Erst Tunnel, dann Brücken

Der Zeitplan für den Albaufstieg der Schnellbahntrasse steht: Im Herbst 2013 wird an drei Stellen mit dem Bau der Tunnel begonnen. Ein Jahr später werden die Pfeiler der beiden Filstalbrücken betoniert.

THOMAS HEHN |

Bei einem Gespräch im Gruibinger Rathaus hat Projektleiter Matthias Breidenstein gestern die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden erstmals über Details beim Bau des Albaufstiegs der Schnellbahntrasse informiert. Nachdem einige Vorarbeiten bereits angelaufen sind (erst vor einigen Tagen ist ein auf der Trasse liegender Aussiedlerhof bei Weilheim abgerissen worden) sollen die Arbeiten für den Tunnelbau noch im Februar ausgeschrieben und dann Ende des Jahres vergeben werden. Im ersten Halbjahr 2013 sollen die Baustellen eingerichtet und schließlich im Herbst 2013 mit dem Tunnelvortrieb begonnen werden.

Dabei geht es für die beiden parallelen Tunnelröhren an drei Stellen gleichzeitig in den Berg: Vom Portal Weilheim aufwärts, von Hohenstadt aus abwärts und vom Zwischenangriff "Umpfental" bei Gruibingen in beide Richtungen. Nach einer Bauzeit von vier Jahren sollen der 8,8 Kilometer lange Boßlertunnel aus Richtung Aichelberg und der 4,8 Kilometer lange Steinbühltunnel von Hohenstadt her in 85 Metern Höhe über dem Täle bei Mühlhausen wieder aus dem Berg kommen.

Der Bau der beiden 530 Meter langen Brücken für jede Fahrtrichtung über das Obere Filstal beginnt rund ein Jahr später im Herbst 2014. Hintergrund bilden aufwendige Vorarbeiten: Bevor die Brückenpfeiler betoniert werden können, will die Bahn zunächst verschiedene "Probebohrpfähle" setzen lassen, um die Tragfähigkeit des Talgrundes für das geplante Brückenbauwerk zu ermitteln. Allein für diese Vorarbeiten zur Statik haben die Ingenieure bei der Bahn ein ganzes Jahr veranschlagt. Mit dem Betonieren von Pfeilern und Widerlagern der Brücken wird somit erst im dritten Quartal 2014 begonnen. Projektleiter Breidenstein zufolge soll die Brücke noch weiter verschlankt werden als bisher geplant, um das Bauwerk so landschaftsverträglich wie möglich zu gestalten.

Eine große Sorge der betroffenen Gemeinden bildet der mit dem rund zwei Milliarden teuren Albaufstieg verbundene Baustellenverkehr. Schließlich müssen allein im Verlauf des über vier Jahre andauernden Tunnelbaus insgesamt 4,3 Millionen Kubikmeter Gestein abtransportiert werden. Breidenstein hat den Bürgermeistern von Mühlhausen, Wiesensteig, Gruibingen, Drackenstein und Hohenstadt gestern versichert, die Bahn werde in der Ausschreibung ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Baufirmen beim An- und Abtransport nur das überörtliche Verkehrsnetz benützen dürfen. Breidenstein gab aber im gleichen Atemzug zu bedenken, dass diese Vorgabe "juristisch eine diffizile Geschichte" sei.

Das Fazit der vier Bürgermeister nach dem gut zweieinhalb Stunden dauernden Gespräch im Gruibinger Rathaus war durchweg positiv: "Ich habe den Eindruck, dass der neue Projektleiter sich um unsere Anliegen kümmert und es ernst meint. Das war vorher nicht unbedingt der Fall", sagte Hohenstadts Bürgermeister Günter Riebort. Gruibingens Schultes Roland Schweikert kann sich auch vorstellen warum: "Mit dem Wirbel um Stuttgart 21 hat die Bahn schon genug öffentliches Interesse - ich glaube nicht, dass man hier bei uns ein neues Fass aufmachen will."

Info Bis die ersten Hochgeschwindigkeitszüge über die Schnellbahnstrecke fahren, dauert es noch über ein Jahrzehnt. Virtuell kann man aber schon heute in den ICE einsteigen: Im Internet gibt es eine Simulation der Fahrt von Ulm nach Wendlingen: www.youtube.com/watch?v=rbM0RtOXmxI

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