Wahlserie (4/6): Die Grünen-Kandidaten bei Facebook

Wahlkampf heißt längst nicht mehr nur plakatieren und ins Wirtshaus einladen: Immer mehr spielt sich im Internet und vor allem auf Facebook ab. Wir haben die Profile der Kandidaten besucht - heute: die Grünen.

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  • Grünen-Kandidat Alexander Maier findet Facebook-Kommentare "stellenweise unterhaltsam". 1/2
    Grünen-Kandidat Alexander Maier findet Facebook-Kommentare "stellenweise unterhaltsam".
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    Eckhart Klein meint über Facbook: "Einfach machen!" Foto: 
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Regelmäßig versorgt der Göppinger Kandidat der Grünen, Alexander Maier, seine 990 Freunde mit neuesten Informationen bei Facebook. So hat er unlängst das Wahlprogramm seiner Partei verlinkt und geht ansonsten keiner Diskussion auch mit politischen Gegnern aus dem Weg. Selbst, wenn das Niveau mancher Kritiker noch tiefer sinkt als die Umfragewerte des Koalitionspartners SPD, nimmt er sich Zeit für eine Antwort. "Aber ein Gutes hat das Ganze die SPD und die Grünen werden die ersten sein denen der Gar ausgemacht wird", schreibt einer - "stellenweise unterhaltsam", befindet Maier.

Nach dem Fernsehduell der Spitzenkandidaten Winfried Kretschmann (Grüne) und Guido Wolf (CDU) verlinkte Maier einen Zeitungsartikel, der aufzeigt, wie mit falschen Zahlen hantiert wurde. "Hoffentlich besinnt sich die CDU im Wahlkampf wieder darauf, ehrlich zu argumentieren", kommentiert der Göppinger Kandidat - was eine größere Diskussion auslöst. Der Tenor reicht von, die Grünen sollten sich "an die eigene Nase fassen" bis hin zu "Lieber Alex, ganz genau!".

Eigens zur Wahl hat der Geislinger Grünen-Kandidat Eckhart Klein neben seinem privaten Profil eine Seite eingerichtet: "Eckhart Klein, Landtagskandidat" heißt sie, 153 Personen gefällt sie. Täglich postet der Grüne hier teils mehrfach und berichtet von Terminen oder Veranstaltungen, verlinkt Zeitungsartikel oder Fernsehbeiträge und das Parteiprogramm. So kommentiert er die verspätete Veröffentlichung des für den Landkreis wichtigen Bundesverkehrswegeplans: "Dobrindt (CSU) verschiebt erneut . . . Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Bundesverkehrsminister den Bürgern vor den drei Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt keinen reinen Wein einschenken möchte."

Neben der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner - auch der AfD - wirft er einen Blick auf die Wirtschaft im Landkreis, lobt einen Mittelständler aus Zell u. A., der Lastwagen mit Elektroantrieb ausstattet: "Nicht ,merr sott, und merr könnt' sondern einfach machen!" Nachdenklich kommentiert er den Angriff von 200 Neonazis, die ein Stadtviertel in Leipzig verwüsteten: "Die Verrohung in Teilen der Gesellschaft steigt. Ich mag mir die hektischen politischen Reaktionen gar nicht vorstellen, wenn ein Migrantenmob eine ähnliche Spur der Verwüstung in einer beliebigen Stadt gezogen hätte."

Facebook-Profile im Blick

Serie Vor der Landtagswahl wirft die NWZ einen Blick auf die Facebook-Seiten von jeweils sechs Kandidaten in den Wahlkreisen Göppingen und Geislingen. Um Manipulationen vorzubeugen und alle Kandidaten in die gleiche Ausgangslage zu versetzen, war der Stichtag der 1. Februar, 18 Uhr. Alle späteren Einträge auf den Seiten wurden nicht berücksichtigt. Die sechs Folgen der Serie erscheinen in alphabetischer Reihenfolge: AfD, CDU, FDP, Grüne, Linke, SPD.

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