Adelberger feiern Fest zu Ehren der Esel

Das Gelände um die Zachersmühle bei Adelberg gehörte am Wochenende den Eseln. Sie wurden gesegnet und erfreuten mit ihrem eigenwilligem Wesen die Besucher des achten Eselfestes.

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Ganz gemütlich spaziert ein Esel nach dem anderen über die Wiese bei der Adelberger Zachersmühle. Zu dem zweitägigen, achten Eselfest sind zahlreiche Besitzer mit mehr als 30 Tieren angereist. Zum Auftakt am Samstag wanderten etwa 100 Leute gemeinsam mit den Tieren zum Kloster Adelberg, um sie dort von einem Pfarrer segnen zu lassen. „Unterwegs kann man auch mal einen Esel streicheln“, was die Menschen begeistere, erzählt Angelika Holzer, die das Fest mit Harald Walz organisiert. „Zur Segnung wurden wir von 60 bis 70 Menschen erwartet.“

Zahlreiche Besucher füllten auch am Sonntag die Wiese bei der Zachersmühle, um den Eseln beim Durchlaufen eines Geschicklichkeitsparcours mit neun verschiedenen Hindernissen zuzuschauen. Aber nicht jedes Tier ist von dem Lauf begeistert: „Komm, mein toller Esel“, versucht eine Teilnehmerin ihren Teamkollegen zu motivieren. Doch auch für die angebotene Möhre macht er keinen Schritt nach vorne und streckt nur den Hals danach. „Man könnte fast meinen, Hindernisse seien gegen die Natur der Esel“, kommentiert der Moderator.

Die störrische und eigensinnige Art der Tiere sorgt im Publikum immer wieder für Gelächter. „Ein bisschen widerwillig“, stellt eine Zuschauerin fest. Nach vielen Verweigerungen und fast fünf Minuten kommt das Team im Ziel an: „Jetzt mit Endspurt über die Ziellinie“, ruft der Moderator ins Mikrophon und stellt dann fest: „Ein Endspurt in Zeitlupe“, weil dem Esel die mögliche Bestzeit völlig egal ist.

Mit einer Banane lockt Sarah Veseka aus Augsburg ihre 21 Jahre alte Eseldame Lea. Gemeinsam sprinten sie durch den Parcours. Nur bei Hindernis Nummer 6 – zwei überkreuzten Stangen – will die Stute nicht springen. Ganz vorsichtig hebt sie einen Huf nach dem anderen, um langsam über das Hindernis zu steigen. „Sie springt nicht. Das hat sie noch nie gemacht“, sagt Veseka später, nachdem sie den Parcours auch mit dem Eseljungen Clemens geschafft hat. In unter einer Minute waren sie fertig, darauf trainiert hätten sie nicht: „Der hat da Spaß dran. Der will das.“ Bestechen könnte man aber beide Esel sehr gut: „Clemens würde auch ohne Bestechung rennen, aber so macht er es halt lieber.“

Auf das Verhältnis zwischen Esel und Menschen käme es an, meint Holzer. „Der Esel sollte dem Führer vertrauen und dahin gehen, wo dieser auch hingeht.“ Bei dem zweiten Parcours, der durch den Wald führt, sei das besonders wichtig. Da geht es über Treppen und durch Wassergräben. „Das sind alles Hindernisse, die Eseln Angst machen.“ In diesem Jahr habe man zusätzlich eine Wiese in den Geländeparcours eingebaut. Über die solle man mit seinem Esel rennen, erzählt Walz. „Das ist nicht so einfach, weil der Esel denkt immer gleich ans Fressen.“

Der Esel habe ein Sicherheitsdenken, erklärt Walz. Die eigene Sicherheit sei vorrangig vor allem anderen. Ein Esel sähe auch nicht alle Farben, die der Mensch sieht. „Das ist für ihn schon anders, wenn Farben auftauchen, die in der Natur nicht vorkommen. Da wird er erstmal stehen bleiben und schauen, was das ist.“ Erst danach entscheide das Tier, ob es weiterläuft.

Nicht viel Laufen mussten die Esel bei den beiden Schönheitswettbewerben: Mit Blumen geschmückt oder als Zauberer und Indianer verkleidet wurde unter anderem das schönste Esel-Mensch-Team gekürt. Bei dem eigentlichen Schönheitswettbewerb entscheiden aber drei Fachleute. „Die kommen meist aus der Pferdewelt, aber das lässt sich auf die Esel übertragen.“

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