Umgehungsstraße: Süßen hofft auf Halbierung des Verkehrs im Ortskern

Die Ortsumgehung von Süßen wurde am Sonntag offiziell freigegeben, aber nur für Radfahrer. Ab Montagvormittag können auch Autos auf die neue B 466.

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Die Trommlergruppe, neben dem Leiter Tibor Schneider alles Mädchen, gab bei der Eröffnung den Rhythmus vor.  Foto: 

Von der „deutschlandweit ersten Schnellstraße für Radfahrer“, hat der Süßener Stadtrat Udo Rössler (SPD) am Sonntag beim Rad-Aktionstag gesprochen. Das Privileg für Radfahrer galt nur einen Tag, heute dürfen ab etwa 9 Uhr Autos und Lastwagen auf den neuen  Abschnitt der B 466.  Dann ist Stuttgart direkt an Lauterstein angebunden. Wer auf B 10 und B 466 fährt, muss durch keine andere Ortsdurchfahrt mehr. Während die Landeshaupstädter das 2,1 Kilometer lange Straßenstück eher kalt lassen wird, ist die Ortsumgehung von Süßen für die Lautertäler ein große Sache. Mussten sie sich doch bisher im  Berufsverkehr durch Süßen quälen. Andererseits wird in Lauterstein und Böhmenkirch aber befürchtet, dass die B 466 jetzt als Ausweichstrecke weiter  an Attraktivität gewinnt.

Der wahre Gewinner der neuen Straße, die den Bund 12,7 Millionen Euro gekostet hat, wird aber Süßen sein. Das machten alle Redner deutlich. Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Norbert Barthle (CDU), sprach von einem Freudentag. Er schloss dabei auch die vielen Radfahrer und E-Bike-Fahrer ein, die am Rad-Aktionstag teilgenommen haben: „Fast alle mit Helm.“ Für die Region sei es ein historischer Tag. Lange habe man die Belastungen von Stau,  Lärm und Abgasen hinnehmen müssen. Wenn sich in Süßen der Verkehr halbiere, erhöhe dies die Lebensqualität.

Laut Barthle seien moderne Verkehrsverbindungen von zentraler Bedeutung für Deutschland. Der Staatssekretär befasste sich auch mit dem Satz, dass neue Straßen Verkehr anziehen: „Das sollen sie auch. Wir wollen, dass der Verkehr auf leistungsfähigen Strecken gebündelt wird, damit Ortsdurchfahrten entlastet werden.“  Er sprach das Investitionsprogramm für die nächsten 15 Jahre an. Das Land erhalte 282 Millionen Euro im Jahr. Er forderte die Landesvertreter auf, Baureife herzustellen: „Dann fließt auch Geld.“

Fürs Land sprachen Andreas Hollatz, Leiter der Abteilung Straßenbau im Regierungspräsidium, sowie Regierungspräsident Wolfgang Reimer. Verkehrsminister Winfried Hermann hatte kurzfristig aus privaten Gründen abgesagt. Die Bedeutung der Mobilität fürs Land betonte der Regierungspräsident. Allerdings stoße man an Grenzen. Dies zeigten die Probleme mit der Luftreinhaltung in Stuttgart. Der Zustand in Süßen sei nicht mehr tragbar gewesen. In einem dicht besiedelten Land sei aber der Straßenbau nicht immer einfach: „Die unterschiedlichen Interessen müssen abgewogen werden.“

Baden-Württemberg schneide im Bundesverkehrswegeplan gut ab. Man werde die Planung schnell entscheidungsreif machen, kündigte Reimer an. Hollatz hatte bereits betont, dass das Land jetzt genügend Personal zur Verfügung stelle, um die Investitionen bewältigen zu können.

Für Süßen beginne eine neue Zeitrechnung, meinte Landrat Edgar Wolff. Er betonte das Interesse des Kreises am Weiterbau der B 10. Er freue sich, dass in einem Jahr die Freigabe des nächsten Abschnitts gefeiert werden könne. Es gelte die Belastung zurückzunehmen.

„Die langen Autokolonnen gehören der Vergangenheit an“, freute sich Bürgermeister Marc Kersting. Süßen werde um etwa 15.000 Fahrzeuge entlastet, darunter 5000 Lastwagen. Man könne nun das durch Bundesstraßen geteilte Süßen wieder zusammenführen.

Der Verkehr aus dem und in Richtung Lautertal muss sich gleich an die neue Straße gewöhnen. Weil der Anschluss an die alte B 466 noch ein Provisorium ist, wird die Donzdorfer Straße bis Anfang  Dezember gesperrt. Wer also von Donzdorf zum Bahnhof Süßen will, muss vorerst über die neue B 466 fahren.

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Kommentare

26.09.2016 12:23 Uhr

B466

ein Bild bzw. Karte von der neuen Situation B10/B466 wäre informativ gewesen!

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