Bei der Tanzgarde Wäschenbeuren steht der Spaß im Vordergrund

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Locker leicht in den Spagat: Die Tänzerinnen der Tanzgarde Wäschenbeuren beim wöchentlichen Training. Foto: Werner Schmidt  Foto: 

Let‘s Dance“ ist die Moti­vation, die Mitglieder der Tanzgarde Wäschenbeuren antreibt. Seit 2007 ist die Garde ein eingetragener Verein. Getanzt wird aber schon seit Jahrzehnten.

Katrin Stegmaier ist die Vor­sitzende und auch Choreografin der Tanzgarde, die sich wiederum gliedert in die „Gardezwerge“ und die „Aktiven“. Wobei die „Gardezwerge“ zwischen 8 und 15 Jahre alt sind. Alle, die altersmäßig ­darüber liegen, gehören zu den „Aktiven“. Wobei der Begriff täuscht. Er bezeichnet diejenigen, die tanzen und auftreten. Hinter den Kulissen gibt es natürlich noch eine Menge anderer aktiver Mitglieder.

Seit 40 Jahren gebe es die „Tanzgarde“ schon, sagte Katrin Stegmaier. Damals sei sie noch dem Liederkranz angegliedert gewesen, aus dem heraus sie sich auch gebildet habe. Einige Mitglieder des Liederkranzes wollten neue Wege beschreiten. Damals sei noch nach der Musik des Fan­farenzuges der Feuerwehr getanzt worden. Im Übrigen habe ein Mann vor 40 Jahren die Garde gegründet: Nämlich Harry ­Hirsekorn.

Inzwischen hat sich viel ge­ändert. Nicht nur die Musik, darunter auch Pop, sondern auch, dass die „Garde“ ein eigener Verein ist. Und das Alter der Tänzerinnen wurde gesenkt: „Vor zwölf Jahren war das Tanzen erst ab 18 erlaubt“, erinnert sich Stegmaier bei der Probe im Gymnastikraum im Keller der Wäschenbeurer Stauferschule.

Auch die Zahl der „Aktiven“ ist begrenzt auf 13 Mädchen. Okay, manchmal sind auch Jungs dabei, aber eher selten. Die Zahl 13 hat nun nichts mit esoterischem Hinter­grund zu tun, sondern ist ganz und gar pragmatisch: „Wir haben nur 13 Kostüme.“ Die werden von der Garde gestellt und je nach Bedarf umgenäht, ausgelassen, mit Abnäher versehen. Jacke, Rock, Unterrock, Spitzenhöschen – „wenn die Beine mal hoch fliegen“ – und Stiefel, stellt der Verein. Nur die Strumpfhosen müssen sich die Tänzerinnen selbst besorgen. „Mehr als 13 auf der Bühne – das geht auch nicht.“

„Uns geht es um den Spaß, ein wenig Party am Fasching und gute Laune“, berichtet die 30-jährige Stegmaier. Ihr Mann sei so überhaupt kein Faschingstyp: „Ich weiß gar nicht, ob der mich mal hat tanzen sehen“, fragt sie sich. Dabei ist sie schon seit 2004 bei der Garde, hat dann 2010 eigens eine Trainerausbildung beim Schwäbischen Turnerbund mit Schwerpunkt Gardetanz absolviert. Sie tanzt aber auch außerhalb der Garde gerne: „Lange Zeit habe ich Standard getanzt.“ Inzwischen habe sie sich „voll und ganz der Tanzgarde verschrieben“.

Im Gymnastikraum fliegen die Beine der Tänzerinnen hoch. Sie gehen in den Spagat, dass es allein vom Hinsehen in den Ober­schenkeln zieht. Und immer wieder dieselben Schritte, die die ­Trainerin mit einigen übt. Dabei treten Garde und „Gardezwerge“ nicht nur zu Fasching auf. Wenngleich die Saison vom 6. Januar bis Aschermittwoch geht.

Es wird auch außerhalb getanzt. Wer mag, kann die Garde auch zu Geburtstagen und Hochzeiten ­buchen. Dazu komme noch Showtanz – man ist eindeutig nicht auf die fünfte Jahreszeit abonniert. Aber auf den Weihnachtsmarkt in Rechberghausen. Dort wird zwar nicht getanzt, aber ein Stand aufgebaut, um mit Glühwein und ­Leckereien die Vereinskasse aufzubessern. Damit geht‘s dann einmal in der Saison für Kinder und Aktive ins Trainingswochenende außerhalb von Wäschenbeuren. Dieses Jahr sind sie im Schul- und Bildungszentrum in Bartholomä (Ostalbkreis) gebucht.

Dabei tritt die Garde auch ­international auf: Für diese Saison haben sie eine Einladung in die Schweiz nach Bonaduz in Graubünden. „Stückli setza“ heißt es dort, aber Tanzgarden wie in Deutschland seien bei den ­Eidgenossen unbekannt. So importiert die Schweiz offenbar ein Stück karnevalistische Exotik.

Im März wird das zehnjährige Bestehen der Garde gefeiert mit einem Tanzgardenfest, zu dem die Garden aus der näheren und weiteren Umgebung eingeladen ­werden.

Training Die Tanzgarde trainiert wöchentlich jeweils etwa eineinhalb Stunden. Das Alter der „Aktiven“ Tänzerinnen liegt zwischen 16 und 30 Jahren.

Preis Erfolge der Garde: Vor zwei Jahren belegten die Wäschenbeurer „Gardezwerge“ beim Dance-Festival in Rechberghausen den dritten Platz.

Info Der Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft in der Tanzgarde liegt derzeit bei 30 Euro. Weitere Info gibt es unter ­
www.tanzgarde­-wäschenbeuren.de.

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