Viel Arbeit vor der ersten Ausfahrt

Die Ulmer Eisenbahnfreunde bereiten sich auf die Saisoneröffnung vor: Derzeit wird eine Diesellok für die fällige Hauptuntersuchung zerlegt.

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Bei Minustemperaturen warten die Eisenbahnfreunde die Dampflok für die Saisoneröffnung. Foto: Ernst Häge

In zwei Monaten eröffnet die Schmalspurstrecke zwischen Amstetten und Oppingen wieder den Betrieb. Bis dahin hat die Sektion der Ulmer Eisenbahnfreunde alle Hände voll zu tun: die Loks und der Bahnkörper müssen gewartet werden.

Zum Besitz der Ulmer Eisenbahnfreunde gehört seit drei Jahren auch eine historische Diesellok aus dem Jahr 1957. Sie wurde von der Appenzeller Bahn in der Schweiz erworben. Derzeit wird die Lok zerlegt, um sie für die Hauptuntersuchung vorzubereiten. Zunächst wurden die Achsen und Bremsen überholt.

Die Arbeiten werden am Wochenende in der Werkstatthalle in Amstetten bei Minustemperaturen durchgeführt. Die ehrenamtlichen Mitglieder überprüfen die Lok auf Herz und Nieren, damit später alles betriebssicher und funktionstüchtig ist. Der technische Leiter Peter Schumacher schätzt, dass bislang an die 1000 Stunden an der Diesellok gearbeitet wurde. Im kommenden Jahr soll sie dann erstmals über die Alb fahren können. Mit ihren 100 Pferdestärken (PS) hat sie dann ganz ordentlich zu ziehen, wenn es bergauf nach Oppingen geht.

Das Prunkstück der Ulmer Eisenbahnfreunde, Sektion Schmalspurbahn Oppingen, ist die Dampflok 99 7203 aus dem Jahr 1904. Zur Saisoneröffnung am 1. Mai fährt die Dampflok wieder auf die Albhochfläche. An der Lok fehlt aber noch ein Puffer, die Bremsanlage ist ausgebaut, die elektrische Anlage durchgeprüft und das Fahrwerk vermessen. Im Innern des Rahmens sind noch Einschüsse aus den Kriegsjahren zu sehen, die vermutlich von Tiefflieger-Angriffen stammen. Derzeit wird die Dampflok wieder zusammengebaut. Abgenommen wird die Lok vom zuständigen Eisenbahnbetriebsleiter - der Termin ist Ende April, rechtzeitig vor der Saisoneröffnung.

Neben der Instandsetzung der Lokomotiven hält der Verein seit zehn Jahren den Bahnkörper in Ordnung. Betriebsleiter Heiner Biro erläutert die Arbeitsweise: "Wir erneuern jeden Winter die Schwellen. Da kommt der Oberbau runter. Dann wird planiert und gerüttelt und alles wieder neu aufgebaut." In diesem Winter haben die Eisenbahnfreunde allerdings mit den Schneemassen zu kämpfen. Die Schienen sind zwar vom Bahnkörper abmontiert, aber die Schwellen liegen noch im tiefen Schnee. "Sobald der Schienenstrang vom Schnee befreit ist, heißt es mit Vollgas an die Arbeit", gibt Biro die Marschroute vor. Für den Betriebsleiter lohnt sich der ganze Aufwand. Schließlich liefen die Fahrten zwischen Amstetten und Oppingen bislang unfallfrei ab. Zu den Höhepunkten auf der sechs Kilometer langen Strecke gehören die Hochzeitszüge ("Hochzeit unter Dampf"), die Kartoffelfeste mit den Nellinger Vereinen und die Nikolausfahrten.

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