Wanderung rund um den Kornberg

Naturgenuss beim "Sommer der Ver-Führungen": Bei einer Wandertour konnten die Teilnehmer in die Landschaft rund um den Kornberg eintauchen und erfuhren spannende Details über die Umgebung.

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Viel über die Heimat erfuhren die Teinehmer beim "Sommer der Ver-Führungen" auf der Wanderung rund um den Kornberg. Die Tour wurde von Fritz Moll (links) vom Albverein Gruibingen geführt.  Foto: 

. Ausgerüstet mit Wanderstöcken und Rucksäcken fanden sich am Ortseingang von Gruibingen zahlreiche Wanderfans aus dem ganzen Landkreis ein, um an einer spannenden Tour teilzunehmen, die der Albverein Gruibingen initiiert hatte. Fröhlich plaudernd und mit einer großen Portion guter Laune im Wandergepäck marschierte die Wandergruppe über die Kornbergsteige am Mähdlesberg vorbei zum Kornberg. Der Mähdlesberg, der früher nicht bewaldet war und sich im Eigentum der Gemeinde Gruibingen befand, bevor er in Privatbesitz überging, sei einst ein beliebtes Gruibinger Ausflugsziel gewesen, erzählte Fritz Moll, Vorsitzender der Albvereins-Ortsgruppe.

"Dort existierte lange Zeit eine kleine Hütte mit Verkaufsraum und einem Wirtschäftchen", berichtete er den Wanderern. Die erfuhren bei der Wandertour über Stock und Stein auch einiges über die herrliche Landschaft. Zum Beispiel, dass insgesamt fast 190 Hektar Landschaftsfläche im Bereich des Kornbergs als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, wobei hierzu auch viele Wacholderheiden zählen. "Um unsere schöne Landschaft mit ihren vielfältigen Elementen zu erhalten, ist Landschaftspflege unerlässlich", betonte Moll.

Er erläuterte, dass neben Pflegepartnern wie der Weidegemeinschaft Goißatäle oder verschiedenen Schäfern auch die Gruibinger Ortsgruppe des naturverbundenen Vereins hierzu einen Beitrag auf der Gemarkung leiste: "Wir betreiben seit ungefähr 15 Jahren hier Landschaftspflege", so der Chef der Gruibinger Ortsgruppe, die 125 Mitglieder zählt.

Neben drei Heideflächen im Bereich Wiesenberg, Kauzengrund und Möbushäusle pflegen die Vereinsmitglieder mit Freischneidern seit einiger Zeit auch eine Fläche im Bereich Dommelsried. Natürlich nehme die Ortsgruppe noch einige weitere Aufgaben rund um die Themen Wandern, Heimat und Natur wahr, erfuhren die Teilnehmer der Wanderung.

Nach einem kurzen Abstecher zur idyllisch gelegenen Kornberghütte, die von dem gleichnamigen Verein bewirtschaftet wird, führte die Wanderroute weiter über die ehemalige Bertaburg. Wie einigen Wanderteilnehmern bekannt war, trägt dieses nördliche Gebiet des Kornbergs den Namen zu Ehren der Gräfin Berta von Ravenstein, die dem Geschlecht der Staufer entstammte und im 12. Jahrhundert die Stiftskirche "St. Cyriakus" stiftete, die heute eine beeindruckende Sehenswürdigkeit von Bad Boll ist.

Zwar soll auf einem nördlichen Bergsporn des Kornbergs tatsächlich einmal eine Burganlage gestanden haben, welche vermutlich als Fliehburg erbaut worden war, doch heute können Wanderer und Spaziergänger in diesem Bereich des Kornbergs nur noch eine Schutzhütte aus dem Jahr 1960 entdecken. Diese Hütte nahm auch die Wandergruppe unter die Lupe, bevor sich die Wanderer bei leichtem Nieselregen über einen abenteuerlichen Pfad zu ihrem letzten Tour-Ziel aufmachten - dem Schneckenhäusle. Das erste Schneckenhäusle sei von einem Fossiliensammler gebaut worden, der dort auch öfter einmal übernachtet habe, erzählte Moll. "Die alte Hütte war innen und außen mit Schneckenhäuschen, Schwämmen und dergleichen bestückt", berichtete er schmunzelnd. Nachdem die ursprünglich aus den 1920er Jahren stammende Hütte durch Hangwasser zerstört worden war, errichteten tatkräftige Bürger aus Boll und Umgebung in den Wintermonaten von 1996 und 1997 ein neues Schneckenhäusle, das auch allen Wanderern offen steht.

Bei einer Pause mit erfrischenden Getränken und knusprigen Brezeln verweilten die Wanderfans einige Zeit bei dem idyllischen Plätzchen im Bad Boller Wald. Danach ging es zurück nach Gruibingen. Fritz Moll gab dabei noch viele Infos zum Ausbau der A8 und zum Zwischenangriffsstollen im örtlichen Umpfental für den Bau der Schnellbahntrasse.

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