Vorstellung vom Heizen mit Eis

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Mit Eis heizen, das klingt erst einmal mehr als ungewöhnlich. Es geht um das Prinzip der  intelligenten Wärmespeicher und um Nutzung der Kristallisationsenergie von Wasser. Für eine Präsentation lud der Geschäftsführer Eduard Freiheit Vertreter aus regionalen Wirtschafts- und Produktionsunternehmen in die Räumlichkeiten seiner Freiheit-Consulting GmbH ein. Dies geschah in Kooperation mit einem in Zell unter Aichelberg ansässigen Werkzeugproduzenten, der Ortlieb Precision Company. Durch die Nachbarschaft beider Firmen lag es nahe, den Interessenten anhand des Beispiels von Ortlieb eine Eisheizung schmackhaft zu machen.

Zu Beginn der Veranstaltung informierte die Industrie- und Handelskammer Stuttgart die Besucher über Lage und Chancen der deutschen Energiewende. „Energieeffizienz ist bei den meisten Unternehmen auf dem ersten Platz“, so Gernot Imgart, Geschäftsführer der IHK-Bezirkskammer Göppingen.

Anregungen zu einer Beratung gab neben der Freiheit Consulting GmbH auch die Kompetenzstelle Energieeffizienz Region Stuttgart, kurz KEFF. Sie ist eine unabhängige externe Beratungsstelle, die sich um Unternehmensanliegen kümmert. „Die Sensibilisierung, die wir machen wollen, ist unser höchstes Gut“, bemerkte Dominik Seck, Mitarbeiter der Energieagentur Göppingen.

Aber wie heizt man jetzt mit Eis? Um dies zu verstehen, muss man sich ein geschlossenes System vorstellen. Herz der Anlage ist ein ein Meter tiefes Wasserreservoir, das von besonders dichtem Beton ummantelt und isoliert wird. Durch das Reservoir fließen Leitungen mit einem sich leicht verflüchtigenden Gas, etwa Propan, durch. Das flüssige Gas entzieht dem Wasserspeicher thermische Energie, wird dabei gasförmig und gleichzeitig sehr heiß, während sich das Wasser immer weiter abkühlt und im Prozess irgendwann zu Eis wird.

Die Hitze des Gases gelangt über einen Wärmetauscher in das Heizungssystem, wodurch es wieder in flüssigen Zustand abkühlt. Da das Eis irgendwann so kalt ist, dass es keine Wärmeenergie mehr abgeben kann, muss es durch Solarthermie oder die anfallende Hitze aus den Produktions- und Kühlanlagen eines Betriebes wieder erwärmt werden. Der sowieso schon verbrauchte Strom wird also auch genutzt.

Der Neubau von Ortlieb sei ein Vorbild für intelligente Wärmespeicherung. Mittlerweile gibt es viele staatliche Förderprogramme, von denen Ortlieb seit dem Planungsbeginn 2010 noch nicht profitieren konnte. Geschäftsführer Dieter Simpfendörfer dazu: „Die Revolution verschlingt ihre Kinder.“ Max Schniepp

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