Täter kam ohne Maske

5500 Mark war die Ausbeute eines Banküberfalls in der Weißensteiner Kreissparkasse am 1. Dezember 1989. Auf drei Täter stößt die Polizei im Laufe ihrer Ermittlungen, Ende Januar 1990 ist die Jagd vorbei.

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Die Kreissparkassen-Filiale im Lautersteiner Stadtteil Weißenstein ist längst geschlossen. Vor 25 Jahren war sie Ziel von Bankräubern. Die beiden Haupttäter konnten knapp zwei Monate später gefasst werden.  Foto: 

Um 15.05 Uhr stand der Räuber in der damaligen Weißensteiner Kreissparkasse, hielt einer Kundin eine Pistole an den Kopf und erpresste 5500 D-Mark vom Kassier, so stand am 2. Dezember 1989 in der NWZ. Völlig selbstsicher ohne Maske zog der Kriminelle seinen Überfall durch und flüchtete zunächst zu Fuß. Mit einem Phantombild in der NWZ suchte die Polizei tags darauf nach Hinweisen. Und die gingen zuhauf ein.

Einen Tag zuvor war in Geislingen ein Opel Senator entwendet worden, der ebenfalls eine Rolle bei dem Überfall spielte. Wie die Polizei später rekonstruieren konnte, war der Opel jedoch nicht gestohlen, sondern anscheinend "überlassen" worden, der Besitzer, ein Kleinunternehmer, somit scheinbar ein Mittäter. Einer seiner Angestellten sowie dessen Freund, ein sich auf Hafturlaub befindender Straftäter, hatten den Überfall verübt. Mit einem zweiten Wagen, zu Fuß und mit der Bahn machten sich die beiden Täter auf ins Allgäu, weiter nach Österreich, Südtirol und bis nach Rom, von dort aus - größtenteils zu Fuß - nach Marseille. Da sie sich unterwegs in Österreich verdächtig benommen hatten und sie daraufhin einer Personenkontrolle unterzogen wurden, kam man ihnen auf die Spur.

Mittlerweile mittellos - die Beute war inzwischen ausgegeben - organisierten sie sich Ende Januar 1990 auf dem deutschen Konsulat in Marseille zwei Zugtickets zurück nach Deutschland. In Marseille benachrichtigte der Konsulatsmitarbeiter die deutsche Polizei. Diese nahm die beiden Räuber an der Grenze in Kehl gleich in Empfang. Beide legten ein Geständnis ab, der Geislinger Besitzer des Fluchtwagens leugnete seine Beteiligung.

Was sonst noch geschah . . .

23. November 1989: Die Geislinger Außenstelle des Göppinger Vermessungsamts ist mit der elektronischen Erfassung ihrer Flurstücksverzeichnisse fertig. Rund 1,3 Millionen Daten von 60 000 Flurstücken enthält nun das Automatisierte Liegenschaftsbuch.

24. November 1989: Weitaus "erfolgreicher" als die Weißensteiner Bankräuber sind eine Woche zuvor zwei Einbrecher, die im Kreis Göppingen mit einem Schweißgerät in mehreren Firmen Tresore aufschneiden und rund 10 000 Mark erbeuten.

24. November 1989: Kreisweit wird in einer Pilotaktion erstmals Grünmüll gesammelt. 260 Tonnen Gartenabfälle kommen zusammen. Damit wird sowohl wertvoller Humus hergestellt als auch die Müllverbrennungsanlage entlastet.

SWP

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