Wie das Wasser auf die Alb kommt

Wie kommt das Wasser auf die Albhochfläche? Rund 30 Interessierte machten sich auf, um bei einer sommerlichen Ver-Führung allerhand Wissenswertes über die Wasserversorgung früher und heute zu erfahren.

ANJA HEINIG |

Der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb ist 1973 durch die Fusion der früheren Albwasserversorgungsgruppen I und V und des Zweckverbands Heidenheimer Alb hervorgegangen. Der Ausgangspunkt der sommerlichen Ver-Führung mit Martin Pulvermüller vom Zweckverband war der Bad Überkinger Ortsteil Hausen. Der Ort gehört zur Albgruppe V und versorgt unter anderem Hausen, Ober- und Unterböhringen, Bad Überkingen, Aufhausen und Amstetten sowie andere Gemeinden, wobei zum Teil Wasser von anderen Versorgern hinzugezogen wird. Den Worten des Wassermeisters, dass man den Beruf mit vollem Herzen leben müsse, glaubt man ihm sofort. Wasser ist sein Element. Bereits an der ersten Station, an der die Gruppe einen Stopp einlegt, erzählt er Interessantes über Wasserschutzgebiete.

Das Wohngebiet, durch das die Wissbegierigen gerade gewandert sind, liege im Wasserschutzgebiet zwei, erklärt Pulvermüller. Die Anwohner, die schon lange vor der Ausweisung zum Schutzgebiet dort gewohnt haben, müssen deswegen erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen: In den Gärten werden regelmäßig Bodenproben (Stichwort "Düngung des Bodens") genommen, Öltanks für die Heizungsanlagen müssen in extra Wannen gepackt und das Ganze regelmäßig vom TÜV überprüft werden.

Die Wasserschutzzone eins liegt direkt am Tiefenbrunnenhaus; das Betreten des eingezäunten Areals ist strengstens verboten. "Für kein anderes Lebensmittel wie für unser Trinkwasser gibt es so viele und so strenge Grenzwerte. Regelmäßig werden Proben entnommen und auf Blei, Mangan, Cadmium und vielem mehr untersucht", erläutert Pulvermüller. Entgegen aller Gerüchte sei auch noch nie Uran oder Radon gefunden worden.

Eine der Stationen ist die Grube Karl, einst eine Eisenerzgrube, die seit Mitte der 1960er Jahre für die Wassergewinnung genutzt wird. Pulvermüller erzählt, wie lange es dauert, bis man das Wasserrecht bekommt, dass man es zehn bis 15 Jahre hat und dann erneut beantragen muss. Weiter erfahren die Teilnehmer, dass im Gebiet um Hausen zwei Libellenarten lebten, die im Kreis Göppingen einmalig ind. "Das ist auch eine unserer Aufgabe, zu schauen, dass das ökologische Gleichgewicht in Ordnung ist und die Natur geschont wird", erklärt er.

Und schon kommt die Gruppe am Gebäude der Pumpstation der früheren Albwasserversorgungsgruppe V in Bad Überkingen an, wo der Geschäftsführer und Verbandsoberamtsrat Hans-Günther Simon bereits auf die Ver-Führten wartet. Er berichtet über die Geschichte der alten Pumpstation, die im Juli 1880 fertiggestellt wurde. Dort wurde das Wasser mit den heute noch vorhandenen Kolbenpumpen mit Holzzahnrädern mittels Wasserkraft, Turbine und Transmission nach Aufhausen und Oberböhringen gefördert.

1884 wurde eine Dampfanlage angebaut - und nach dem Ersten Weltkrieg wieder abgeschafft, weil man sich die Kohle nicht mehr leisten konnte. An ihrer Stelle wurde als Ersatzantrieb für die Wasserkraftkolbenpumpen zunächst ein 30 PS starker Elektromotor eingebaut. Dieser wurde später durch einen Drehstrommotor mit 76 PS Leistung ersetzt, der heute noch in der alten Werkstatt steht. Seit 1993 steht die Pumpstation auf der Liste der technischen Baudenkmale.

Das 1990 erbaute neue Pumphaus ist auf dem neusten Stand der Technik - im Notfall kann man es mit dem Handy bedienen, erklärt Pulvermüller den Besuchern. Die nutzen noch die Möglichkeit, sich die beiden Gebäude anzuschauen und Fragen zu stellen, ehe die informative Führung zu Ende geht.

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