Was kommt nach dem Jahrhundertprojekt

Rund 100 Menschen kamen zur Bürgerversammlung nach Ottenbach. Bürgermeister Oliver Franz will trotz knapper Finanzen einige Straßen sanieren.

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Bürgermeister Oliver Franz schwor die Besucher bei der Bürgerversammlung auf einen Sparkurs ein. Auch kündigte er die Erschließung von Bauplätzen an.  Foto: 

Der Ottenbacher Bürgermeister Oliver Franz freute sich über seine neue Wirkungsstätte: „In einem solchen Haus arbeiten zu dürfen, ist ein Geschenk", lobte er den Rathausneubau. Überhaupt sei die Ortsmitte nicht wiederzuerkennen nach mehrjähriger Sanierung und Umgestaltung, sagte er. Die Bürgerversammlung fand aus zwei Gründen statt: Nach der Neuwahl des Gemeinderats im Mai und dem „Jahrhunderprojekt Neue Ortsmitte“ sei es an der Zeit zu „resetten“.

Die neue Ortsmitte habe einen Großteil der Kräfte beansprucht, nun müsse man darüber nachdenken, wie es weitergehe. Die Bürger, von denen rund 100 zur Bürgerversammlung gekommen waren, wurden aufgefordert zu äußern, wo sie der Schuh drücke, aber auch Wünsche zu nennen. Ergebnisse und Erkenntnisse der Bürgerversammlung sollen in einer Klausurtagung des Gemeinderats in zwei Wochen diskutiert werden.

Franz machte keinen Hehl daraus, dass die finanzielle Situation des Ortes angespannt sei. Die Schulden liegen derzeit bei deutlich über zwei Millionen Euro und sollen in den nächsten Jahren auf unter zwei Millionen gesenkt werden: „Das ist in Stein gemeißelt", stellte Kämmerer Achim Vogt fest.

Allerdings hat die Gemeinde auch 3,7 Millionen Euro in die Sanierung der Ortsmitte investiert. Man habe bisher zwar 1,5 Millionen Euro an Zuschüssen erhalten, aber Restzahlungen stünden noch aus, merkte Franz an. Als man 2010 in finanziell schlechten Zeiten mit dem Umbau der Ortsmitte begann, habe man nicht ahnen können, wann es finanziell wieder bergauf gehe. Positiv merkte Franz an, dass auch von privater Seite fünf Millionen Euro investiert worden seien: „Große Hochachtung für all die, die mitgezogen haben!“

Inzwischen habe das alte Rathaus für einen guten Preis verkauft werden können, sagte der Schultes, der dem einstigen Verwaltungsgebäude im Rückblick seinen Charme bescheinigte, aber auch feststellte: „Als Verwaltungsgebäude war es eben nur bedingt nutzbar." Gleichzeitig sei auch noch der notwendige Umbau des Kindergartens „zum finanziell ungünstigsten Zeitpunkt" erfolgt – aber eben gesetzlich und gesellschaftlich gefordert worden.

Beide Kindergärten seien in Kooperation mit der katholischen Kirche umgekrempelt worden. Es sei nun eine moderne Bildungseinrichtung daraus geworden, die den Eltern sechs Betreuungsangebote zur Auswahl biete. Die Möglichkeit, diese mit Mittagsbetreuung und Essen, Nachmittagsbetreuung und so weiter zu kombinieren, bedinge auch einen Mehraufwand an Personal. Wo früher vier Erzieherinnen ausreichten, seien es jetzt elf Mitarbeiter.

Für die Zukunft steht unter anderem der Straßenbau ganz oben auf der Prioritätenliste. Wenn in den kommenden Jahren der Landkreis die Straße durch den Ort erneuere, könne man sich anschließen und überlegen, was die Gemeinde an verkehrslenkenden und gestalterischen Maßnahmen auf eigene Kosten beitragen möchte. Grundsätzlich seien Straße und Wege sanierungsbedürftig. Der Strudelhofweg sei in einem katastrophalen Zustand. Allein die Baukosten dafür wurden mit 900.000 Euro veranschlagt. Zwar sei die Sanierung zu 50 Prozent für förderwürdig befunden worden, aber man wolle warten, bis der Zuschuss auch bewilligt sei. Und das könne sich bis 2016/17 hinziehen.

Gleichzeitig sei eine Baulandpolitik notwendig für stabile Einwohnerzahlen. Und die seien trotz Neubaugebieten gesunken. Seit 2006 seien in Ottenbach 48 Bauplätze erschlossen und verkauft worden. Derzeit stünden weder Plätze für Wohnbebauung noch für Gewerbe zur Verfügung. Mittelfristig müsse es aber Angebote sowohl für Existenzgründer oder bestehende Betriebe als auch junge Familien geben. Kurzfristiges Ziel sei, bis 2016 weitere Bauplätze zu schaffen.

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