Wasser wird zehn Cent pro Kubikmeter teurer

Kuchen erhöht 2015 weder Grund- noch Gewerbesteuer und nimmt auch keinen Kredit auf. Der Wasserzins steigt allerdings um zehn Cent.

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Die Gemeinde Kuchen will mit ihrem Eigenbetrieb Wasserversorgung weiterhin keinen Gewinn machen und dem allgemeinen Gemeindehaushalt für Wasserleitungen unter öffentlichen Straßen und kommunalen Grundstücken keine Konzessionsabgaben berechnen, obwohl dies neuerdings möglich wäre. Die zusätzlichen Einnahmen des Eigenbetriebs kämen dann wie im Fall Bad Ditzenbachs, das seine Satzung vergangene Woche entsprechend geändert hat, dem Kernhaushalt zugute. Weil aber die Betriebskosten gestiegen sind, Kuchen in den vergangenen Jahren viel in die Erneuerung des Leitungsnetzes investiert hat und der Wasserverbrauch zugleich zurückgegangen ist, kam der Gemeinderat nun um einen höheren Wasserzins nicht herum. Vom 1. Januar 2015 an werden 1,96 Euro statt 1,86 Euro pro Kubikmeter fällig.

Die Abwassergebühr bleibt gleich und auch die Grund- und Gewerbesteuer braucht zumindest im kommenden Jahr nicht angehoben zu werden. Das sagte Kämmerer Helmut Schmid, als er am Montagabend dem Gemeinderat die Finanzplanung bis zum Jahr 2018 vorstellte. Der Kernhaushalt bleibe weiterhin schuldenfrei, möglicherweise sei 2015 nicht einmal die geplante Rücklagen-Entnahme nötig. Der Hebesatz für die Grundsteuer B beträgt seit 2006 unverändert 315 Prozentpunkte. Zum Vergleich: In Geislingen liegt der Satz bei 395 Prozent, in Bad Ditzenbach noch bei 360 Prozent, in Wiesensteig sogar bei 495 Prozent. Der Hebesatz für die Gewerbesteuer beträgt in Kuchen seit 1991 unverändert 330 Prozent. Geislingen bringt 395 Prozent in Anschlag, Bad Ditzenbach 360 Prozent, Wiesensteig 395 Prozent.

Haupteinnahmequelle Kuchens bleibt weiterhin die Einkommenssteuer. Im laufenden Jahr bekommt die Gemeinde laut Plan davon einen Anteil von 2.557.500 Euro; 2015 sollten es nach Schmids ursprünglicher Berechnung schon gut 2,8 Millionen Euro sein. Da der Bund vom 1. Januar an jedoch eine kleinere Schlüsselzahl vorgibt, werden daraus wohl rund 2,6 Millionen Euro. "Die Wirtschaft läuft zwar nach wie vor gut, doch sind auch schon wieder erste negative Entwicklungen zu beobachten", stellte Schmid fest.

"Ein äußerst erfreulicher Punkt sind die Zinsaufwendungen von null Euro", erklärte Gemeinderat Andreas Kiene für die CDU-Fraktion. "Besser gehts nicht." Die "vorsichtige Planung" sei angesichts der "sich abzeichnenden Rahmenbedingungen mehr als richtig". Eine Anmerkung galt einem Detail: Bei den Straßensanierungen dürfe Kuchen die Gehwege nicht vergessen. Genau dafür seien 2015 schon 100 000 Euro eingeplant, antwortete Bürgermeister Bernd Rößner.

Auch die Fraktion der Freien Wählervereinigung, deren Stellungnahme Gemeinderat Wolfgang Stegmaier vortrug, übte Kritik nur im Detail: Schadhafte Dichtungen an den Oberlichtern der Ankenhalle müssten sofort ersetzt werden, die fehlende Seilbahn auf dem Spielplatz in den Seewiesen sorge für Unmut in der Bevölkerung. Sehr erfreulich sei der für 2015 geplante Überschuss im Verwaltungshaushalt von mehr als 1,2 Millionen Euro.

Für die SPD-Fraktion sprach Rainer Kruschina: Die Gemeinde müsse sich darauf einstellen, dass sie bald noch mehr Flüchtlinge zugewiesen bekommt. Das sei bereits geschehen, antwortete der Schultes. Weitere Themen Kruschinas waren altengerechte Gebäude und Straßenbeläge sowie das Energiesparen in Anken- und Bahnhofturnhalle.

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