Trotz Lochs in der Westmauer - Sanierung der Hiltenburg muss warten

Die Hiltenburg-Ruine muss für 70.000 Euro saniert werden. Ob jetzt oder später, das hat Bad Ditzenbachs Gemeinderat sehr konträr diskutiert.

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Die Hiltenburg-Ruine beim Sommer der Ver-Führungen im vergangenen Jahr. Die Sanierung der Anlage kostet nun weitere 70.000 Euro.  Foto: 

Auf der Hiltenburg hoch über Bad Ditzenbach ist in den vergangenen Jahren schon vieles instand gesetzt worden: der östliche und der westliche Burgfried, die Gewölbekeller, zwei Stücke der Umfassungsmauer und die Quermauer neben der Hauptzufahrt, die Nordwestecke am ehemaligen Zwingertor sowie der hintere Schlosszugang. Bürgermeister Herbert Juhn listete die Arbeiten in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf. Nun soll eine 18 bis 20 Meter große Lücke der Umfassungsmauer im westlichen Bereich, die durch Erddruck und Rutschungen entstanden ist, geschlossen werden. Das soll nach der Berechnung von Architekt Wolfgang Hartmann knapp 100.000 Euro kosten. Weil das Land vermutlich einen Zuschuss zur Erhaltung und Pflege des Kulturdenkmals zahlen wird, werden laut Juhn an der Gemeinde letztlich aber nur rund 70.000 Euro hängen bleiben.

Die Baustelle muss zunächst vom Bewuchs befreit und schadhaftes Mauerwerk vorsichtig abgetragen werden. Dann werden dort, wo die Mauer eingestürzt ist, neue Fundamente ausgehoben und betoniert und die vorhandenen Natursteinmauerflächen gereinigt. Beim Ausmauern der Fehlstellen kommt Trasskalk- oder Trasszementmörtel zum Einsatz. Schließlich wird die abgegangene Natursteinmauer wieder hergestellt, die Mauerkrone versiegelt und die Baugrube wieder geschlossen. All das geschieht in Absprache mit dem Regierungspräsidium und in Zusammenarbeit mit der Kreisarchäologie.

Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung liege bereits vor, sagte Juhn. In Anbetracht der angespannten Haushaltslage schlage er allerdings vor, die Maßnahmen zurückzustellen und die weitere finanzielle Entwicklung der Gemeinde abzuwarten. Bisher seien rund 800.000 Euro in das "Highlight für den Tourismus" geflossen.

Gemeinderat Hendrik Kuhn war mit Juhns Vorschlag gar nicht einverstanden. Wenn jetzt nichts gemacht werde, laufe man Gefahr, dass bald weitere Schäden entstehen. "So lasse ka mer's et", stellte er fest. Wenn zwei Drittel der Kosten durch Spenden und Zuschüsse hereinkämen, müsste die Gemeinde selbst nur noch 30.000 Euro aufbringen. Bad Ditzenbach sollte auf jeden Fall einen Zuschussantrag stellen. Gemeinderätin Eva Schober brachte klar zum Ausdruck, dass sie die weiteren 70.000 Euro für die Hiltenburg der Bevölkerung nicht vermitteln könne, zumal die Gemeindekasse klamm sei und andere wichtige Aufgaben anstünden. "Die Hiltenburg ist ein Fass ohne Boden", fasste sie zusammen. Karl-Heinz Moser sagte, dass man doch wenigstens etwas richten könnte. Diesem Ansinnen gab der Bürgermeister allerdings keine Chance, da bestimmte Auflagen erfüllt werden müssten.

Hendrik Kuhn stellte den Antrag, die Verwaltung möge auf jeden Fall einen Zuschussantrag stellen. Mit vier Ja- und zehn Neinstimmen schmetterte ihn die Mehrheit seiner Ratskollegen ab. Das Gremium folgte mehrheitlich dem Vorschlag der Verwaltung, die Sanierungsarbeiten an der Hiltenburg zurückzustellen.

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