oder die Turnhalle an der Göppinger Öde wurden zu Notunterkünften, deutschlandweit sorgte damals das Landratsamt Göppingen mit der Ankündigung für Schlagzeilen, Flüchtlinge im Sitzungssaal des Kreistags unterzubringen.

Doch die Situation bei der Erstunterbringung von Asylbewerbern im Landkreis hat sich mittlerweile geändert. In der Wölkhalle leben keine Flüchtlinge mehr, vergangene Woche sind auch die letzten Asylsuchenden von der Öde-Turnhalle in die neuen Leichtbauhallen an der Ebersbacher Strutstraße umgezogen.

„Die Lage hat sich entspannt“, bestätigt Wolfgang Munz, Leiter des Amtes für Asyl- und Flüchtlingswesen beim Landratsamt Göppingen. „Wir hoffen, dass die Zuweisungszahlen auf diesem relativ niedrigen Niveau bleiben.“ Denn die vergangen Herbst- und Wintermonate seien in Sachen Asylsituation eine hohe Belastung für alle Beteiligten gewesen. So sei beispielsweise die Zahl der Mitarbeiter in seinem Amt von etwa 30 im Frühjahr 2015 auf jetzt rund 80 angewachsen.

Auf dem freien Wohnungsmarkt nach Bleibe suchen

Diesen Juli bekam der Kreis Göppingen 104 Asylsuchende vom Land zugewiesen, insgesamt lebten zum Stichtag 31. Juli 2622 Asylbewerber in 76 Gemeinschaftsunterkünften in der Erstunterbringung im Kreis Göppingen. Mit Gemeinschaftsunterkünften sind übrigens größere Bleiben für Flüchtlinge wie zum Beispiel an der Göppinger Pappelallee gemeint, genauso wie eine vom Landratsamt angemietete Wohnung für sieben oder acht Personen.

Insgesamt kann das Landratsamt derzeit 2760 Plätze für Asylbewerber zur Verfügung stellen. Seit langem sei man damit zurzeit nicht mehr überbelegt, heißt es aus dem Landratsamt.

„Aktuell leben noch etwa 200 mittlerweile anerkannte Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften, die in der nächsten Zeit dort ausziehen werden und sich dann entweder auf dem freien Wohnungsmarkt eine Bleibe suchen oder in die Anschlussunterbringung kommen“, erzählt Munz.

73 Menschen, denen Asyl zuerkannt wurde,  sind seit Jahresbeginn nach der Erstunterbringung in andere Landkreise gezogen, 269 sind im Kreis Göppingen geblieben, „wobei die meisten auf dem freien Wohnungsmarkt ein neues Zuhause gefunden haben.“ Andererseits haben seit Jahresbeginn 115 Asylbewerber aus dem Kreis Göppingen, die zumeist aus Balkanländern stammen, freiwillig Deutschland verlassen. „Tatsächlich abgeschoben wurde in diesem Jahr nur eine sehr geringe Zahl aus dem Landkreis. Ich schätze etwa zehn Personen“, sagt Wolfgang Munz.

Nur in kleinen Dörfern gibt es keine Gemeinschaftsunterkünfte

Erfreulich sei die Entwicklung beim Bündnis für Asyl zwischen dem Landkreis und den 38 Kreiskommunen. „Mittlerweile gibt es in fast allen Orten im Kreis Göppingen Gemeinschaftsunterkünfte“, sagt Munz. Und so geht aus der auf den Internetseiten des Landkreises veröffentlichten „Asylstatistik der Städte und Gemeinden“ hervor, dass es nur noch in kleinen Dörfern wie zum Beispiel in Aichelberg, Drackenstein oder Hohenstadt keine Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende gibt.

Positiv für den Geldbeutel des Landkreises sei auch, dass  das Land Baden-Württemberg zugesagt habe, die Gesamtkosten der Erstunterbringung in den einzelnen Landkreises zunächst für die Jahre 2015 und 2016 komplett zu übernehmen (im Amtsdeutsch nachlaufende Spitzenabrechnung genannt).

Ebenso ein Grund zur Freude sei,  dass er keinen Rückgang der Hilfsbereitschaft durch Ehrenamtliche bei der Betreuung der Flüchtlinge im Kreis Göppingen erlebe, betont Wolfgang Munz.

Aktuelle Zahlen

Nationalitäten Die größte Bevölkerungsgruppe der derzeit im Kreis Göppingen lebenden Asylbewerber machen die Syrer mit 640 Personen aus. Danach folgen die Afghanen (etwa 400) sowie die Iraker (rund 350) Die aktuellen Flüchtlingszahlen sind zudem rund um die Uhr  unter www.landkreis-goeppingen.de unter der Rubrik „Asyl und Flüchtlinge“ auf der Startseite abrufbar.

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