Traktoren auf Hochglanz: Oldtimertreffen ist wahrer Publikumsmagnet

"Willst du strahlende Männer seh'n, musst du zu Oldtimertreffen geh'n" - das stellten die Oldtimerfreunde in Böhmenkirch unter Beweis. Es gab Massen an Fahrzeugen und Besuchern.

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Herausgeputzt: Oldtimer und Bulldogs auf der Wiese beim Schützenhaus in Böhmenkirch.  Foto: 

Die Wiese beim Schützenhaus zu finden, wo das elfte Böhmenkircher Oldtimertreffen stattfand, war selbst für Ortsfremde kein Problem. Von allen Seiten tuckerten oder ratterten alte Bulldogs in eine bestimmte Richtung.

Fast alle Traktoren waren auf Hochglanz gebracht und strahlten mit den Besitzern und großteils männlichen Besuchern um die Wette. Die freuten sich über robuste Technik unter Motorhauben, über Traktoren "wie wir sie zu unserer Kindheit noch zu Hause hatten", über Fahrzeugschlitten aus den 70ern. Sie fachsimpelten untereinander, erklärten ihren Kindern oder Enkelkindern die Besonderheiten dieses Lanz oder jenes Fendt - und versuchten sogar ihren Frauen den Zauber stinkender Dieselmotoren oder knatternden Sounds näherzubringen. Nicht immer mit Erfolg. "Ons Fraua g'fallt halt so a alt's Cabrio oder der Käfer dohanna besser", gibt eine der weiblichen Besucher ungeniert zu.

Bei ihrem Nachwuchs hatten die Männer mehr Glück. Der erkannte sofort, wie viel Spaß es macht, auf einem Bulldog-Sitz zu sitzen, den Lenker zu umfassen und alles um sich herum von oben zu überblicken.

Und da gab es viel zu sehen. Die etwa 30.000 Quadratmeter große Wiese war voll belegt mit motorisierten Sehenswürdigkeiten vergangener Jahrzehnte.

Da stand der 911er-Porsche neben dem Bulldog aus dem Hause "Porsche" neben dem Opel Diplomat neben einem Deutz. Ganze Reihen verschiedener Traktoren, manche geschmückt mit Eichenblättern-Sträußen, mit Stoff-Blumensträußen, mit Flaggen oder mit Sonnenschirmen, zogen ihre Fans an. Fünf der Oldtimer-Besitzer reisten bereits am Samstag an und übernachteten auf dem Platz. Sie haben ihre Unimog- oder Bulldog-Anhänger ebenfalls selbst gebaut oder umgebaut.

Wie etwa Roland Villforth aus Gingen, der einen Tragkraftspritzenanhänger der Feuerwehr Lorch-Waldhausen zum gemütlich-winzigen Schlafwagen umgebaut hat. "Samt Bad mit fließend Wasser", grinst der 54-Jährige und zeigt auf den Spiegel an der Eingangstür und den Wasserkanister, aus dem das Wasser bei Bedarf fließt. Dem Mitglied der Oldtimerfreunde Gingen/Fils gefällt es, gemütlich zu verschiedenen Oldtimertreffen zu tuckern oder auch mal Freunde zu besuchen und macht daraus immer wieder ein Wochenend-Event. 3000 Kilometer hat er allein letztes Jahr so auf die Kilometeranzeige seines Bulldog-Tachos addiert.

Irgendwann am Nachmittag lockt "Action" die Besucher auf dem Platz samt diejenigen, die unter dem Zeltdach und im Schatten die kulinarischen Angebote des Schützenvereins Hubertus genießen, näher. Auf einem abgegrenzten Bereich am zum Hang gelegenen Teil der Wiese steht "a Stomba-Fräs", wie sich Organisator Franz Staudenmaier ausdrückt. Er meint eine moderne Baumstumpf-Fräse, die dann mit viel Radau demonstriert, wie innerhalb kurzer Zeit Baumstümpfe abgefräst und dem Erdboden gleich gemacht werden.

Radau machen plötzlich auch zwei graue, in die Wiese einfahrende Ungetüme aus dem Jahr 1935. Nicht nur der Motor ist laut und dunkelgraue Auspuffgase schleudern gen Himmel, die Fahrer machen darüber hinaus eifrig von der alten Hupe Gebrauch.

Es handelt sich um große Lanz-Bulldogs mit "natürlicher Patina, im Originalzustand", wie Besitzer Gottfried Freywis aus Gingen stolz all denen erzählt, die ihn - kaum abgestiegen - mit Fragen bombardieren. Den zweiten solchen Veteranen lenkt seine Frau Alexandra, souverän bugsiert sie ihn auf einen der noch wenigen freien Plätze. "Für mich ist das ein glücklicher Zufall, dass meine Frau das Fahrzeug fahren kann und Spaß dran hat", freut sich Gottfried Freywis.

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