Ungeahnter Lichterglanz in der Ortsmitte

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Am unteren „Tor“ zur Heininger Ortsmitte: Die Kurve bis hoch zum Rathausplatz soll eine besondere Beleuchtung bekommen. Im Hintergrund links das Rathaus, rechts das Alte Schulhaus.  Foto: 

Mit Licht kann man unglaublich viel machen: Darauf stimmt Bürgermeister Norbert Aufrecht seine Gemeinderäte schon seit einiger Zeit ein. Jetzt liegt ein Konzept vor, genauer: Ein Grundgedanke, der noch ausgestaltet werden muss. „Wir sind noch ganz am Anfang“, sagt Ingenieur Johannes Keppler von einem Lichtstudio, das in Zürich, Hannover oder Stuttgart unterwegs ist, aber auch in kleinen Orten groß geworden sei.

Er eröffnete den Räten einen neuen Blick auf ihre Ortsmitte. Sie sei ein „Kuchenstück“, wenn man die Kurve um das Rathaus zwischen der Bäckerei Max und der Apotheke betrachtet. Ein Bogen, der auf einen Fluchtpunkt hinterm Rathaus bezogen werden und so auch inszeniert werden kann. Wenn man nämlich nur an der Außenkurve Lampenmasten setzt und die Straße zum Fluchtpunkt hin mit Leitungen überspannt, an denen man beliebig Lampen befestigen kann. Nicht über das Rathaus drüber, sondern zwischen den Häusern. Man bekäme ein fächerartiges Netz und könnte auch den neuen Rathausplatz überspannen, ebenso das „Tor“ zur Ortsmitte an der Bäckerei Max.

Natürlich: es ginge auch ganz normal, mit Lampenmasten an beiden Straßenseiten. Aber das Netz gefällt nicht nur dem Schultes, der darin etwas Individuelles und Besonderes sieht. Er habe gar nicht an ein Überspannen gedacht und kennt auch kein Beispiel.  Keppler berichtet, seine Firma habe schon einiges an Überspannungen gebaut, bespielsweise im Ruhrpott.

Es hätte auch seinen Mehrwert. Das Starenfest, so man es wieder in die Ortsmitte holt, ließe sich mit sternenhaften Lichtpunkten beleuchten, etwa in Blau, der Farbe Heiningens, sagt Aufrecht. Dieter Nemec (SPD) kam auf die Idee, ob man über die Seile eine Plane hängen kann, dann wäre das Starenfest wetterfest. „Da würde Ihnen Ihr Budget um die Ohren fliegen“, lautete Kepplers Antwort. Und klein ist das nicht. 230 000 Euro sind genannt für die Illuminierung von 200 Metern „Kuchenstück“. Matthias Kreuzinger (CDU) stockt da der Atem. Das sei keine Pflicht, sondern die absolute Kür, „wir müssen ein bissle aufs Geld schauen“. Aber er sagt auch: „weitermachen“.

Interessant findet Claudia Schlürmann (Frauenliste) das Überspannen. Sie ist oft in Frankreich und sieht dort farbige Lampen – auch etwas für Heiningen? Keppler würde nicht mit Farbe spielen, außer beim Starenfest, das sei ein zu starker Auftritt. „Es könnte schnell ins Kitschige gehen.“ Aus dem gleichen Grund will er auch das Rathaus nicht mit allen Erkerchen ausleuchten. Sondern mit Sockellichtern, die an den Simsen Schatten werfen. Anstrahlen würde er den Mauerbogen an der oberen Straßenkante und den Treppenaufgang zum künftigen Anbau. Beleuchtung der Bäume, Beleuchtung des Brunnens zur Hofstraße – Claudia Schlürmann fände das alles gut. Ilona Habdank (Frauenliste): „Dass es schön aussieht, steht ­außer Frage.“ Doris Röhm (Frauenliste) wünscht sich die Einbeziehung von altem Schulhaus und Kirche, Michael Frei (Bürgerliste) fragt nach der Beleuchtung des Lempenauplatzes. „Kann man das Licht dimmen, nicht dass es Anwohner blendet?“ erkundigte sich Kirsten Lorenz (Frauenliste). Schon, aber man brauche auch die Lux für die Straßenbeleuchtung, sagt Keppler. Da gelten Vorschriften, auch wenn es vorher dunkler war. Geklärt werden muss ein kritischer Punkt, den Rolf Reick (Freie Wähler) ausgemacht hat: Die Feuerwehr müsse notfalls mit Drehleiter ans Rathaus – geht das mit der Überspannung?

Baufirma Die Baufirma HSE mit Sitz in Kernen wird die Ortsdurchfahrt Heiningen im nächsten Jahr sanieren. Sie war  mit 1,58 Millionen Euro günstigste Bieterin – 130 000 Euro weniger als erwartet. „Keine Preisrakete nach oben“, freut sich Bürgermeister Norbert Aufrecht. Der Auftrag war umkämpft, sagt Planer Manfred Bauch. Vier Firmen unterboten den Preisanschlag. Das Land gibt 800 000 Euro für die Sanierung seiner Straße.

Bauzeit Losgehen soll es Anfang April. Die Baufirma wird bis zum Jahresende brauchen, weil auch im Unterbau einiges zu richten ist, so Bauch.

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