Tanzen und feiern bis spät in die Nacht

Zum zehnten Mal feierte der Verein Swing-Kultur Stuttgart am Samstagabend eine stimmungsvolle Open-Air-Party in der Adelberger Zachersmühle. Der laue Sommerabend animierte geradezu zum Tanzen.

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  • Beim Swing hat jedes Paar seine eigene Ausdrucksweise. Beim Festival in der Zachersmühle wurde getanzt bis in die Nacht. Fotos: Cornelia Villani 1/2
    Beim Swing hat jedes Paar seine eigene Ausdrucksweise. Beim Festival in der Zachersmühle wurde getanzt bis in die Nacht. Fotos: Cornelia Villani Foto: 
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Die ersten Töne eines langsamen Jazzlieds erklingen. Sofort fangen die Frauen und Männer an zu tanzen. Jeder auf seine Weise. Besonders eine junge Frau sticht heraus. Mit ihrem beigen, gerade geschnittenen Kleid wirkt sie wie aus den Zwanzigern entsprungen. Passend dazu hat sie sich die blonden, kurzen Haare im Seitenscheitel hinters Ohr gelegt. Jetzt kreist sie genüsslich die Hüften und spreizt dazu elegant die Arme zur Seite. Als sie dazu mit ihren roten Absatzschuhen kräftig aufstampft, erinnert ihr Tanz sehr an den spanischen Flamenco. Doch es ist Swing, was zahlreiche Paare an diesem Abend im Zelt vor der Zachersmühle tanzen.

Das Open-Air Swing-Festival war bereits das zehnte, das der Verein Swing-Kultur Stuttgart in der Zachersmühle veranstaltete. Umrahmt wurde es von einem Workshop mit 57 Teilnehmern. "Sie lernen die verschiedenen Arten des Swing", erklärte Daniela Rossa vom Verein. Denn Swing ist nicht gleich Swing. Am besten kann das die blonde Tänzerin im Zwanziger-Jahre-Kleid beschreiben.

Anna Porzelt ist Tanzlehrerin aus Berlin, die mit ihrem Partner Jorge Estrada den Workshop geleitet hat. "Der Tanzstil an der Westküste der USA war ein anderer als an der Ostküste", erzählt sie. Swing kam in den USA Mitte der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts auf. "In Los Angeles tanzte man ihn mit mehr Bodenhaftung, irgendwie mehr smoothie", sagt Porzelt und lässt ihre Arme elegant hin und her gleiten.

"Der New Yorker Stil war hopsiger", ergänzt Renate Fischinger, "alles mehr von oben nach unten". Dass sie sich vom ersten Moment an in die Tanzart verliebt hat, gibt die Mitbegründerin des Stuttgarter Vereins gerne zu. "Vor zehn Jahren besuchte ich das größte Swing Festival Europas in Herröng bei Stockholm", erzählte sie. Daraufhin tat sie sich mit zwei Freundinnen zusammen und gründete den Swing-Verein. Eine von ihnen ist Angelika Holzer, Inhaberin der Zachersmühle. So kommt es, dass einmal im Jahr nach Adelberg zum Swing Open-Air eingeladen wird.

Beim Workshop in der Zachersmühle ging es dabei um vier Stilrichtungen: "Langsam, schnell, Charleston und Lindy Hop", zählt Anna Porzelt auf. Als die 31-Jährige Stunden später lachend von der Tanzfläche kommt, kann sie gar nicht sagen, welchen Stil sie gerade getanzt hat. "Das kam aus dem Bauch, einfach zur Musik." So scheint es den anderen Tänzern auch zu gehen. Jedes Paar gibt eine persönliche Choreographie zum besten. Während sich eines immer wieder eng aneinanderschmiegt, setzt ein anderes mehr auf synchrone, lässige Arm- und Beinbewegungen. Wieder andere wirbeln drehend über die Tanzfläche. Allen gemeinsam ist die schwingende Bewegung bei einem Tanz, der wie kaum ein anderer Freude an der Musik ausdrückt.

Ob hopsend, elegant, akrobatisch oder aufreizend, Swing scheint weniger mit Standard als mit Rhythmusgefühl zu tun zu haben. "Je öfter man ihn tanzt, desto mehr geht er ins Blut", sagt Daniela Rossa. Und das ist dann auch eine Freude beim Zuschauen. Kein Wunder, dass beinahe ebenso viele Menschen am Samstagabend neben wie auf der Tanzfläche zu finden sind. Die individuellen Bewegungen der Paare zu betrachten, macht einfach Spaß. Die Berliner Band Dizzy Birds spielt dazu mitreißenden Jazz im New Orleans-Stil. Und auch DJ K-Birdy und der Showtanz der "Ballroom Dynamites" kommen bei den Gästen an. So wird getanzt und gefeiert bis spät in die Nacht.

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