Was sind Gegenstände der Kunst?

Graphische Meisterwerke unter anderem von Paul Klee, Pablo Picasso und Joan Miró sind vom 11. Juli bis 28. September auf Schloss Filseck zu sehen.

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Ein ganzes Jahrhundert Kunsthistorie tut sich auf in einer neuen Ausstellung auf Schloss Filseck, die Graphik von 1905 bis 2000 zeigt. Zu sehen sind in der Ausstellung "Gegenstände der Kunst" Exponate prominenter sowie weniger bekannter Künstler. Bei der Vernissage morgen ab 19.30 Uhr sprechen Thomas Wolf von der Schloss-Filseck-Stiftung der Kreissparkasse Göppingen sowie Wolfram Hosch, Kulturreferent der Stadt Göppingen. Über die reichen Facetten der gezeigten graphischen Werke referiert Werner Meyer, Direktor der Kunsthalle Göppingen.

Was sind die Gegenstände der Kunst? Pablo Picasso zeichnet schwungvoll mit präziser Linie eine Frau im Profil. Sie ist sein Gegenstand. Er radiert danach aufmerksam ihr Porträt und widmet sich damit einer klassischen Gattung der Kunst. Ein Porträt zeigt auch Ernst Ludwig Kirchners Holzschnitt "Strassenszene" von 1914. Doch variiert Kirchner etwas, denn er wechselt den Gegenstand und porträtiert nun nicht den Menschen allein, sondern das Leben in der Stadt. Willi Baumeister spielt wiederum mit der Abstraktion der Formen, wenn er eine Tänzerin (1954) oder einen Läufer (1934) darstellt und dabei auf spannende Weise dieses Mal Bewegungen porträtiert. Figurativ sind auch die Farbsiebdrucke der US-Künstlerin Nancy Spero, die an der documenta X teilgenommen hat. In "Der Akrobat" (1993) oder "Der Vietnamese" (1994) verwandelt sie die Gestalten, die sie wie Bruchstücke auf der Fläche des Blattes verteilt. Andere Themen wie Gewalt, Krieg und die Verletzlichkeit der Person kommen in diesen handgedruckten Blättern zum Ausdruck.

Weitere Gegenstände der Kunst sind Landschaften, die Architektur oder Dinge und Objekte. Erich Heckels Holzschnitt "Stralsund" (1912) steht die Serie der Häuser (1949) des Malers und Lyrikers Werner Held gegenüber, in deren flächigen Formen sich die Eindrücke der Bauten von Berlin spiegeln.

Paul Klees berühmter Seiltänzer (1923) schildert die Wagnisse des Lebens, Picassos "Atelier des Bildhauers" (um 1933) fügt sich in die große Tradition der Atelierbilder, Georges Braque greift in der farbigen Lithographie Hélios II (1946) auf Motive der Mythologie zurück.

Die Frage nach der Komposition stellt Wassily Kandinsky mit seinen Holzschnitten aus der Serie der "Kleinen Welten" (1922). Die Künstler der Avantgarde des 20. Jahrhunderts haben sich wie kaum zuvor in den Künsten der Graphik zugewandt und in gemeinschaftlichen Mappen ihre Experimente und Ideen Blatt für Blatt gesammelt.

Auch die Kunst selbst kann zum Gegenstand der Kunst werden. Ben Vautier, wichtiger Vertreter der Fluxus-Bewegung in den 60ern, reflektiert humorvoll das Machen von Kunst und die Rolle des Künstlers. Die Materialität von Kunst nimmt Günther Uecker in den Blick, der in der Ausstellung mit mehreren Prägedrucken vertreten ist.

Info Öffnungszeiten: Di. bis So. 14-17 Uhr und nach Vereinbarung (bis 28. September)

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