Technikakademie Hieberschule

Vom Lego-Club bis „Voll abgedreht“, technisches Denken erleben und anwenden sind Ziele der Technikakademie der Hieber-Gemeinschaftsschule.

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  • Die Schüler der Uhinger Hieberschule besuchten die Technikakademie mit ihrem Lehrer Thomas Baur. 1/2
    Die Schüler der Uhinger Hieberschule besuchten die Technikakademie mit ihrem Lehrer Thomas Baur. Foto: 
  • Die Schüler der Klassen 8 und 9 der Uhinger Gemeinschaftsschule sind mit Eifer beim Projekt „Voll abgedreht“ dabei. 2/2
    Die Schüler der Klassen 8 und 9 der Uhinger Gemeinschaftsschule sind mit Eifer beim Projekt „Voll abgedreht“ dabei. Foto: 
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„Die Mutter sitzt so fest, wie kriege ich die wieder runter“, möchte Christian wissen. Thomas Baur weiß Rat. Zeigt dem Schüler, wie er am besten die Lenkstange befestigt. Reges Treiben herrscht an diesem heißen Mittwochnachmittag in den angenehm kühlen Werkräumen im Keller der Hieber-Gemeinschaftsschule. Obwohl er lieber Stuckateur werden will, findet der 14-Jährige Technik ganz okay. „Hauptsache, etwas mit den Händen machen“, sagt er.

Dagegen hat sich sein gleichaltriger Kumpel Stefan schon im Kindergarten für diese Metier interessiert. Dennoch absolvierte er mehrere Praktika, unter anderem in einer Bäckerei, informierte sich in einem Unternehmen über das Aufgabengebiet eines Kaufmanns. „Beides war nicht so mein Ding, da gefällt mir Werkzeugmacher schon besser“, verrät der Schüler, der sich auf jeden Fall in einer technischen Schule weiterbilden will.

Wenige Plätze weiter, konzentriert sich Rebecca beim Ausmessen, findet allerdings Technik: „S’geht so. Ich bin ja nicht freiwillig hier,  ich wurde zugeteilt“. Die 13-Jährige hat sich für einen sozialen Beruf entschieden, würde gerne in einem Kindergarten arbeiten. „Schade, denn du hast richtig Technik-Talent“, klinkt sich Thomas Baur ein. Die Freude am handwerklichen Tun entwickeln, Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik entfachen und den beruflichen Entscheidungsprozess fördern und unterstützen – alles gute Argumente für den Besuch einer Technikakademie.

„Voll abgedreht!“, heißt ein Projekt im Rahmen der Technikakademie der Hieber-Gemeinschaftsschule, die nun zu Ende ging. Ins Leben gerufen wurde diese für „Ingenieure und Technikerinnen von morgen“, im Herbst geht’s wieder los. Nur ein Konzept von vielen, war besonders Lego in allen Variationen ein großes Thema. Die Jüngsten versuchten sich als Stadt-Baumeister, die Klassen drei und vier an den größten Maschinen oder lernten einen Roboter zu programmieren, um verschiedene Aufgaben zu erfüllen.

Die Klassen fünf bis acht bereiteten sich mit dem Lego-Roboter für neue Missionen vor und die ältesten Mädchen und Jungen arbeiteten wie die Profis sowie „voll abgedreht“ mit richtigen Dreh- und Fräsmaschinen. Gleichfalls attraktive Angebote bietet die Technikakademie auch zukünftig im Bereich Naturwissenschaften. Dabei experimentieren und forschen Grundschüler im Labor und Achtklässler der Sekundarstufe 1, widmen sich der Astronomie, beschäftigen sich mit dem Planetensystem, Raketenbau oder der Raumfahrt. Seit Jahren gehört für Schulleiterin Claudia Leber und ihre Kollegen sowohl das Fördern, als auch das Fordern sämtlicher Klassenstufen zur Gemeinschaftsschul-Idee.

Mit den unterschiedlichen Angeboten der Technikakademie werden seit Herbst 2015 auch die Grundlagen der Berufserkundung geschaffen, die im kommenden Schuljahr wieder anstehen. „Eine technische Bildung muss unverzichtbarer Bestandteil einer notwendigen Allgemeinbildung sein. Sie bahnt die zur Bewältigung technisch geprägter Lebenssituationen notwendigen Fach-, Methoden- und Entscheidungskompetenzen an.

Eine solide technische Grundbildung ist weit mehr als reines Fachwissen, sie ist ein bedeutender Teil der Persönlichkeitsentwicklung des Menschen“, unterstreicht Thomas Baur und schiebt nach: „Einen Bauplan lesen zu können, ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Hier können sie ein Berufsfeld erkunden und wir entfachen das Feuer dafür. Da ist so ein Projekt sicher besser, als sechs Wochen lang an einem U-Stahl herumzufeilen“. Üblicherweise arbeitet er am Lehrerseminar in Kirchheim/Teck als Fachleiter im Bereich Technik, für das Projekt kam er jeden Mittwochnachmittag gerne nach Uhingen.

Unterstützt hat ihn dabei Maria Fischer, die für die soziale Komponente zuständig war. Thomas Baur brachte überdies seinen Kontakt zur Hochschule Esslingen ein, so dass mit zwar kleineren, aber mit realitätsnahen Maschinen der Firma Cool Tools gefräst und gebohrt werden konnte. Ferner wurde die ortsansässige Firma EWS Tool Technologies ins Boot geholt, sie sponserten die persönlichen Werkzeugkoffer der Teilnehmer von „Voll abgedreht!“. Zudem durften sie bei Matthias Weigele die gesamten Abläufe verfolgen und sogar ihre Werkstücke an großen Maschinen fertig stellen. Am letzten Tag vor den großen Ferien bekam jeder noch ein Zertifikat.

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