Tierfriedhof in Donzdorf

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Die Aufnahme vom Messelstein aus zeigt die Donzdorfer Tierheime zwischen B 466 (vorne) und Ortsumgehung (oben). Der Tierfriedhof soll  auf die schmale Fläche nördlich der Zufahrt.  Foto: 

Der Abschied von langjährigen vierbeinigen oder gefiederten Gefährten tut weh. „Ein Haustier ist wie ein Familienmitglied“, sagt Carl Friedrich Giese. Der Vorsitzende des Vereins Katzenschutz Donzdorf spricht aus Erfahrung. Schon seit Jahren schwebt den Mitgliedern des Vereins, der am Ortsrand der Lautertalstadt ein Katzenheim betreibt, ein besonderes Projekt vor: Ein Tierfriedhof, wo verstorbene Haustiere ihre letzte Ruhestätte finden. In der kommenden Woche befasst sich der Bauausschuss des Gemeinderats mit dem Thema.

Für das Projekt hat sich der Verein eine Fläche von rund 760 Quadratmetern zwischen dem neuen Tiergehege und der B 466 ausgesucht. Dort, so Giese, wäre Platz für 250 bis 300 Gräber. Der Verein sieht Bedarf für einen Tierfriedhof, den es bislang im Kreis Göppingen nicht gibt. Die nächsten Tierfriedhöfe sind in Kornwestheim oder im Stuttgarter Stadtteil Fasanenhof. „Viele Leute sprechen uns an“, sagt Giese. Wer keinen eigenen Garten habe, wo er sein Tier begraben könne, dem bleibe nur die Entsorgung, „aber wer Tag für Tag mit seiner Katze  auf der Couch sitzt, will sie nicht in der Tierkörperbeseitigung entsorgen“.

Der Verein möchte einen Friedhof für alle Kleintiere anbieten. Bei Gestaltung und Betrieb orientiere man sich an bestehenden Einrichtungen. Dort koste ein Grab mit einer Liegezeit von fünf Jahren zwischen 300 und 500 Euro. Giese verhehlt nicht, dass der Katzenschutz auch monetäre Gründe am Projekt hat. Das Katzenheim in Donzdorf verursache jährlich Kosten von rund 180 000 Euro. Die Kommunen des Landkreises beteiligen sich zwar insgesamt mit rund 100 000 Euro am Betrieb der Tierschutzeinrichtungen in Göppingen, Donzdorf und Türkheim, aber damit komme  man nicht hin. „Wir sind mit den Kommunen über die Beteiligung im Gespräch.“

Durch die Tierbestattungen wolle der Katzenschutzverein wenigstens einen Teil seiner Ausgaben finanzieren. „Wir rechnen mit ein bis zwei Bestattungen pro Monat“, erklärt Giese. „Wenn im Jahr 2000 bis 3000 Euro netto hängen bleiben, ist das okay“, fügt der Vorsitzende hinzu. Er hoffe, dass das Projekt 2018 umgesetzt werden kann.

Ob Donzdorf dann den ersten Tierfriedhof im Kreis erhält,  hängt nicht zuletzt von der Stadt ab. Das Ansinnen des Katzenschutzes steht nämlich nicht das erste Mal auf der Agenda. Bereits im Oktober 2015 hatten die Stadträte über die Anfrage des Vereins beraten. „Die Meinungen sind geteilt“, erklärt Bürgermeister Martin Stölzle. Das habe vor allem mit der Erschließung zu tun. Die Zufahrt zum Gelände des Katzenschutzes von der alten Bundesstraße sei ein Feldweg, auch Parkplätze seien keine vorhanden. „Wenn 20 Leute auf einmal kommen, haben wir dort ein Problem“, meint der Rathauschef. Zudem würde der Friedhof an einer sehr exponierten Stelle liegen.

Grundsätzlich gebe es zwar keine Einwände gegen das Vorhaben, aber es gebe noch viele Fragen, zum Beispiel wie die Bestattungen ablaufen und wie die Anlagen frequentiert sind. Die Verwaltung werde deshalb den Stadträten vorschlagen, andere Tierfriedhöfe zu besichtigen, „um zu hören, wie die Erfahrungen dort sind“. Nach dem Vorberatung im Bauausschuss soll der Gemeinderat am 29. Mai das weitere Vorgehen beschließen.

Bestattung Tote Haustiere können auf dem eigenen Grundstück begraben werden. „Die Tierkörper dürfen jedoch nicht in Wasserschutzgebieten und nicht in unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Wegen und Plätzen vergraben werden“, erklärt der Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Landkreis, Dr. Michael Pettrich. Weiterhin müsse darauf geachtet werden, dass die Tierkörper  mindestens 50 Zentimeter tief vergraben werden.

Alternativen Es gibt Anbieter im Landkreis, die die Einäscherung von Tieren organisieren.

Entsorgung Tierärzte lassen eingeschläferte Tiere im Allgemeinen gegen eine Gebühr bei der Tierkörpersammelstelle in Süßen entsorgen. Eine Tierkörperbeseitigung gibt es im Landkreis nicht mehr.

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