Volles Haus braucht neue Lüftung

|
Im Gammelshäuser Gemeindehaus herrscht immer Leben. Viel los war neulich beim Kreativmarkt von Gemeinde und Volkshochschule.  Foto: 

Es ist der Mittelpunkt von Gammelshausen. Das Gemeindehaus ist Heimat von Vereinen, Festsaal und Veranstaltungsraum, auch von auswärts kommen viele Gäste. Aber das Haus ist in die Jahre gekommen. Die Lüftung stammt noch aus den 70er-Jahren und hat teilweise irreparable Mängel, sagt Bürgermeister Daniel Kohl. Man muss sie auch noch von Hand regeln. Das geht heute anders, und die neue kann noch mehr: sie hat Wärmerückgewinnung. Die Durchströmung, sagen die Techniker, wird variabel, so dass doppelt Energie gespart wird.

Es ist noch mehr zu tun. Leitungen müssen gedämmt werden. An manchen Stellen sind alte Heizungs- und Wasserrohre so verschachtelt verbaut, dass man nicht an ebenso alte Brandschutzklappen herankommt, sagt Kohl. Letztere müssen gleich mit ersetzt werden, weil sie asbesthaltig seien. „Dringend“, nennt Kohl die Sanierung. „Die Tüv-Berichte sprechen Bände.“

Das hat die Gemeinde schon letztes Jahr vorbereitet. Da waren auch schon Zuschüsse bewilligt, ohne die es nicht geht. Erfreuliches ergab die Ausschreibung: Die Kosten liegen bei 132 000 Euro, fast 30 000 weniger als erwartet. Damit wird sich auch der Anteil der Gemeinde deutlich verringern, sagt Kohl. Der lag bei 64 000 Euro. 

Letztes Jahr wurde es nichts mehr. Da waren die Handwerker ausgelastet, und Vorlauf brauchte auch die Gemeinde, weil ihre gute Stube stark frequentiert ist. So zielte Bürgermeister Kohl auf den Juni, wenn Pfingstferien sind. „Da haben wir glücklicherweise kein Ausfälle“, sagt der Schultes. Mit vier Wochen hofft man hinzukommen, als Puffer werden mal sechs Wochen freigehalten, vom 29. Mai bis zum 7. Juli. Auf die Sommerferien wollte der Schultes nicht gehen, weil man da keine Handwerker kriege.

 Während des Umbaus können die Vereine, die im Gemeindehaus ihren Sitz haben, auf den Saal im Feuerwehrhaus ausweichen. Der Kegelverein macht einfach Pause. Seine Saison ist dann zu Ende. Und der Kirchenchor geht nach Dürnau. „Wir sind froh, dass wir es haben“, sagt der Schultes. Für Gammelshausen ist das Gemeindehaus der Festsaal. Er wird für alle möglichen Anlässe gebraucht, von der Bürgerversammlung bis zur Feier der Gemeindepartnerschaft mit Brigels.

Apropos: Beim Besuch von Jugendlichen aus der Graubündener Partnergemeinde im vorigen Mai war das Gemeindehaus auch Schlafsaal. Und Kinosaal. Die Gäste kuckten abends DVD auf Großleinwand. Der Wintergarten war ihr Frühstückscafé. Der ergänzt die Kapazitäten für kleinere und größere Gesellschaften.

Das Gemeindehaus wird für ­alles Mögliche gebucht, von Firmen, Veranstaltern und Privatleuten. Die Förster aus dem Kreis treffen sich hier zur Fortbildung. Demnächst bietet die Volkshochschule einen Vortragsabend über den Himalaya. Wohlgemerkt: die Volkshochschule für den ganzen Raum Bad Boll plus Heiningen wählt Gammelshausen als zentralen Ort.

Hier fand auch schon ein Infoabend fürs ganze Voralbgebiet statt, als die Vergabe der Stromkonzession in den einzelnen ­Gemeinden anstand. Der Schul- und Kindergartenverband von Gammelshausen und Dürnau tagt hier, wenn Gammelshausen Gastgeber ist.

Flohmärkte und Kinderkleiderbasare breiten hier ihre Schätze aus, die Bürgerenergiegenossenschaft Voralb/Schurwald hielt schon ihre Generalversammlung ab, und dieser Tage strömten die Leute zum Kreativmarkt von Gemeinde und Volkshochschule. „Das Haus ist immer voll“, strahlt der Schultes. Familienfeste gibt es natürlich auch. Eine Hochzeitsfeier war die erste Veranstaltung im frisch erweiterten Haus am 4. Mai 2003.

Ausgebaut 41 Jahre hat das Gemeindehaus von Gammelshausen schon auf dem Buckel – allerdings nur im Kern. Es wurde in den Jahren 2002/03  für 1,5 Millionen Euro umgebaut und erweitert, auch die Außenanlagen bekamen ein neues Gesicht. Vereine und Bürger packten mit an. Auslöser für den Ausbau war die nicht mehr standardgemäße Anlage des Kegelvereins, der in hohen Ligen spielt. Der damalige Bürgermeister Hans-Peter Zaunseder zum frisch ausgebauten Haus: „Der Stolz des ganzen Dorfes.“

Größe Das Haus hat eine gute Größe, sagt Bürgermeister Daniel Kohl. Nicht groß wie eine Turnhalle, aber groß genug für Konzerte oder Kleinkunst bis zu 250 Gästen. Bei Tischbestuhlung, etwa für Seniorennachmittage, sind es 170 Plätze.  Kabarettist Klaus Birk oder Mundartautor Bernd Merkle hatten hier schon ihr Publikum.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Züge stehen still und Fahrgäste werden schlecht informiert

Donnerstagmorgen hatten es Bahnreisende schwer. So mancher Fahrgast, der im Filstal in einem Zug saß, musste lange auf eine Weiterfahrt warten. Die Probleme gibt es allerdings schon länger. weiter lesen