Bad Boller Vereinsgelände kommt zu Ehren

Die internationale Schwabenschau für Deutsche Schäferhunde ist von Aichelberg ins Vereinsgelände nach Bad Boll umgezogen. Die Züchterwelt fühlt sich dort wohl.

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Schwabenschau im Grünen: Ein Bild vom letzten Jahr am Vereinsgelände des Schäferhundevereins Bad Boll.  Foto: 

Groß geworden ist die Schwabenschau des Schäferhundevereins Bad Boll in Aichelberg. Dort hatte sie all die Jahre ihre Bühne auf dem Sportplatz. Mancher Hundezüchter  hielt diesen Sportplatz auch für das Vereingelände, verrät die Schriftführerin Renate Rieker. Weil die Abkürzung SV für Sportverein auch für den Schäferhundeverein passt.

Im letzten Jahr machte die Ortsgruppe Bad Boll des Vereins für Deutsche Schäferhunde dann einen Schnitt und holte die Schwabenschau nach Hause. Ins Vereinsgelände bei Bad Boll Richtung Bezgenriet, das im Grünen liegt und mit schöner Aussicht aufwarten kann. „Von der Terrasse aus sieht man die drei Kaiserberge“, schwärmt die Schriftführerin. Nicht nur deshalb habe es den Gästen bei der Premiere an Fronleichnam letztes Jahr gefallen. Sie hörte das Lob: „So familiär, das haben wir schon lange nicht mehr gesehen.“

Auch die Logistik passt. Aussteller haben kurze Wege, parken kann man direkt am Vereinsgelände, für die Bewirtung ist es leichter. Und es zahlt sich aus, dass der Verein vor zehn Jahren ein neues Vereinsheim gebaut hat. Da passen 40 Leute rein. Gemütlich ist es auch.

So geht die Schwabenschau jetzt in ihr 17. Jahr. Für die Sonderschau für Deutsche Schäferhunde an Fronleichnam sind 70  Hunde angemeldet. Es waren schon mehr. Im letzten Jahr 80 und in Spitzenjahren sogar das Doppelte. Aber für heutige Verhältnisse ist das viel, klärt Renate Rieker auf. Dieser Tage habe ein ganzer Landesverband des Schäferhundevereins bei einer Zuchtschau 60 Hunde gehabt, wo früher 200 und 250 kamen. Die hätten sogar einem Richter wieder absagen müssen. 70 Hunde, mehr als eine Landesschau, sind da schon ein „großes Glück“, verdeutlicht Rieker.

Die Ortsgruppe ist freilich auch eine Hochburg, Bad Boll hat einen guten Namen in Züchterkreisen, und bis heute hat sich der Kniff bewährt, auf den Fronleichnamstag zu gehen. In ganz Deutschland gibt es nach wie vor keine Konkurrenzveranstaltung. So weiß es die altgediente Schriftführerin und Organisatorin.

Was sich geändert hat: Renate Rieker muss den Gästen nicht mehr Zimmer in Hotels vermitteln. „Die Leute buchen im Internet“, sagt sie. Geblieben ist das Management rund um die Anmeldungen. Anmeldungen entgegennehmen, Bewertungskarten vorbereiten, einen Katalog aufstellen. Anmeldungen gingen seit letzter Woche ein. In der Nacht zum Montag hat dann einer buchstäblich fünf vor zwölf angerufen, erzählt Renate Rieker.

Der Katalog ist in Arbeit. Gestern wurde kopiert wie verrückt, heute wird im Vereinsheim getackert. Die Hecken sind geschnitten, der Rasen gemäht. An Fronleichnam geht’s für die 16 Helfer gleich frühmorgens um sechs los. Um 8 Uhr ist Einlass, ab 9 Uhr werden die Hunde vorgeführt. Stolz ist der Verein, dass er den Bundeszuchtwart Lothar Quoll aus Bayern aufbieten kann. Er ist zusammen mit Albrecht Woerner aus Württemberg Richter der Sonderschau in Bad Boll. 

Pokal Ein Pokalwettkampf am Mittwoch ab 17 Uhr bis in die Nacht hinein geht der Schwabenschau voraus. 15 bis 18 Teilnehmer lassen ihre Hunde auf Leistung beurteilen. Da geht es um Unterordnung und Schutzdienst. Bei der Schwabenschau zählt die Anatomie.

International Für die große Schau an Fronleichnam sind 70 Hunde aus sieben europäischen Ländern gemeldet: aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Serbien, Slowenien und Italien. Die Eigentümer sind unter anderem aus Übersee – Kanada und USA.   

Vorsitz Neuer Vereins­chef ist Steffen Straub aus Bad Boll. Er ist Vereinsmitglied von klein auf, sein Vater hat den Zwinger vom Badsee begründet. Straub nimmt selbst an der Schwabenschau teil. Er hat schon einen achten Platz bei einer Weltmeisterschaft geholt.

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