Winzingen als Nabel der Fasnetswelt

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Die insgesamt drei Winzinger Garden legten sich bei den Holzbrockeler Prunksitzungen in Winzingen mächtig ins Zeug.  Foto: 

Als Nabel der Fasnetswelt präsentierten sich die Winzinger Narren am Wochenende bei den 18. Holzprockeler Prunksitzungen. Da verwunderte es nicht, dass Dennis „Donald“ Diwald, der in diesem Jahr sein Moderatoren-Debüt auf der Bühne gab, sich gleich von Anfang an selbstbewusst vors Publikum stellte: „Make Winzinga great again, des wissadr jetzt Leid, des isch mei Ding!“

Auch ohne blonde Föhnfrisur und stilechtem „Stars and Stripes“-Anzug hätte man leicht erraten können, wo der Frontmann mit den drei großen „D“ im Namen sein Gedankengut herhat: „Wenn i mol mei Mauer bau, na kommt koiner mehr illegal nach Winzinga rei.“ Die Winzinger Akteure ließen sich davon nicht beeindrucken und zeigten sich gewohnt weltoffen. „Paul und Paulinchen“ berichteten mit tollem Bühnenbild von ihren Abenteuern auf den Weltmeeren, wie mit der „Costa Salmonella“, auf der Heavy Metal Kreuzfahrt „MS Wacken“, dem Traum aller Singles auf der „MS Paarship“ oder der Fahrt für eingefleischte Veganer auf der „Aida Tofu“.

Und auch das Winzinger Männerballet die „Flammenden Schläppchen“ hatten keine Berührungsängste vor fremden Kulturen – „Hauptsache sexy Stewards an Bord der Schläpplas Air“, betonte Kapitän Hugo. Dass der Flug rund um den Erdball beim russischen Staatsballett mit einer gekonnten Flugfigur quer über die Bühne endete, brachte den Saal zum Kochen. Aber auch die anderen Tanz- und Showeinlagen des Abends wurden reichlich bejubelt: Ganz vorne dran die insgesamt drei Winzinger Garden, die sich mächtig ins Zeug legten und mit ihrem Showtanz „Mädchenabend“ den Männern im Saal kräftig den Kopf verdrehten.

Auch das Männerballett der Donzdorfer Radschellenschläger, die Tanzformation „Gsälzhafhausa“ aus Kuchen und nicht zuletzt die Winzinger Holzbrockeler, die trotz des langsamen Internets in Winzingen in ihrem digitalen Lichtertanz nicht ausgebremst wurden, ließen das Publikum immer wieder Zugaben einfordern. Zwischen den einzelnen Auftritten führte „Trump Junior“ souverän durch so manchen seichten Gag. Doch spätestens mit dem Auftritt der „Lästerhexa“ war es auch damit vorbei – denn nun wurde ganz ohne „Social media“ und „Twitter“ Klartext auf der Bühne geredet: Ob Altersfeuerwehr, der Winzinger Schälripples-Club oder die Qualität des Donzdorfer Radweges – jeder bekam sein Fett ab. Und auch die „Jungsenioritas“ hatten einiges aus dem Dorfleben zu berichten. Es wurde nicht nur die „erotische Nutzfläche“ einer Frau vermessen, auch die Winzinger Männer wurden deutlich in ihre Schranken verwiesen. Und das konnte einer Person des Abends nur recht sein: Die Jungfrau Bernadette, alias Bernd Gmehlich, verteidigte ihre Keuschheit mit hohem verbalem und körperlichem Einsatz und erinnerte sich an Zeiten, an denen „Sex noch eine Zahl unter zehn war.“ Kein geringerer als Pfarrer Carsten Wagner hätte diesen Abend dann so gekonnt abrunden können: Mit geistreichem Witz und feinsinnigem Humor war er es, der die Winzinger schließlich zu Ovationen im Stehen anregte.

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