Uhingen muss Kredite aufnehmen

Bereits den zweiten Haushaltsentwurf nach den Regeln der Doppik hat Uhingens Kämmerin Kathrin Strobel vorgelegt. Er birgt Herausforderungen.

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Die Umstellung auf das neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR) war arbeitsintensiv, und es hat seine Tücken. Nach dem Prinzip der Gerechtigkeit zwischen den Generationen stelle die Erwirtschaftung der Abschreibungen eines der wichtigsten Ziele dar, erläuterte Kathrin Strobel in ihrer Haushaltsrede im Uhinger Gemeinderat: "Somit muss die Generation, welche die Ressourcen verbraucht, die Mittel hierfür auch erwirtschaften."

Doch das ist leichter gesagt als getan. Unter diesen Voraussetzungen einen ausgeglichenen Haushalt zu erwirtschaften, ist nicht einfach. Für 2016 gelingt es laut Entwurf nicht. Das ordentliche Ergebnis liegt demnach bei minus 1,2 Millionen Euro. Nach Berücksichtigung außerordentlicher Erträge aus Grundstückserlösen von rund 819.000 Euro liegt das Gesamtergebnis bei minus 350.000 Euro. Die noch ausstehende Eröffnungsbilanz kündigte die Kämmerin für Dezember an.

Uhingen, so bemerkte sie, werde mit 6,2 Millionen Euro Kreisumlage 420.000 Euro mehr zahlen als im laufenden Jahr, obwohl der Hebesatz gleich geblieben sei: "Der Landkreis bekommt wegen der guten Uhinger Steuerkraft mehr als notwendig von uns", stellte sie fest.

Im Endeffekt könne Uhingen nur 53 Prozent des Ressourcenverbrauchs erwirtschaften, unter Einbeziehung des Sonderergebnisses seien es 86 Prozent. Die Gesamtinvestitionen liegen 2016 knapp über 7 Millionen Euro. Die größten Brocken sind Straßen- und Kanalbau (2,24 Millionen) sowie Grunderwerb (1,08 Millionen).

Über 50 Prozent der Investitionen müssen mit Krediten bezahlt werden, allerdings werde ein Teil des für 2015 veranschlagten Kreditverbrauchs nicht benötigt, das sei noch nicht mit eingerechnet. Die Pro-Kopf-Verschuldung im Kernhaushalt liege dann bei 782 Euro, hinzu kommen 250 Euro Schulden pro Einwohner beim Eigenbetrieb Wasserversorgung. Der Landesdurchschnitt bei der Pro-Kopf-Verschuldung (Eigenbetriebe mitgerechnet) liege bei 1309 Euro.

Wittlinger gegen Rassismus und für niedrigere Kreisumlage

Flüchtlinge: Einige politische Aussagen machte Bürgermeister Matthias Wittlinger bei seiner Rede zur Einbringung des Haushaltes. Er wandte sich gegen Rassismus im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen.

Zitat: Wörtlich sagte er: "Vor diesem Hintergrund kann ich das Verhalten von wenigen Eltern der Grundschule im Nassachtal nicht nachvollziehen. Wenn Eltern ihre Kinder aufgrund der höheren Ausländerquote nicht in der Hieberschule lassen, sondern im Nassachtal anmelden und jetzt der Rektorin offen drohen, ihre Kinder von der Grundschule zu nehmen, sollten Asylbewerber in Nassachmühle untergebracht werden, dann nenne ich dieses Verhalten 'Rassismus zwischen den Zeilen'. Dieses Verhalten kann ich nicht akzeptieren."

Kreisumlage: Ein weiteres Thema: Wittlinger stellte fest, dass der Landkreis derzeit faktisch schuldenfrei sei. Deshalb forderte er Kreisverwaltung und Kreistag auf, "ein deutliches Signal zu setzen und den Kommunen zumindest einen Teil der bisher zu viel bezahlten Gelder über eine deutlich reduzierte Kreisumlage zu erstatten."

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Kommentare

18.11.2015 09:47 Uhr

Wo ist da ganze Geld.?? Hier.!!!!

Ein alleinstehender Asylbewerber erhält aktuell:
- Geldleistungen zur Deckung des soziokulturellen Existenzminimums i.H.v. 143,00 EUR (Stand
01.03.2015) ~ Dieser Geldbetrag ist für die notwendigen Ausgaben für die Nutzung von öffentlichen
Verkehrsmitteln, Nachrichtenübermittlung, Freizeit/Unterhaltung, Bildung, Beherbergungs-
und Gaststättenleistungen, andere Waren und Dienstleistungen zu verwenden
- Geldleistungen zur Deckung des physischen Existenzminimums i.H.v. 216,00 EUR, wobei ein Betrag
von 33,55 EUR für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung auf Grund der Bereitstellung
der Unterkunft abgezogen wird. Zur Auszahlung kommt somit ein Betrag i.H.v. 182,45 EUR
~ Dieser Betrag ist für Nahrungsmittel/alkoholfreie Getränke, Bekleidung und Schuhe, Gesundheitspflege
zu verwenden.
• Die Geldleistungen werden im Main-Tauber-Kreis bar in der jeweiligen Gemeinschaftsunterkunft ausgezahlt.
Gem. § 3 Absatz 4 AsylbLG sind die Geldleistungen persönlich auszuhändigen.................Das gilt nicht nur hier sondern bestimmt auch in Uhingen.

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