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Motorflugzeug bleibt bei Jungfernflug hängen

Ein Motorflugzeug ist gestern bei Heiningen notgelandet und von Kfz-Mechanikern aus dem Acker gezogen worden. Beim Startversuch überschlug sich die Maschine. Die Piloten blieben unverletzt.

JÜRGEN SCHÄFER | 0 Meinungen

Ein bisschen viel Pech hatten am Donnerstag zwei Piloten, die den ersten schönen Wintertag seit langem für einen Flug übers Land nutzen wollten. Zwei Stunden waren sie schon in der Luft, als sie bei Heiningen herunter mussten. Grund: Der Sprit war ihnen ausgegangen. Vielleicht mangels Erfahrung mit dem Motor. Ihre Maschine war nagelneu, es war der Jungfernflug. Notgelandet sind sie auf der Hochfläche Richtung Jebenhausen. Nur wenige Kilometer trennten sie von dem kleinen Flugplatz Bezgenriet.

Die Gestrandeten wussten sich zu helfen. Sie besorgten sich Benzin und klopften dann bei der Kfz-Werkstatt Rapke an, die am nächsten lag. Mechaniker Ali Sarikaya und Azubi Keo Labitzke staunten nicht schlecht, dass sie ein Flugzeug aus dem Acker ziehen sollten. Aber kein Thema für gestandene Mechaniker. "Mit dem Landrover sind wir raus", sagt Sarikaya, "der kommt überall durch". Sie fanden den einmotorigen Flieger, der zehn Meter Spannweite hat, 100 bis 200 Meter weit in einem Acker.

Am Vorderrad haben sie die Maschine an den Haken genommen und ohne Probleme rausgezogen. Sie wiegt nur 400 Kilo, haben die Mechaniker erfahren, weit weniger als ein Auto. Eine halbe Stunde dauerte die Aktion freilich schon.

Und dann sollte es weitergehen. Die Piloten, so berichtet Labitzke, nahmen den nächsten Feldweg als Startbahn. Der erste Versuch scheiterte, die Maschine bekam nicht genug Schwung. Die Piloten brachen ab und wendeten, standen also wieder in Richtung Ort. Dann ein hoffnungsvoller Moment: Die Maschine konnte gut durchziehen, hob auch ab, kam aber nicht richtig vom Boden weg und schrammte mit dem linken Vorderrad wieder in den Acker. Dramatische Sekunden: Das Vorderrad verhakte sich, die Maschine überschlug sich. "Das war ein Schreck", erzählt Labitzke. Zum Glück sei den Piloten nichts passiert. Die hatten nur den Schaden zu beklagen. Und das hieß: Totalschaden an einer neuen Maschine. Der Propeller war geschreddert. Der eine habe sich ziemlich aufgeregt, der andere blieb ganz relaxed, erzählt Labitzke.

Binnen Stunden wurde die Maschine offenbar wieder abtransportiert. Die Piloten verschwanden so unauffällig wie sie gekommen waren. Woher und wohin - auch die Mechaniker wissen es nicht.

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