Südwestmetall fordert Augenmaß

Eine Lösung mit Augenmaß bei der anstehenden Tarifrunde forderte die Mitgliederversammlung der Südwestmetall-Bezirksgruppe Neckar-Fils.

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Die Metall- und Elektroindustrie (M+E) in der Region Neckar-Fils erwartet 2015 eine schwächere Entwicklung der Konjunktur. "Aktuell ist die Auslastung bei den meisten Unternehmen unserer Branchen zufriedenstellend. Aber wir stellen eine deutliche Eintrübung der Aussichten fest", sagte Manfred Peters, Vorsitzender der Südwestmetall- Bezirksgruppe Neckar-Fils bei der Mitgliederversammlung im Uditorium in Uhingen: "Deshalb müssen beide Tarifparteien darauf achten, dass die anstehende Tarifrunde kein Schritt in die falsche Richtung wird." Peters verwies auf die deutlich nach unten korrigierten Wachstumsprognosen der Sachverständigen sowie der Bundesregierung und forderte eine Lösung mit Augenmaß, "die fair für alle ist - für alle Betriebe und für alle Beschäftigten."

Unverständnis äußerte der Bezirksgruppenvorsitzende über die Forderung des Sozialpartners nach einer Bildungsteilzeit, die von den Arbeitgebern bezuschusst werden soll. Weiterbildung sei im eigenen Interesse der Betriebe und der Beschäftigten: "Qualifizierte Mitarbeiter sind die Basis für unseren Erfolg. Deshalb investieren die Betriebe in Baden-Württemberg jährlich mehr als eine Milliarde Euro in die Weiterbildung." Die Behauptung der Gewerkschaft, es fehle den Beschäftigten an Geld und Zeit, sei falsch: "Bereits heute gibt es ausreichend viele Möglichkeiten, Weiterbildung zeitlich und finanziell zu ermöglichen. Diese werden jedoch nicht ausreichend genutzt", sagte Peters. Es sei nicht fair, wenn die Unternehmen dazu verpflichtet würden, Weiterbildung zu bezuschussen bei gleichzeitigem Verlust von Arbeitsvolumen. Noch unsinniger sei es, von den Betrieben eine Bezuschussung für Weiterbildung einzufordern, die betrieblich gar nicht erforderlich sei.

Interessiert zeigte sich Peters an einer Fortführung der Altersteilzeit. "Ein flexibler Übergang in die Rente ist hilfreich, vor allem für diejenigen, die lange unter besonders belastenden Arbeitsbedingungen tätig waren und nicht mehr arbeiten können", sagte Peters. Generelle Ansprüche zum Ziel zu haben, sei jedoch wegen der demografischen Entwicklung und des Fachkräfteengpasses falsch: "Gesunde und fitte Mitarbeiter auf Kosten von Beschäftigten und Betrieben vorzeitig in den Ruhestand zu schicken, ist weder fair noch zielführend." Gastredner der Mitgliederversammlung der Südwestmetall-Bezirksgruppe Neckar-Fils war Manfred Müller, Flugkapitän und Leiter der Flugsicherheitsforschung bei Lufthansa. Müller sprach zum Thema "Können Sicherheitsstrategien der Luftfahrt auf industrielle Unternehmungen angewendet werden?"

Info Südwestmetall ist der Arbeitgeberverband der tarifgebundenen Unternehmen der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie. Zur Bezirksgruppe Neckar-Fils gehören 113 Betriebe mit rund 38 000 Beschäftigten in der Region um Esslingen, Göppingen und Nürtingen.

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