Verkehr rollt auf neuer Trasse Vor 25 Jahren wurde der neue Albaufstieg der A 8 am Aichelberg eröffnet

Der berüchtigte Albaufstieg der A 8 am Aichelberg hat ausgedient: Am 8. Juli 1990 wird die erste Fahrbahn der neuen Strecke freigegeben, Ende des Jahres sollte die ganze Trasse fertig und übergeben sein.

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Die Autos am Aichelberg rollen auf der Autobahn über die neue Trasse. Doch im Juli 1990 ist für den Verkehr nur eine der Fahrbahnen mit vier Spuren befahrbar.  Foto: 

. Ein völlig neues Fahrgefühl hatten die Autofahrer am 8. Juli 1990 am Aichelberg: Der Verkehr rollte nun auf der 8,2 Kilometer langen Neubaustrecke - zwar noch verengt auf eine Fahrbahn, aber dafür schon auf der neuen Trasse. Vorläufig wurde die Neubaustrecke lediglich als Umfahrung für die Baustelle genutzt. Ende 1990 sollte die neue, fast 200 Millionen Mark teure Trasse fertiggestellt und übergeben sein. Die Strecke hatte Spitzenbelastungen von bis zu 67 000 Fahrzeugen in 24 Stunden zu verkraften. Den ganzen Juli über berichtete die NWZ damals regelmäßig über die neue Situation am Aichelberg.

Seit 1985 waren die ersten Vorarbeiten im Gange. In den damaligen Herbstmonaten kreischten rund um den Aichelberg die Kreissägen. Denn der neuen Trasse standen etwa 30 000 Bäume im Weg. Während der rund fünfjährigen Bauzeit musste ein ganzer Bergrücken abgegraben und umgeschichtet werden, um die Steigung von 7 auf 5,3 Prozent reduzieren zu können. Dabei wurden geologisch interessante Gesteinsschichten angegraben.

Allein das Stuttgarter Naturkundemuseum kam dank der Bauarbeiten in den Besitz von 25 000 verschiedenen Versteinerungen.

Wo sich der Berg befand, lag jetzt, bis zu 40 Meter unter dem früheren Geländeniveau, die Autobahn. Unten im Albvorland veränderte ein gewaltiger Erddamm die Landschaft. Er ersetzte den altersschwach gewordenen Viadukt und rückte zudem die Straße weiter von der Gemeinde Aichelberg weg. Brückenbauwerke wie Maustobel- und Franzosenschlucht-Viadukt oder die Grünbrücke waren Teile der neuen Autobahn. Daneben wurde bereits mit dem Rückbau der alten Straße begonnen, die bis Ende 1991 fast ganz verschwunden sein sollte.

Was sonst noch geschah . . .

7. Juli 1990: Die Diskussion um die explodierten Kosten beim geplanten Erweiterungsbau des Göppinger Landratsamts ist Stadtgespräch. Alleine 1,3 Millionen Mark sind der üblichen Kostensteigerung im Bauwesen seit dem Beginn der Planung 1988 geschuldet.

10. Juli 1965: Der Stadtteil Ursenwang bekommt ein katholisches Gemeindezentrum. Die Planungen sehen einen 36 Meter hohen, freistehenden Glockenturm und eine sternförmige Kirche vor, dazu soll es einen Gemeindesaal mit Kindergarten und ein Pfarrhaus geben.

10. Juli 1990: Deutschland feiert den dritten Fußballweltmeister-Titel - und in Geislingen endet eine Feier tödlich. Mit überhöhter Geschwindigkeit prallt ein Auto mit vier feiernden Insassen aus Böhmenkirch auf einen Schildermast: drei Schwerverletzte und ein Toter.

SWP

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