Vom Unterricht zum Protest

Die Viertklässler aus Gussenstadt sind im Rahmen des Projekts "Zeitung in der Schule" zu engagierten Schützern der Wale geworden.

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Wale sind faszinierende Geschöpfe - kein Wunder, dass sich die Zisch-Reporter aus Gussenstadt für ihren Schutz einsetzen. Foto: Archiv

In unserem Deutschbuch sind wir im Laufe des Schuljahres zum Thema Wale gekommen. Gleich die erste Seite zu diesem Thema hat uns ziemlich betroffen gemacht: dort war zu sehen, wie ein Wal gefangen wurde. Da haben wir beschlossen, uns näher zu informieren und Briefe mit Fragen an verschiedene Organisationen zu schicken. Aber wohin sollten wir unsere Briefe schicken? Wer kümmert sich um den Schutz der Wale? Wer tötet Wale?

Nach einer ausführlichen Internetsuche entschieden wir uns für drei Adressen:

Greenpeace Deutschland als Organisation, die sich sehr für den Schutz der Wale einsetzt.

Die Internationale Walfangkommission mit Sitz in England, die 1982 das Walfangverbot beschlossen hat.

Das Norwegische Fischereiministerium in Oslo als zuständige Behörde für den norwegischen Walfang.

In kleinen Gruppen überlegten wir uns dann die Briefinhalte. Greenpeace lobten wir für ihren Einsatz in Sachen Walschutz und stellten noch Fragen bezüglich ihrer Aktionen zum Schutz der Wale und was wir Kinder tun können, damit es, wenn wir erwachsen sind, auch noch Wale gibt. Vom Norwegischen Fischereiministerium wollten wir wissen, warum es in der heutigen Zeit überhaupt noch nötig ist Wale zu töten, obwohl es doch genügend andere Lebensmittel gibt. Von der Internationalen Walfangkommission wollten wir wissen, warum einige Länder, trotz Verbots, immer noch Wale fangen und warum diese Länder nicht bestraft werden.

Von allen drei Organisationen bekamen wir Antwortbriefe. Das hat uns wirklich sehr gefreut, da auch das Interesse und der Protest von uns Kindern ernst genommen wird. Greenpeace hat uns viel Informationsmaterial zugesendet (vielen Dank an Greenpeace für das Bildmaterial, das wir hier auf der Seite verwenden dürfen), das Norwegische Fischereiministerium hat unsere Fragen beantwortet und den Walfang als alte Tradition begründet (wir finden ihn aber trotzdem immer noch blöd) und die Internationale Walfangkommission hat ebenfalls unsere Fragen beantwortet (leider haben sie nicht das Recht zur Bestrafung).

Wir hoffen, dass der Protest von uns die Erwachsenen nachdenklich macht und vielleicht auch etwas verändert.

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Kommentare

19.07.2012 09:37 Uhr

Wale als Beifang in Fischernetzen? Das ist mir tatsächlich neu.

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19.07.2012 09:32 Uhr

Wir nennen ihn den „Blauen Planeten“,

aber nur 1,3% der Weltmeere stehen unter Schutz – und auch das großteils nur auf dem Papier. Bei näherem Hinsehen findet man heraus, dass tatsächlich weniger als 0,1 % zu strikten Schutzzonen erklärt sind.
Jeden Tag sterben Wale und Delfine durch Schiffskollisionen, zunehmenden Unterwasserlärm, Ölkatastrophen, als Beifang in Fischernetzen und in manchen Fällen sogar an Nahrungsknappheit. Der Klimawandel könnte die Situation noch verschlimmern.
64% der Weltmeere und ein Großteil der Lebensräume von Walen und Delfinen liegen auf hoher See - außerhalb des Rechtsbereiches von Einzelstaaten. Doch hier gibt es nur sehr wenige Schutzgebiete – nämlich 5.

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19.07.2012 08:41 Uhr

Frau Witt: Auch Pflanzen sind Lebewesen - wieso gilt für diese

denn der reklamierte Schutz nicht?

Dann dürften die Eltern den Kindern doch besser gar nichts mehr zu essen geben?!

Schauen Sie mal nach Stuttgart, dort haben die Protestler wegen der abgeholzten Pflanzen sogar einen Trauerzug veranstaltet und für jeden Baum ein Kreuz aufgestellt.

Der Mensch als vernünftiges Wesen sollte also einsichtig genug sein, sich im Interesse der Fauna und Flora einfach von der Erde zu verpfeifen?!

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19.07.2012 08:16 Uhr

Kinder an die Macht

Es freut mich sehr, dass sich die Kids für den Tierschutz engagieren und sich über die wunderbaren Meeresbewohner Gedanken machen. Viele erwachsene Menschen hinterfragen gar nichts und nehmen alles wie es ist.
Wenn die Eltern doch immer ehrlich zu ihrem Nachwuchs wären, würden viele von ihnen auch kein Fleisch und Fisch mehr essen oder in Zoos und Zirkusse gehen. Kinder sind noch nicht so abgestumpft und empfinden Empathie gegenüber allen Lebewesen. Super Aktion der Viertklässler!!

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