Vortrag über Pilzkunde: Wertvolle Tipps für Pilzsammler

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Beim Vortrag wurden mitgebrachte Pilze bestimmt. Die Erkenntnis: Manche Pilze sehen harmlos aus, sind aber tödlich.  Foto: 

Auf einem moosbedeckten Tisch liegen saisonale Pilze der unterschiedlichsten Gattungen aus: Braune, weiße, lila und rote Pilze liegen da bereit zur Bestimmung – manche kann man getrost verspeisen, andere wirken tödlich.

Willy de Wit, Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) ist der Experte, der die Pilze bestimmen kann und weiß, welche genießbar und welche giftig sind. Im Rahmen eines VHS-Vortrages zur „Einführung in die Pilzkunde“ hatte er nach Wäschenbeuren eingeladen. Über 30 Personen aus Nah und Fern folgten der Einladung und kamen in die Wäschenbeurener Bücherei, um sich in die Pilzkunde einführen zu lassen.

„Wichtig ist, dass Sie das sammeln, was Sie zu hundert Prozent bestimmen können, dabei geht es nicht um volle Körbe und schon gar nicht um eine große Anzahl der Artenkenntnis“, so de Wit in seiner Einführung.

Ziel des Vortrages sei, dass die nötige Sicherheit und der Respekt vor den Pilzen gewonnen werden, so der Pilzexperte. Auch einige tödliche Exemplare  hatte der Sachverständige als Anschauungsobjekte gesammelt und mitgebracht. „Berühren darf man eigentlich alle, aber das Kontaktgift sollte nicht über die Schleimhäute, wie den Mund oder die Nase, aufgenommen werden“, warnt der Referent.

Anhand der ausgelegten Pilze wurden wichtige Erkennungsmerkmale besprochen. „Po­wer-Bücher, Apps und ähnliche Angebote“ mit nur wenig aufgezeigten Erkennungsmerkmalen fanden bei de Wit keine Anerkennung. Er warne ausdrücklich vor dieser Art der Information. Sein Tipp: lieber einen Sachverständigen zu Rate ziehen.

Im zweiten Teil des Vortrages ging es ans Bestimmen der Pilze: Heimische Gift-und Speisepilze setzen eine Artenkenntnis voraus, so de Wit. „Einen Giftpilz erkennt man weder an Farbe noch Geruch noch dessen Lebensweise.“ Der Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) führt bei nicht rechtzeitiger Gegenmaßnahme wegen seiner „thermolabilen Amatoxin- und Phallotoxin-Gifte“ zum Tode.

Noch heimtückischer sei der Spitzbuckelige Raukopf (Cortinarius rubellus): Das Nierengift Orellanin wirkt erst nach einer Latenzzeit von drei bis 17 Tagen. Dieser Pilz sei „klein, hübsch und gefährlich, wie viele Giftpilze in unserer Heimat“, so de Wit.

Am morgigen Samstag sowie am Samstag, 14. Oktober, geht es für die Teilnehmer ins Marbachtal, um sich bei einer Exkursion ein Bild der Artenvielfalt im Reich der Pilze zu machen. Die Führungen sind ausgebucht.

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