Im Blinklichter-Theater sucht Alberta nach der Liebe

Seit Jahren ist Wolfgang Messner vom Blinklichter Theater aus St. Leon-Rot Garant für Unterhaltung, auch mit dem Stück „Alberta geht die Liebe suchen“.

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Wolfgang Messner vom Blinklichter Theater ist bei „Alberta geht die Liebe suchen“ der Mann hinter den Puppen. Im Kindertheaterstück lenkt er ihr Schicksal.    Foto: 

Wie erklärt man Kindern, was Liebe ist? Noch schwieriger, wo und wie man sie findet? Laut Duden geht es auch um ein starkes Gefühl des Hingezogenseins. Für Theaterbesucher ab vier Jahren sicher nicht so einfach nachzuvollziehen. Das geht besser, dachte sich wohl Wolfgang Messner und nahm sich Isabel Abedis Buch „Alberta geht die Liebe suchen“ als Vorlage für sein neues Kinderstück. Abermals ein großes Thema, dass der studierte Theaterpädagoge wie in seinen bisherigen Aufführungen – das Blinklichter Theater aus St. Leon-Rot ist fast in jedem Jahr vor Ort – verständlich, kreativ und mit Humor zum Besten gibt.

„Ich habe meine Schatzkiste mitgebracht, wisst ihr, was das ist? Da kann man Kostbarkeiten drin verstauen.“ Der Theaterspieler öffnet einen großen Koffer, in dem lauter Bücher verstaut sind. „Edelsteine“, „Münzen“, „Gold“, rufen ihm die Kinder ihre Schätze zu, worauf Messner schmunzelnd feststellt: „Ihr habt es ja dicke.“ Dann schnappt er sich einige Bücher, hält diese, begleitet von vielen „ich kenn das“, hoch und stellt bei einem Exemplar fest, dass an der abgeknubbelten Ecke wohl Mäuse dran waren. Geschickt eingefädelt, denn neben Feld-, Haus-, Kirchen- und Spitzmäusen gebe es eben auch Lesemäuse, so wie Alberta. Dann beginnt die eigentliche Geschichte oder besser gesagt, der Frühling auf der Blumenwiese. „Was ist Frühling?“, will das kleine Mäusemädchen nach dem Winterschlaf von ihrer Mama wissen. Die erklärt ihrer Tochter, was es mit dem Frühling und den munter werdenden Tieren sowie der erwachenden Liebe auf sich hat. Liebe? Die kennt Alberta noch nicht, was soll das sein? Und weil die Mama so schön davon erzählt, will sie die Liebe unbedingt kennenlernen. Denn wer hätte nicht gerne ein Kribbeln im Bauch oder ein purzelbaumschlagendes Herz?

Langsam baut Wolfgang Messner die Handlung auf, erweckt mit geübten Handgriffen aus Tüchern, Bäumchen, Blumen und sonstigen Requisiten die Natur zum Leben und haucht seinen kuscheligen „Hauptdarstellern“ Leben ein. Toll, wie er mit unterschiedlicher Stimmfarbe in die jeweiligen „Rollen“ schlüpft oder im Schattentheater die Herzen vereinigt. Passende Musikbegleitung und witzige Dialoge wie im echten Leben, besonders zwischen Mama-Maus und Alberta. „Pass auf dich auf, geh nicht auf die Straße, zieh dich warm an und vergiss nicht zu essen“, sorgt sich die Mutter um ihr Kind, dass nun ganz alleine losziehen will, um die Liebe zu suchen. „Mamas nerven nicht, sie sind besorgt“, erklärt dann auch Wolfgang Messner und macht das wie immer so locker, dass die Kinder seine Worte als Selbstverständlichkeit aufnehmen.

Wohl dosiert bezieht er die jungen Zuschauer mit ein und sorgt auf Albertas Reise für einige visuelle Überraschungen. Doch wo kann die Liebe sein? Alberta gibt nicht auf und sucht überall, bis sie nicht nur dem jungen Mäuserich Freddy – sondern auch durch einen tiefen Augenblick am Schluss der Liebe begegnet. Klasse, wie Wolfgang Messner immer wieder Beispiele rund um die Liebe bringt: „Papa, weißt du eigentlich wie lieb ich dich habe? Bis zum letzten Blatt vom Apfelbaum“. Aber auch: „Liebe ist was Schönes, wenn zwei sich küssen oder miteinander schmusen.“ Und ebenso:  „Wenn zwei sich an der Hand halten, ohne Handschuhe.“ Nicht zu vergessen: „Wenn Papa auf der Couch schläft und schnarcht.“ Exzellentes Kindertheater, dass auch Erwachsenen großen Spaß macht.

Termine Auf dem Programm steht am heutigen Donnerstag „Mein Freund Charly“ (ab 4 Jahren), präsentiert vom Theater Sturmvogel. Am Freitag kommt vom theater en miniature „Findus zieht um“ (ab 4 Jahren). Den Abschluss machen am Samstag das Handtaschenmusical „Kopfüber Kopfunter“ (ab 6 Jahren) und am Sonntag „Gans der Bär“ vom Faro Theater (ab 4 Jahren). Alle Veranstaltungen starten um 17 Uhr im Haug-Erkinger-Saal in Rechberghausen

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