Über Stock und Stein beim Eseltreffen

Mit 40 Eseln, samt zugehöriger Entourage, kamen am Wochenende so viele Grautiere wie noch nie zum 7. Eseltreffen der Zachersmühle.

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Die Eselfreunde kamen am Wochenende aus Augsburg, aus Fürstenfeldbruck, aus dem Rems-Murr-Kreis und aus dem Kreis Schwäbisch Hall, um zwei Tage lang bei Hindernis- und Geländeparcours die Geschicklichkeit von Mensch und Tier vorzuführen. Bereits am Samstag ging es los.

Ein Treck mit blumengeschmückten Tieren zog vom Tal ins Kloster Adelberg, wo bei einer ökumenischen Andacht Pfarrerin Gisela Schindler aus Wäschenbeuren Mensch und vor allem Tiere segnete. Dabei verwies sie darauf, dass insbesondere der Esel aus der Bibel nicht wegzudenken sei. Schon Jesus sei das letzte Stück des Wegs nach Jerusalem in der Woche vor seiner Kreuzigung auf einem Esel geritten. Das hörten sich alle Esel geduldig an, manche gaben lautstark ihre „Kommentare“ ab. „Mojito“ allerdings, das einjährige Eselfohlen von der Zachersmühle, das von Emily geführt wurde, schaute sich das Treiben eher ungläubig an.

Begleitet wurde der Open-Air-Gottesdienst von den Alphornbläsern aus Rechberghausen. „Retü“ nennt sich das Quartett, das mit seinen ungewöhnlichen Instrumenten viele Blicke auf sich zog.

Der Sonntag stand im Zeichen der sportlichen Herausforderung. Die Wiese hinter der Zachersmühle füllte sich schnell mit Neugierigen. An die 1000 Besucher werden es wohl gewesen sein, schätzten die Veranstalter.

Beim Hindernisparcours zeigte sich schnell, welcher Esel seinem menschlichen Chef vertraut. Dem folgte er über Stock und Stein. Ansonsten sind Esel eher vorsichtige Tiere, die genau hinschauen, bevor sie zum Beispiel den künstlichen Zebrastreifen betreten, den Oxer überspringen oder die Wippe überschreiten. Da hilft es auch nichts, wenn der Mensch es noch so geschickt vormacht. Vermutet der Esel Gefahr, verweigert er sich. Was ihm oft als Sturheit ausgelegt wird, ist nichts anderes als eine Vorsichtsmaßnahme, nach der sich im Ernstfall auch der Mensch richten kann.

„Es sind ehrliche Tiere“, sagte denn auch Manuela Antmann aus Stuttgart. Sie möge die Einhufer allgemein. Esel im Besonderen seien Tiere, die machten was sie wollten. Währenddessen schafft Nicole Wunder aus der Nähe von Fürstenfeldbruck die Hinterlassenschaften ihres „Pedro“ in die große mit „Eseläpfel“ beschriftete Kiste. Gleich mit einer kleinen Eselherde kamen die „Bavarian Donkey Freaks“ aus Augsburg zum Eseltreffen in die Zachersmühle. Sie brachte unter anderem „Charlotte“ mit, einen französischstämmigen Esel, und „Kithani“, der aus dem Augsburger Zoo stammt.

Marianne Kreutzer ist gelernte Hufbeschlag-Schmiedin und eine Art „Podologin“ für Esel. Denn die Hufe müssen alle sechs bis acht Wochen geschnitten werden, weil die Tiere sie sich nicht mehr ablaufen wie einst. Weil es weit und breit keinen Hufschmied gab, lernte die resolute Frau kurzerhand selbst, Tierhufe zu beschlagen.

Bei den Esel-Wettbewerben mussten Tier und Mensch zeigen, wie sie zusammenarbeiten. Beim Hindernisparcours ging es um Schnelligkeit. Mit 30 Sekunden hatte eindeutig Esel Lasse mit Besitzer Finn aus Enzweihingen die Nase vorn. Den zweiten Platz belegte mit 58 Sekunden Uli Brem aus Augsburg mit Esel Clemens. Auf den dritte Platz kam Esel Sandor mit Sabine Deingruber aus Vogtareuth (Kreis Rosenheim) in 59 Sekunden. Die erst zehn Jahre alte und sehbehinderte Amelie Brem schaffte mit Charlotte den Parcours in einer Minute 54 Sekunden und kam damit auf den fünften Platz.

Im Wettbewerb Teamsprint über 100 Meter um Hindernisse herum kam wiederum Esel „Lasse“ auf‘s Siegertreppchen. Er schaffte zusammen mit den Besitzern Finn und Loris den Slalom um vier Tonnen in 17,97 Sekunden. Auf Platz zwei kam „Sancho“, der geführt wurde von Sabine und Heinz in 19,72 Sekunden. Platz drei belegte Esel „Clemens“ in 19,99 Sekunden. Ihn führten Ayathon und Marc am Halfter. Zum Publikumsliebling wurde der erst ein Jahr alte „Mojito“ von der Zachersmühle mit 45 Stimmen gekürt, auf Platz zwei kam mit 44 Stimmen knapp dahinter Eselstute „Lotte“.

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