Welche Renditen erzielt die Stromnetzgesellschaft?

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So mancher Gemeinderat hätte sich nachträglich in den Hintern beißen können. So jedenfalls klang es, als während der Gemeinderatssitzung am Montag die Ertragsentwicklung der Stromnetzgesellschaft östlicher Schurwald GmbH & Co. KG vorgelegt wurde.

Bürgermeister Karl Vesenmaier präsentierte eine Bilanz, nach der Wäschenbeuren seit 2013 eine Rendite von durchschnittlich knapp unter 30 000 Euro pro Jahr erzielte. Dafür fiel das Geschäftsjahr 2016 mit 58 000 Euro wiederum überdurchschnittlich aus. Aber, so warnte Vesenmaier die Kommunalpolitiker, man müsse wegen der andauernden Niedrigzinsphase in den kommenden Jahren mit geringeren Renditen rechnen. Die bisherigen Renditen bewertete Vesenmaier als „auskömmlich-akzeptabel“.

Rendite nur „auskömmlich“

In die Stromnetzgesellschaft haben neben Wäschenbeuren auch Birenbach, Börtlingen, Rechberg­hausen und jetzt auch Adelberg investiert. Adelberg hat seine Anteile erst kürzlich übernommen. Bisher waren sie von Wäschenbeuren „verwaltet“ worden. Adelberg hatte seinerzeit wegen seiner schlechten finanziellen Lage die Einlage nicht erbringen können, dies aber nach der Sanierung des Haushaltes nachgeholt.

Positiv überrascht vom Ergebnis 2016 zeigte sich CDU-Gemeinderat Peter Baudisch, wenngleich er kritisch anmerkte, dass mit Gründung der Stromnetzgesellschaft Renditen von um acht Prozent in Aussicht gestellt worden seien. Im Laufe der Jahre seien sie jedoch immer geringer geworden: „Jetzt sind wir bei 1,5 Prozent angekommen. Laufen wir in ein Risiko, dass wir auch mal draufzahlen müssen?“

Kritik aus dem Gemeinderat

Das konnte keiner prophezeien, aber Vesenmaier stellte klar: „Wir sitzen im selben Boot wie andere Stromnetzgesellschaften auch. Wenn es jetzt nicht so positiv läuft, bedauern wir das auch.“ Gleichzeitig wies er daraufhin, dass die Rendite keinesfalls auf 1,5 Prozent gefallen sei, und Peter Baudisch korrigierte sich dann wenig später selbst, indem er über die Jahre eine Durchschnittsrendite von mehr als vier Prozent errechnete. Der Anstieg von 5600 Euro auf mehr als 58 000 in den Jahren 2015 auf 2016 erklärte die Verwaltung mit „versteckten Gewinnen“, die nun ausgeschüttet worden seien.

Man habe seinerzeit mehrheitlich die Entscheidung zur Stromnetzgesellschaft getroffen. Daher dürfe es keine Schuldzuweisungen an Einzelne geben, waren sich die Gemeinderäte letztlich einig. Was aber nicht ausschließe, bestimmte Dinge auch mal kritisch zu hinterfragen.

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