Tausende Gläubige pilgern zur Bernharduskapelle

Wie jedes Jahr am 20. August pilgerten Tausende Gläubige auf dem Bernhardus. Der ehemalige Abt Pater Kassian Lauterer aus Bregenz hielt die Festpredigt.

|

Die kleine Kapelle auf dem Bernhardus im Albuch steht meist einsam auf der Lichtung. Lediglich Wanderer oder Radfahrer kommen vereinzelt vorbei und halten inne. Nicht so am 20 August. An diesem Tag, dem Namenstag des Heiligen Bernhard von Clairvaux, strömen die Menschen in Scharen zu diesem Gnadenort. So auch Edith Nagel und Siegfried Gaugler aus Donzdorf. Sie haben ihr Auto am Jägerhaus abgestellt und gehen die restlichen Kilometer zu Fuß. „Wir wandern gern im Albuch und so ist es selbstverständlich, dass wir auch zur Bernharduswallfahrt gehen“, erklärt Edith Nagel.

Busse rollen an den Pilgern vorbei, bringen weitere Gläubige aus Donzdorf, Lauterstein und Schwäbisch Gmünd. Rainer Schmidt hat sich bereits um 6 Uhr mit dem Fahrrad aufgemacht. Er verbinde die Wallfahrt mit einer größeren Radtour, erzählt er. Nun freue er sich auf die andächtigen Minuten während des Gottesdienstes. Viele tragen Rucksäcke und nutzen die Wallfahrt für eine Wanderung. Dann ist das Glöckchen der Bernhardus-Kapelle zu hören. Die Menschen beschleunigen ihren Schritt. Längst haben sich auf der Waldlichtung zahlreiche Gläubige versammelt. Und noch kommen immer mehr hinzu. Die meisten stehen, viele haben sich Klappstühle oder Decken mitgebracht.

Die Sonne blinzelt durch die Baumwipfel und taucht die Szenerie in ein stimmungsvolles Licht. Die Stadtkapelle Weißenstein beginnt zu spielen, eine andächtige Stille macht sich breit.  Das Bernharduslied wird angestimmt. „Wallfahrtsorte sind die Geographie des Glaubens“, macht Festprediger, Alt-Abt Pater Kassian Lauterer aus Bregenz, deutlich. Er habe in Google Bernharduswallfahrt eingegeben und sei dabei nur auf diese Wallfahrt gestoßen.

Der ehemalige Abt der Territorialabtei Wettingen-Mehrerau umreißt kurz die Geschichte der Bernharduskapelle und beschreibt den Ursprung der Wallfahrt vor mehr als 300 Jahren, die auf Initiative der Grafen von Rechberg hier entstanden ist. Der Geistliche gibt offen zu, dass er selbst von dieser Wallfahrt erst vor kurzem erfahren habe. Und das, obwohl dieser Ort so viele Menschen anlockt. In seiner Predigt geht er schließlich ausführlich auf das Leben und Wirken des Heiligen Bernhard von Clairvaux ein.

Nach den Fürbitten folgt die Gabenbereitung. Dazu singt der Männerchor Lauterstein. Bei der Verteilung der Kommunion wird der Zelebrant von weiteren Geistlichen aus der Umgebung unterstützt. Der Männerchor und die Stadtkapelle unterstreichen diesen feierlichen Akt. Nach dem Segen mit dem Bernhardus-Reliquienkreuz machen sich die Menschen wieder auf den Heimweg.

Zur Stärkung hält der Liederkranz Weißenstein heiße Rote  im Wasserwecken bereit. „Nach dem Gottesdienst no a Veschpr, dann isch des a scheener Tag“, meint Gabriele Witzani. Seit 65 Jahren komme sie nun schon jedes Jahr zur Bernharduswallfahrt, verrät die rüstige Rentnerin. Als Kind habe ihr Vater sie mit dem Motorrad hierher mitgenommen.

Nicht nur Gläubige haben eine enge Verbundenheit zu dieser Wallfahrt. Seit 50 Jahren begleitet die Stadtkapelle Weißenstein den Gottesdienst, schon im Jahr  1966 unter der Leitung von Fridolin Pausch, der aus diesem Anlass am Samstag beim Schlusslied den Taktstock übernahm. Und die Firma Marzini aus Göppingen ist seit 1963 ehrenamtlich und unentgeltlich für die Beschallung verantwortlich.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

22.08.2016 05:06 Uhr

Der Tempel Gottes ist in jedem Menschen

Jesus, wollte Nachfolger, die das leben, was sie sprechen im Gottes Sinn.
Lieber weniger Menschen, die echt glauben, wie Masse.

Wenn jemand in seinen Möglichkeiten direkt einen Menschen in Not hilft, ist dies besser, wie eine Investition in eine Instituation.

Gemeinschaft ist gut, wenn dies nach dem Glauben gelebt wird.

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hoher Schaden nach Wohnungsbrand in Salach

Bei einem Wohnungsbrand in Salach am frühen Samstagmorgen entstand ein hoher Schaden von etwa 50.000 Euro. weiter lesen