TV Bünzwangen kauft Räume in der neuen Halle

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Bis auf den letzten Platz füllte sich die Halle am Mittwochabend. Über 150 Bürger wollten mehr über den Bau der Mehrzweckhalle erfahren, die den Ort der Versammlung ersetzen soll. Ebersbachs Bürgermeister Sepp Vogler führte gemeinsam mit Stadtbaumeister, Kämmerer, Hauptamtsleiter und Architekt in das Thema ein und stand anschließend Rede und Antwort. Auch eine Pinnwand stand bereit. Darauf konnten die Anwesenden blaue Klebepunkte verteilen, je nachdem ob sie die Planung gut, zufriedenstellend oder schlecht finden.

Ausführlich zeigte Architekt Volker Pfeiffer seine Pläne. Ein heller, zweigeteilter Kubus mit großer Fensterwand soll künftig Sport, Kultur und Miteinander in Bünzwangen beherbergen. Der Neubau werde südlich der alten Halle gebaut, die nach Fertigstellung abgerissen werden soll. Das 34 Ar große Grundstück werde vom Sportverein kostenlos an die Stadt übertragen.

Elf mal 21 Meter, also 230 Quadratmeter groß werde das neue Hallenspielfeld sein. Östlich daran grenzt ein Gymnastikraum, der bei Veranstaltungen die Bühne sein wird. Geräteraum, Umkleide- und Duschräume sowie Technikräume im Untergeschoss ergänzen das Angebot. Für die Ortschaftsverwaltung ist ein Büro im Süden angedacht. Daran grenzt der 80 Quadratmeter große Vereinsraum, den der TV Bünzwangen als Vereinsgaststätte nutzen wird.

Zusammen mit WC, Vorratsraum und einem Büro werde der Verein über 140 Quadratmeter verfügen können.  Wofür die Sportler bezahlen sollen: „Für 320 000 Euro kauft der Verein diese Räumlichkeiten und ist dann Eigentümer“, hatte Kämmerer Oliver Marzian erklärt. Dass dazu ein Kredit nötig sei, wisse Marzian. „Dessen Höhe liegt aber deutlich unter dieser Summe.“ Vereinsvorstand Lars Fischer sagte dazu: „Wir sollen einen Beitrag leisten und werden das gemeinsam mit unseren Mitgliedern meistern.“

Kämmerer Marzian rechnet fest mit dem Geld. Die Stadt könne die Gesamtkosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro nur stemmen, wenn der TVB bezahle sowie eine Steuerrückzahlung in Höhe von 350 000 Euro und Fördermittel in Höhe von 700 000 Euro fließen würden.

„Wie ist geregelt, dass andere Vereine oder Privatleute den Vereinsraum nutzen können?“, wollte eine Bürgerin wissen. Hauptamtsleiter Günther Pfeiffer erklärte, dass dortige Veranstaltungen künftig direkt mit dem Verein abgesprochen werden müssten. Ausgenommen sind die Ortschaftsratssitzungen. Pfeiffer: „Wegen dieser Sitzungen hat man den Raum von ursprünglich 48 auf 80 Quadratmeter vergrößert.“ Die Differenz werde dem Verein nicht berechnet. Dafür stünde der Weg für die regelmäßigen Sitzungen in der Gaststätte frei. Der TV Bünzwangen kümmere sich auch um das Hallen­management. „Deswegen ist anders als in städtischen Hallen auch eine Nutzung in den Ferien möglich.“ Die Belegung laufe aber über die Stadtverwaltung.

Großes Missfallen erregte die Ankündigung, dass Außenanlagen wie eine Weitsprunganlage für Schulkinder wohl nicht möglich sein werden. „Zu hohe Schall­emissionswerte“, erklärte Stadtbaumeister Markus Ludwig. „An Schule und Kindergarten haben wir bei der Planung nicht in allererster Linie gedacht“, gab Bürgermeister Vogler zu. Kritik am Standort wies er dagegen zurück. „Wir hatten den Neubau am Unteren Wasen vorgeschlagen.“ Alle Beteiligten hätten dazu die klare Aussage gemacht, dass dieser Standort nicht gewollt ist. Was den anderen favorisierten Ort am Schulzentrum anginge, sagte Vogler: „In etwa zehn Jahren kann ich mir vorstellen, dass wir eine weitere Halle am Raichberg errichten.“

Der Beifall zeigte, dass die Pläne viel Zustimmung erhalten. Als die Zuschauer nach zweieinhalb Stunden aus der Halle strömen, klebten 42 blaue Punkte an der Pinnwand, die das Projekt unterstützen. In der Spalte „ich bin dagegen“ klebte nur einer.

Bestand Die jetzige Halle des TV Bünzwangen wurde 1931 gebaut und in den 1970er- und 90er-Jahre renoviert. 2008 habe man die erste umfassende Untersuchung zu einer Sanierung eingeleitet, so Bauamtsleiter Markus Ludwig. Diese habe gezeigt, dass eine Sanierung 1,2 Millionen Euro kosten würde – ohne funktionalen oder energetischen Zugewinn. Sicherheitsstandards wie Brandschutz und Prallwände wären weiter vernachlässigt worden.

Neubau Der Neubau einer Mehrzweckhalle würde 3,4 Millionen Euro kosten. Das Projekt wird durchaus kritisch gesehen. Gründe sind unter anderem die hohen Kosten, der Standort sowie die öffentliche Behandlung des Themas durch Stadt und Ortschaftsrat.

Ausblick Am Donnerstag, 9. März, findet um 19.30 in der Gaststätte des TV Bünzwangen eine Infoveranstaltung des Vereins statt. Die TVB-Mitglieder werden in der Hauptversammlung am Donnerstag, 23. März, über das Thema entscheiden. cop

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