Vorerst keine neuen Whiteboards

Die Stadt hat in den vergangenen zwei Jahren über 400 000 Euro für Whiteboards und andere technische Neuerungen an ihren Schulen ausgegeben. Weitere geplante Anschaffungen legt sie aber auf Eis.

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Whiteboards, wie auf diesem Bild zu sehen, ermöglichen einen interaktiven Unterricht.  Foto: 

Die Schulen in Ebersbach müssen erst einmal ohne weitere neue digitale Geräte für den Unterricht auskommen. Der Ausschuss für bürgerschaftliches Engagement stellte am Dienstagabend die Entscheidung über die Freigabe von 170 000 Euro zurück. Das Geld ist vorgesehen für die Anschaffung von weiteren digitalen Tafeln – sogenannten Whiteboards – und von Tablets in den kommenden Jahren.

Mit der Vertagung des Beschlusses folgten die Stadträte der Empfehlung von Bürgermeister Eberhard Keller und Kämmerer Oliver Marzian – obwohl alle Fraktionen grundsätzlich für eine Freigabe der Summe sind. „Wir sollten tunlichst alles vermeiden, was als Vorhabenbeginn gewertet werden kann“, hatte ersterer gewarnt. Sobald das Land oder der Bund Wind davon bekämen, dass die Stadt ihren Medienentwicklungsplan weiter umsetze, könne das eine mögliche Förderung gefährden. „Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich ihnen nicht empfehlen, auf Fördermittel zu verzichten“, sprang Marzian dem Bürgermeister bei.

Der Kämmerer rechnet damit bis zur Verabschiedung des Haushalts im kommenden Februar Gewissheit zu haben, ob Mittel vom Bund oder Land für die digitale Aufrüstung der Schulen in absehbarer Zeit fließen. Bislang warten die Kommunen vergeblich auf ihren Anteil von den fünf Milliarden Euro, die ihnen Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) vor einem Jahr für eben diesen Zweck versprochen hat.

Die Zuversicht des Kämmerers teilt der Rektor der Hardtschule nicht. „Ich bin überzeugt, dass die Gelder vom Bund nicht vor 2020 fließen“, sagte er. Aus diesem Grund bitte er die Stadträte, „was gerade in Gang gekommen ist, nicht zu stoppen“. Mit seinem Appell meinte der Schulleiter die Umsetzung des Medienentwicklungsplans der Stadt Ebersbach. Der Leitfaden bildet die Grundlage dafür, die Schulen bis zum Jahr 2020 mit den digitalen Instru­menten auszustatten, die für den Unterricht heutzutage und in der nahen Zukunft nötig sind.

Einen großen Teil des Medienentwicklungsplans hat die Stadt schon umgesetzt. In den vergangenen zwei Jahren zahle sie allen Schulen insgesamt rund 450 000 Euro aus für neue Computer, Whiteboards oder eine Verbesserung der technischen Infrastruktur. „Was sie hier in Ebersbach haben, ist ein sehr gutes Niveau“, sagte Jochen Wizemann vom Kreismedienzentrum.

Die Ausgaben der vergangenen Jahre dürften trotzdem nur ein Klacks sein gegenüber dem, was auf die Stadt finanziell noch zukommt. Wie die Verwaltung in der Vorlage für die Sitzung schreibt, rechnen die kommunalen Landesverbände damit, dass es rund 18 000 Euro kostet, ein Klassenzimmer mit drahtlosem Internet (WLAN) auszurüsten. Die Modellrechnung berücksichtigt das Verlegen und Einrichten der Technik sowie Präsentationsmittel wie Whiteboards. Für einen Klassensatz Tablets veranschlagen die Kommunen rund 30 000 Euro. Beide Posten gelten als Grundvoraussetzung für den Unterricht in den kommenden Jahren, sagte Wizemann.

Whiteboard sind im Raichberg-Schulzentrum schon Bestandteil des Unterrichts. „Wir haben viele Kollegen, die auf den Einsatz brennen“, sagte der Rektor des Gymnasiums, Martin Jung. In seinem Haus und dem seiner Kollegin von der Realschule, Gerlinde Mak-Troche, sind jeweils drei Klassenzimmer noch nicht mit den Tafeln ausgestattet. Auf das Geld für die zwischen 7000 und 8000 Euro teuren Geräte hatten beide Schulleiter gehofft und sich am Dienstag dafür stark gemacht. Durch die Entscheidung des Ausschusses müssen sie sich aber noch in Geduld üben.

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