Beten bringt verschwundenen Kater Pitschi nicht zurück

Kater Pitschi von Marlene Holz aus Donzdorf war nach dem Urlaub der Besitzerin aus dem Katzenschutz verschwunden.

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So sieht Pitschi nicht aus – doch von der verschwundenen Katze gibt es kein Foto.  Foto: 

Wo ist Pitschi? Diese Frage stellt sich Marlene Holz aus Donzdorf schon seit Wochen. Am 28. April hat sie ihren Kater beim Katzenschutz in Donzdorf abgegeben, damit das Tier während ihres  Urlaubs versorgt wird. Als sie Pitschi am 4. Mai wieder abholen wollte, war er verschwunden. „Da hieß es, er sei momentan nicht auffindbar“, berichtet Holz. Bis jetzt hat sich daran nichts geändert.

Carl Friedrich Giese ist der Vorsitzende des Katzenschutz Göppingen-Donzdorf und er ist zerknirscht. „Das ist eine längere Geschichte“, meint er und räumt ein: „Wir haben das vergeigt.“ Er betont aber auch, das Pitschi keineswegs verschwunden sei: „Die Katze von der Frau Holz ist in unserem Gehege.“

Der Kater sei im Urlaubsraum des Tierheims gewesen, als Giese und ein Mitarbeiter dort mit Reparaturarbeiten beschäftigt waren. Sie mussten ein Gitter verschieben – und Pitschi ergriff die Chance. Das Tier entwich ins Freigehege, wo derzeit zwischen 110 und 120 Katzen leben. Giese beteuert: „Ich kann nur sagen, dass es uns furchtbar leid tut, wir können es aber leider nicht rückgängig machen.“

Das Problem: Pitschi ist braun getigert. „Wir haben Dutzende brauner Tiger“, sagt Giese. Deshalb sei es schwierig, den richtigen zu finden. Zumal der Kater von Marlene Holz weder einen Chip noch eine Tätowierung habe, die Identifizierung sich also mühsam gestalte. Giese vermutet, dass sich das Tier tagsüber verstecke und nur nachts umherstreife. Der Donzdorferin seien auch schon braun getigerte Kater gezeigt worden, doch seien es die falschen Tiere gewesen.

Die Katzenbesitzerin drückt sich anders aus. „Die wollten mir irgendwelche anderen Kater unterjubeln, damit sie aus dem Schneider sind“, empört sie sich. Sogar die Polizei hat sie schon in das Tierheim geschickt, die konnte Pitschi auch nicht finden. Hier kommt Sankt Antonius ins Spiel. Der Schutzheilige all derer, die etwas verloren haben, wird im Volksmund auch schon mal „Schlampertoni“ genannt. „Eine Mitarbeiterin vom Katzenschutz hat zu mir gesagt, ich soll doch zum Heiligen Antonius beten, der würde mir helfen.“ Hat er natürlich nicht getan, Pitschi ist noch immer verschwunden.

„Da wird man nur vertröstet von einer Woche auf die nächste“, meint Holz. „Es ist eine Katastrophe.“ Zum Tierheimleiter habe sie gesagt: „Ich habe das Gefühl, hier draußen läuft einiges schief.“ Das habe der abgestritten. Giese wiederum wundert sich, warum der Kater nicht angelaufen kommt, wenn er die Stimme von Frauchen hört. „Anscheinend ist das Verhältnis zwischen Frau Holz und der Katze nicht so innig – sie kommt ja nie angerannt.“ Er betont aber nochmals: „Die Katze ist mit Sicherheit bei uns.“

Er bekräftigt auch, dass der Zaun ausbruchsicher sei: „Zu 99 Prozent kann sie aus dem Gehege nicht raus. Und wenn, dann wäre sie ja die 500 Meter Luftlinie nach Hause gelaufen.“ Dort ist Pitschi aber nie aufgetaucht. Deshalb vermutet Holz, dass ihrem Kater beim Katzenschutz etwas passiert ist – „was natürlich völliger Blödsinn ist“, kontert Giese.

Er hat jetzt eine Wildkamera aufgehängt und hofft, das Tier nachts vor die Linse zu bekommen. „Wir arbeiten dran und tun alles Mögliche – aber ich kann ihn auch nicht herzaubern.“ Wo zaubern und beten nicht mehr helfen, hat auch Marlene Holz resigniert: „Die Hoffnung habe ich schon nach zwei oder drei Wochen nicht mehr gehabt.“ 

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