Uhingen liegt ihr zu Füßen Ulrike Höflinger liebt ihren verlängerten Vorgarten beim Uhinger Eulenhof

Ulrike Höflinger ist eine Macherin, aber auch ein Genussmensch. Alles was sie anpackt, tut sie mit Leidenschaft. Sehen, riechen, fühlen - auch in der Natur beim "Grüß-Gott-Weg" hinterm Eulenhof in Uhingen.

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  • Bürgerbusfahrerin Ulrike Höflinger in ihrem verlängerten Vorgarten beim "Grüß-Gott-Weg". Foto: Sabine Ackermann 1/2
    Bürgerbusfahrerin Ulrike Höflinger in ihrem verlängerten Vorgarten beim "Grüß-Gott-Weg". Foto: Sabine Ackermann
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Noch nicht allzu lange wohnt die sechsköpfige Patchwork-Familie in luftiger Höhe inmitten der Natur. Nur wenige Schritte vom Haus entfernt befindet sich Ulrike Höflingers "verlängerter Vorgarten", vor dem ihr Uhingen quasi zu Füßen liegt. Der Panoramaweg führt zum Schloss Filseck und heißt bei den Einheimischen nur "Grüß-Gott-Weg". Zu jeder Jahreszeit genießt sie dort den Ausblick, egal ob auf dem Fahrrad, in Walking-Schuhen oder mit nackten Füßen. "Die Chefin hat Schuhe an", heißt es eher selten. Sogar die Glasereiwerkstatt ihres Mannes betritt die Naturliebhaberin häufig barfuß, übrigens nur eine ihrer vielen Wirkungsstätten. Hier geboren, war ihr jetziger Partner einst ihre Sandkastenliebe.

"Meine spätere Schwiegermutter hat mir als Kind das Flötenspielen beigebracht", erinnert sich die 45-Jährige schmunzelnd zurück. Wie das Leben so spielt, die beiden verloren sich aus den Augen. Nach ihrer gescheiterten Beziehung fand Ulrike Höflinger bei ihrem Mann Wilfried die liebevolle Unterstützung, die sie nach zwölf Jahren Ehe auch heute noch so glücklich macht. "Kinder, das hättet ihr auch einfacher haben können", meinte dazu ihre ehemalige Kindergärtnerin Renate Stepper, die nun zufällig ihre Nachbarin ist.

Manche Uhinger kennen die Frohnatur noch von Ulis Brötchenservice, bei dem sie selbige frisch und knusprig noch zu Pfennig-Preisen frühmorgens direkt ins Haus lieferte. Doch zu ihrer eigentlichen Berufung kam Ulrike Höflinger genau genommen erst durch die Trennung. "Damals war das für mich ein großer Einschnitt. Zwei kleine Kinder, das bedeutete, selbst an sich zu arbeiten, um nicht in einem Loch hängen zu bleiben. Weitergeholfen hat mir da professionelle Hilfe", berichtet sie ganz offen. Davon beeindruckt, ließ sie sich anschließend als Trainerin ausbilden und bietet unter "Leichtigkeit im Miteinander" Coaching und Ermutigungstraining sowie Einzel- oder Paarberatung an. Zudem hält sie insbesondere an Schulen Seminare über Intoleranz, Gefühle und Werte.

Nicht von ungefähr ist die aufgeschlossene, vielseitig interessierte Mutter in unterschiedlichen Bereichen des täglichen Vereinslebens nicht mehr wegzudenken. "In Uhingen arbeiten noch viele Vereine Hand in Hand. Man kennt sich, hilft sich ohne viel Tamtam mit dem Nötigsten aus. Einfach ein gerechtes Geben und Nehmen", lobt sie das harmonische Miteinander. So packt sie gerne tatkräftig mit an und erweckt oft den Eindruck, einer patenten Schlüsselfigur. "Klar bin ich mir für nichts zu schade, aber dennoch bin ich jemand, der sich gerne auch mal weiblich zeigt", sagt sie und lacht herzlich. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn sie als Bürgerbus-Fahrerin ihre Runden dreht. "Uli-Bus zu fahren ist einfach klasse und macht mir riesigen Spaß. Man hört jede Menge Witze, bekommt gratis tolle Rezepte und die Menschen sind so nett und dankbar. Außerdem werde ich ja auch nicht jünger und bin vielleicht mal froh, wenn mich jemand mit meinen schweren Einkaufstaschen nach Hause fährt", denkt die dunkelhaarige Frau schon vorsorglich an ihre Zukunft.

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