Vollsperrung: Arbeiter erneuern Straße ab Nassachmühle

Zehn Jahre früher als geplant erneuert das Land die Straße durchs Nassachtal. Die vorgezogene Sanierung geht auf das Konto einer Bürgerinitiative. Während der Arbeiten wird der Verkehr umgeleitet.

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Gleich nach dem Ortsausgang von Nassachmühle ebnen und verdichten Arbeiter den Boden für einen neuen Straßenbelag. Weiter nördlich sind die Männer schon weiter und verlegen Drainagen neben der geplanten Strecke.  Foto: 

Ortsfremde Autofahrer werden in diesem Sommer im Nassachtal nicht froh. Spätestens am Ortsausgang von Nassachmühle müssen Unwissende ihr Fahrzeug wenden. Aus dem Remstal Kommende leiten Schilder ab Baiereck über Büchenbronn nach Ebersbach ins Filstal.

Die Menschen aus dem "Tal der Frohen" fahren den Umweg dagegen gern: "Wir nehmen ihn dankend in Kauf", sagt Georg Heidle. Er gehört zu einer Bürgerinitiative mit rund 600 Mitgliedern, die seit etwa acht Jahren für die Erneuerung der Landesstraße kämpft. Den Wunsch der Bürger erfüllen Arbeiter seit Juni auf dem letzten noch nicht sanierten Abschnitt zwischen Nassachmühle und Nassach. Kostenpunkt: Rund 1,8 Millionen Euro.

Das Stück neuer Straße sollten die Einwohner ursprünglich erst in zehn Jahren bekommen. "Es sollte frühestens 2025 weitergehen", berichtet Eberhard Hottenroth. Dem Ortsvorsteher für das Tal und Diegelsberg zufolge hat das Land auf Drängen der Bürgerinitiative die Straße seit sechs Jahren in zwei Abschnitten erneuert. "Wir gingen davon aus, dass es nahtlos mit dem Bauabschnitt Süd weitergeht", sagt Hottenroth. Bei einer Informationsveranstaltung habe die Bürgerinitiative aber Vertretern des Ministeriums für Verkehr- und Infrastruktur das Versprechen abgerungen, dass die Bagger schon 2015 anrücken.

"Ohne eine gemeinsame Anstrengung wäre da gar nichts gelaufen, weil die Straße einfach nicht die Bedeutung hat, die sie für eine schnellere Sanierung braucht", sagt Hottenroth. Ihm zufolge fahren etwa 3000 Fahrzeuge jeden Tag durch das Tal - zu wenig, um rasch die Zusage für eine Erneuerung zu bekommen. Die Hartnäckigkeit der Bürgerinitiative und die Unterstützung des Gemeinderats aus Uhingen sowie anderer Befürworter aus dem Kreis habe zum Erfolg geführt.

Auf der Baustelle kommen die Arbeiter bisher gut voran. "Sie liegen im Zeitplan", bestätigt Heidle. In den vergangenen vier Wochen trugen die Männer die alte Straße auf dem eineinhalb Kilometer langen Abschnitt ab und entfernten die Rohre und Leitungen im Boden. Die Schneise durch das Tal haben die Männer verbreitert, denn neben die 5,5 Meter breite Straße kommt ein neuer zwei Meter breiter Weg für Radfahrer und Fußgänger. Die Route führt parallel zur Straße auf einer neuen Brücke über die Nassach. Bauwerk und Strecke sollen Ende Oktober fertig sein.

Ob die Arbeiter diese Frist einhalten können, hängt von den Überraschungen auf der Baustelle ab. Eine unerwartete Entdeckung haben die Männer schon gemacht: Unter und neben der alten Straße legten sie Rohre frei, die das Wasser aus insgesamt 16 Quellen zusammenführen und ins Filstal leiten. "Das war nicht vorherzusehen", sagt Georg Heidle.

Auf eine andere Aufgabe konnten sich die Arbeiter dagegen einstellen. Auf einem sumpfigen Bereich mussten sie einen stabilen Damm errichten. Laut Hottenroth gruben die Männer 4,5 Meter in die Tiefe, bis sie auf trockene Schichten trafen und schütteten das Loch mit 1200 Tonnen Schotter zu.

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